Dienstag, 22. Juli 2014

Schöne Details - man muß eben genau hinschauen.

Gestern habe ich über meinen momentanen Frust im Garten berichtet. Ich habe davon erzählt, was mir Sorgen macht und wo es Probleme gibt.

Danach habe ich noch lange darüber nachgedacht, ob ich so etwas hier auch schreiben soll. Ich möchte doch die Freude am Gärtnern vermitteln. Gartenlust nicht Gartenfrust! Ich möchte zeigen, wie schön die Natur ist und was sie uns alles schenkt.

Man spricht doch in diesem Zusammenhang gerne von "schenken" oder?

Und da bin ich schon beim Thema. Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht immer alles hinterfragen würde.  Ja, es war richtig auch von Frust und Enttäuschung zu reden. Das ist Teil des Gärtnerdaseins. Es gibt nicht nur Gartenlust, immer kommt auch Gartenfrust untrennbar dazu.

Und außerdem ist es so, dass uns die Natur nicht einfach so beschenkt uns . Also zumindest nicht im Garten. Der Garten ist ja angelegte Natur, gelenkte Natur. Hier erfährt jeder Gärtner  die Kraft der Natur am eigenen Leib und der eigenen Seele. Sie lässt sich  nicht immer so leicht lenken, wie uns das recht wäre.

Dennoch, und auf diese Idee kam ich ja gestern auch in meinem Text, dennoch ist es enorm wichtig, mit ihr zu gestalten und nicht gegen sie. Gestern war mein Resümee,  Pflanzen zu suchen, die mir gefallen und denen der gegebene Standort gefällt. Dann müsste es klappen.

Welche Arbeit und Mühe in so einem Garten steckt weiß nur, derjenige der ernsthafte einmal ein paar Jahre sich daran versucht hat. Ich schmunzle oft in mich hinein, wenn Menschen sich einen großen Garten anschaffen und er dann auch gleich schön aussieht. Ich komme in ein oder zwei Jahren einmal wieder denke ich mir dann, dann sehen wir ob der  gartelnde Mensch es ernst meinte oder nicht.

So hatten wir im Feldgarten damals neue Nachbarn. Die Ruhe war vorbei. Sie waren mit Kindern gesegnet, benutzten unser Land als Toilette, mähten unsere Wiese kurz ab damit überall Fußball gespielt werden kann. Selbst hatten sie über 3000qm Fläche, aber sie wussten nicht wo ihres endet und unsere anfängt. Und so ging ein Sommer unschön vorüber. Es war der einzige Sommer mit den Nachbarn. Sie wurden nie wieder gesehen. Die umgestürzten Partyzelte liegen heute (bestimmt 6 Jahre danach) noch immer im Garten. So erledigt sich so etwas von alleine.

Und bevor ich euch heute zur Aufmunterung ein paar schöne Blumenbilder zeige möchte ich noch eine Geschichte erzählen, die mir immer und immer wieder in den Sinn kommt, wenn ich im Garten bin. Ich habe sie bereits erzählt. Weil sie so gut passt wiederhole ich sie hier:

Ein Wanderer kommt an einem Klostergarten vorbei und sieht den Mönch schwitzend die Buxhecke schneiden. Er spricht ihn an und ist voll des Lobes, was die Mönche sich da doch mit Gottes Hilfe für ein Paradies geschaffen haben. Der verschwitzte Mönch grummelte nur: ja ja, von wegen mit Gottes Hilfe, da hätten sie einmal hier vorbei kommen müssen, als er den Garten noch allein bewirtschaftet hat!

So, jetzt aber zurück zu meinem Paradies. Wenn man nah ran geht mit der Kamera und die richtigen Motive gefunden hat, findet man natürlich in meinem Garten auch schöne Dinge. Es fehlt halt noch die Fernwirkung. Wenn man einfach nur in den Garten hinein blickt oder fotografiert sieht man kaum Blüten, eher nur Grün.
Aber ich arbeite ja daran.

Die Dahlien gefallen mir so überaus, wegen der Farben. Ich habe die Sorten "Gallant Knight" und "Sir Alfred Ramsey". Leider weiß ich nicht mehr, welche Pflanze welche Sorte ist. Ich glaube diese hier ist die  Gallant Knight. die Alfred Ramsey scheint größer zu sein, und das steht im Gemüsegarten in einem Schneckenring noch eine, deren Knospen jetzt erst aufgehen. Diese hier blüht seit einigen Wochen bereits.
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte 
Und noch einmal der Gallant Knight. Die Pflanze hier steht im Schneckenzaunbeet. Sie ist nicht zerfressen, war aber ein wenig von Melden unterdrückt. Die sind jetzt geerntet und nun ist Luft im Beet und schon blüht sie.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte



Diese Dahlie hatte ich letztes Jahr schon. Eine Baumarktschönheit, deren Namen ich auch nicht mehr habe. Sie ist ein Gerippe aus Stielen und Blüten. Die Blätter sind fast alle den Schnecken zum Opfer gefallen.
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte
Hier konnten sie überleben. Levkojen und Tagetes im Kübel unter der Olive. Aber selbst dort oben musste ich Schneckenkorn streuen!
Tagetes, Levkojen und Olivenbaum (c) by Joachim Wenk
Tagetes, Levkojen und ein
Olivenbaum
Ein Hochzeitsgeschenk von 2013. Sie blüht wieder die Cassia. Ein sehr seltenes und wunderbares volles Gelb
Cassia-Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia-Blüte

wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve

 Malve (c) by Joachim Wenk
Malve
Der ist eine Ausnahme. Letztes Jahr etwa kniehoch. Dieses Jahr zwei Meter hoch und viele kräftige Triebe. Die Marshmallow-Pflanze, der echte Eibisch. So und wie erklärt man sich das? Er mag Wasser im Boden. Ich jammere über die große Trockenheit und genau die Pflanze die Wasser braucht wächst und gedeiht so prächtig. Muß man so etwas verstehen?

Eibisch (c) by Joachim Wenk
Eibisch

Eibisch (c) by Joachim Wenk
Eibisch
Hier sieht man beides. Prächtige Blüten und die durch die Trockenheit gebeutelte Aronia. Sie hat keinen Saft mehr in den Stämmen und beugt sich mit der Last der Beeren zu Boden. Den Geranien allerdings gefällt das Wetter in diesem Jahr.
Geranien und Aronia (c) By Joachim Wenk
Geranien und Aronia



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