Montag, 7. Juli 2014

Neues aus der Wurmfarm

Die ersten Wochen sind vorüber und meine Würmer haben sich gut eingelebt. Ich glaube es zu mindest.

Die ersten Futterrationen sind schon angefressen und oder aufgefressen. Jedenfalls sind sie in das Startsubstrat eingearbeitet. Die Würmer arbeiten also und fangen an das durch Mikroorganismen vorverrottete Biomaterial zu fressen.

Wie in den Anleitungen zu Wurmfarmen beschrieben, ist es wirklich nicht viel, was sie die ersten Tage und Wochen brauchen. Und man darf auf keinen Fall zu viel Material hineingeben. Erstens kann dann Hitze wie, wenn man frisch geschnittenes Gras auf einem Haufen liegen lässt, entstehen. Das ist tödlich für die Würmer, die in der  Farm ja nicht flüchten können, wie einem Komposthaufen auf der Erde. Außerdem besteht die Gefahr, daß falsche Keime sich breit machen, wenn zu viel Kompostmaterial zu lange ungefressen in der Farm herumliegt.

Ich glaube, dass ich trotz großer Sorgfalt doch zu viel Grünzeug hinein gegeben habe. Auch sehe ich kaum Würmer, wenn ich hineinschaue. Die Würmer brauchen ja auch Sauerstoff zum Leben. Kommt denn genug Luft in meine Farm hinein? Da muß man sich am Anfang wohl erst einmal ein Bild von allem machen und vorsichtig und sehr achtsam die Verhältnisse und Entwicklungen beobachten.

Ich habe bereits die zweite  Schale in Betrieb. Wohl weniger, weil die Würmer schon gar so viel umgesetzt haben, sondern wegen des Startsubstrates. Zum Starten löst man einen überdimensionalen Torfquelltopf in 7l Wasser auf und hat dann das Substrat, in das man die mitgelieferten Würmer gibt. Hier wohnen sie erstmal. Da mit der Menge  Torf die unterste Schale bereits fast voll ist, habe ich nach den ersten Grün-Gaben die 2. Schale oben drauf gesetzt und etwas  Grasschnitt hinein gegeben. Jetzt können die Würmer unten noch gar das vorverdaute Grün essen während die Mikroorganismen und Pilze im 1. Stock das neue Grün vorverdauen.

Als ich heute einmal wieder die Wurmfarm auf ihren Rädern unterm Tisch hervor hohlte, sie auf den Tisch stellte und öffnete sah ich viele Würmer oben im 1. Stock unter der Kokosmatte wuseln. Heute wird mir auch klar, warum ich die letzte Zeit kaum Würmer sah. Noch bevor ich die Kamera meines Handys starten konnte waren sie verschwunden. Ab nach unten in den Keller und ins Substrat. Flott sind die! Und bisher gab es nur das Substrat, bis ich also die Farm hervorgerollt und geöffnet hatte, waren die schon in der Erde verschwunden. Jetzt vom 1. Stock runter in die Erde dauert es eben etwas länger und so bekam ich sie zu Gesicht.

Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
hier sieht man einige der Würmer

Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
in der nächsten Sekunde sind sie schon weg


Jetzt weiß ich, daß sie noch leben, dass sie aktiv sind und vielleicht auch fressen. Neues Futter habe ich keines rein, die sollen erst einmal das vorhandene Fressen.

Aber noch etwas sehr schönes habe ich entdeckt, was mich hoffen lässt dass sie nicht nur leben, sondern es ihnen auch gut geht.

Ganz viele Wurmcocons sind in der Farm! Aus diesen kleinen "Eiern" werden neue Würmer schlüpfen. Und je mehr sie werden desto mehr können sie verwerten und mich mit dem heiß ersehnten Wurmkompost beliefern.
Cocons der Regenwürmer (c) by Joachim Wenk
Cocons der Regenwürmer

Cocons der Regenwürmer (c) by Joachim Wenk
Cocons der Regenwürmer

Wenn ich den mal ein paar Jahre zusammen mit dem künftig zielgerichteter eingesetzten und erzeugten Kompost eingesetzt haben werde, hoffe ich auf alles Positive, was dazu berichtet wird. Ich habe ja bereits darüber berichetet (http://achimsgarten.blogspot.de/2014/06/meine-kleine-farm.html#links). Und vielleicht überstehen die Pflanzen, egal ob Gemüse oder Blumen, ja dann auch besser die wohl immer wiederkehrenden Dürreperioden im Sommer und die Schädlinge oder weiße Fliege. Oder oder oder. Es ist wirklich ganz viel Hoffnung, die ich in die Würmer und ihren Kompost setze. Das wird auch sicher gut. Sie fühlen sich ja nun heimisch und vermehren sich. Wir sind auf dem Weg!


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