Mittwoch, 9. Juli 2014

Freude am Garten nach Regen und langer Dürre.

Das versteht auch nur ein Gärtner!

Es ist Mitte Juli. Sämtliche Thermometer zeigen 11°C. Es regnet ohne Pause bei böhigem Wind. Und ich bin glücklich und zufrieden und freue mich daran.

Also wirklich, nach dieser langen Trockenperiode mit ausgetrocknetem Tiefbrunnen war das aber auch bitter nötig.

Schön daran ist auch die eingetretene Ruhe. Bei dem Wetter kann man nicht viel machen im Garten und hat so Zeit für einen Besuch bei der Mutter. Endlich auch einmal wieder Ruhe, sich hier bei Google umzusehen, was ihr so macht. Und jetzt Zeit und Muße bei einer warmen Tasse Kaffee und einem Süßteilchen vom Bäcker, meine Gedanken und vollbrachten Taten nieder zu schreiben.

Was für ein schöner Anblick für diesen Sommer.

Regenmesser (c) by Joachim Wenk
20l hat es geregnet

Beim Gartenrundgang habe ich sogar bei tristem Regenwetter herrliche Dinge gesehen. So etwas freut mich und ich genieße den Anblick.  Ich muß an eine Fernsehsendung denken, in der zwei Multimillionäre im Whirlpool auf einer Dachterrasse im Burj Khalifa in Dubai sitzen und über ihr Leben sinnieren. Wie sie "diese kleinen Dinge des Lebens" genießen, nach einem sehr anstrengenden Tag. Nach dem sie nun endlich Ruhe haben und "niemandem mehr Anweisungen geben müssen". Ich muß schmunzeln. Nein, was liebe ich mein (!) Leben.

Überall im Garten habe ich den hübschen Baumspinat magenta spreen gepflanzt, weil ich so viele Pflanzen hatte. Zwei davon stehen im gut gedüngten Beet bei der Banane. Die sind schon bald 2m hoch. Dieser hier ist niedriger, da weniger gedüngt und nicht gegossen. Aber dafür freut er sich jetzt über die Regentropfen auf seinen Blättern. Bei diesem Licht kommt auch der magentafarbene Austrieb gut zur Geltung. Wegen dieser Farbe habe ich ihn hauptsächlich haben wollen.

Baumspinat magenta spreen (c) by Joachim Wenk
Baumspinat magenta spreen
 Diese  Rose überrascht mich wirklich. Es ist ein etwa 30cm hohes Stämmchen. Das haben wir vergangenen Sommer zur Hochzeit geschenkt bekommen. Es stand dann neben der Haustüre und nach der mitgelieferten Blüte kümmerte es. Die Blätter wurden alle hellgelb, kein Chloropyhl war mehr darin. Sicher liegt es daran dass es im Topf steht, dachte ich. Es wurde immer weniger und sah immer schlimmer aus. Ich habe es dann ausgepflanzt. Es war schon Herbst und ich habe eine  Vlieshaube darüber gestülpt, dass es, da ja oben veredelt, nicht erfriert. Dann kam ein Wintersturm und legte es, wegen der großen Angriffsfläche durch das Vlies, schräg. Na super dachte ich mir. Vielleicht hat es sich über den neuen Standort und den richtigen Boden gefreut und gerade neue Wurzeln in die Erde getrieben. Wenn ich es, so umgelegt wie es war, auch wieder aufrichte, reiße ich die dabei restlich ab. Also ließ ich es so schräg stehen. Im Frühjahr kamen Blätter. Diesmal dunkelgrün. Es geht etwas unter in der Wildnis dieses Beetes. Dort gieße ich auch nicht und es ist ein leichter Südhang. Aber es ist scheinbar zäh.  Heute beim Rundgang entdeckte ich dann diese Blütenfülle. Was für eine wundervolle Überraschung.

Rosenbäumchen in Blüte (c) by Joachim Wenk
zähes Rosenbäumchen
 In diesem Beet steht das Bäumchen, hier nicht zu sehen, ganz links neben dem Rand. Trotz Dürre hat sich hier auch wieder eine bunte Blütenmischung etabliert. Weil wir die Terrasse noch machen wollen und dabei hier einen Weg anlegen, kümmere ich mich nicht sonderlich um diesen Bereich. Da wir dann größer gegraben und neu gestaltet. Dabei würden jetzt gepflanzte Stauden oder Büsche wieder weichen müssen.
Bunte Blüten (c) by Joachim Wenk
Bunte Blüten
Es scheint wirklich so, daß die lila oder magenta-Töne nach einem Regen besonders kräftig leuchten. Wilde Malve, die sich überall selbst aussäht und blüht ohne Pflege und Arbeit. Darunter Lavendel.
kräftige Farben nach Regen (c) by Joachim Wenk
kräftige Farben nach Regen
Trotz des ganzen Regens mußte ich heute auch wieder einmal gießen. Im Gewächshaus kommt das ganze Wasser ja nicht hin. Meine Schlangengurken wachsen jetzt sehr schön. Selbst gesät, kümmerten sie wirklich arg vor sich hin und wollten einfach nicht gedeihen. Mittlerweile haben sie die Krise überwunden und sind schon so groß wie ich. Die ersten männlichen Blüten schmücken die Wand im Gewächshaus mit sonnigem Gelb. Sie fruchtet an den Seitentrieben, die ich deshalb nicht ausbrechen sondern ebenfalls ordentlich hochleiten muß. Einige Seitentriebe sind bereits vorhanden und wirklich erkenne ich dort die ersten weiblichen Knospen. Am Boden krabbeln noch zwei "Vesper-Gurken" durchs  Gewächshaus.

Schlangengurkenpflanze (c) by Joachim Wenk
Schlangengurkenpflanze


kriechende "Vesper-Gurken" (c ) by Joachim Wenk
kriechende "Vesper-Gurken"
 Himbeeren kann man ja auch bei leichtem Regen  ernten. Vor allem wenn so viele so große Beeren an den Sträuchern hängen. Ich weiß nicht einmal, welche Sorte es ist. Ich habe damals in meinem Feldgarten ein paar Triebe mit Wurzeln geschenkt bekommen. Das ist viele Jahre her. Sie haben immer reichlich getragen. Immer sehr große, hellrote und längliche Früchte. Von den Pflanze haben ich mir wieder Ableger in meinen  Garten hier mitgenommen. Dieses Jahr sind sie unbändig gewachsen und ich werde mit dem "Gestrüpp" kaum noch Herr. Wenn sie abgeerntet sind werde ich gleich die alten Triebe herausschneiden. Sie tragen immer an den Trieben vom Vorjahr. Danach kann man diese wegschneiden. Die neuen Triebe muß ich kürzen. Sie sind deutlich über 2 m hoch. Und ausdünnen muß ich die Anzahl der Triebe ebenfalls. Ich habe schon ein paar Kilogramm dieses Jahr geerntet. Heute waren es wieder 900g. Ich liebe Himbeeren und freue mich über die reiche Ernte.

Letztes Jahr hatte ich eine Sorte neu dazu gekauft. Glen Coe , eine sehr dunkelfarbige Beere mit schönen runden Früchten. Die werden gleich vernascht und nicht mit den anderen vermengt. Köstlich, diese frischen, zarten und aromatischen Beeren frisch vom Strauch.
Sommerhimbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk
Sommerhimbeere Glen Coe
Die Tomaten zeigen ihre ersten Früchte. Sie sind ziemlich tolerant gegenüber dem Braunfäule-Pilz. Somit sollten sie den Regen diese Tage unbeschadet überstehen. Letztes Jahr haben die Sorten ganz andere Niederschläge überstanden.
erste Früchte an Tomaten (c) by Joachim Wenk
erste Früchte an Tomaten
 Blaukraut, Weißkraut, ein paar Möhren, Ringelblumen überall und meine Melden. Alles freut sich über das Wasser. Die Rüben sind irgendwie auch nichts geworden. Die werde ich, genau wie Mairüben nicht mehr sähen. Sie nehmen nur Platz weg und ich habe nichts davon. Diese Gemüse scheinen mir nicht zu liegen.

Gemüsegartenimpressionen (c) by Joachim Wenk
Gemüsegartenimpressionen
 Rote und gelbe Melde vor Kren und Buschbohnen. Ich kann mittlerweile kaum noch auf den Wegen laufen, so sind sie überwuchert. Hoffentlich fällt die Ernte auch so üppig aus.
Gemüsegartenimpressionen (c) by Joachim Wenk
Gemüsegartenimpressionen
 In meinem Gemüsegarten, dem ehemaligen Hühnerlauf, steht ein alter Apfelbaum. Wir haben ihn einfach damals stehen lassen, auch wenn er ungünstig steht und viel Platz weg nimmt. Die paar Äpfel die er trug schmeckten aber sehr gut. Ein herrliches Aroma. Letztes Jahr vielen alle Äpfel ab und ich erntete nichts. Dieses Jahr ist er aber auffallend grün und gesund und obwohl unter ihm alles voller Äpfelchen liegt, hängt er noch üppig voll mit schönen, jetzt wachsenden Äpfeln. Hat ihm die so nötige Stickstoffdüngung im Gemüsegarten auch gut getan? Ich nehme es an. Jetzt warte ich wirklich auf die ersten Äpfel und beobachte sehr genau, ob sie wieder über und über mit Schorf besetzt sind. Bis jetzt sind Äpfel und Laub deutlich gesünder als die beiden Jahre davor.

Junge Äpfel am Baum (c) by Joachim Wenk
künftiger Apfelkuchen
 Die zweite Erbsenernte wartet auch auf fleißige Hände. Danach kann ich die Pflanzen abschneiden. Nicht herausreißen. Die Wurzeln mit den wertvollen Stickstoff-Knöllchen daran müssen im Boden bleiben und sind ein guter natürlicher Stickstoffdünger für Kürbis und Kohl, die jetzt mit dem Wachstum beginnen. Dann kommen auch die Rankgitter weg. Der Kohl dazwischen braucht jetzt Platz, ebenso wie der schon fleißig rankende Hokkaido-Kürbis am Boden. Diese Mischkultur ist wirklich praktisch, so werde ich nächstes Jahr wieder kombinieren.

Erbsen (c) by Joachim Wenk
Erbsen

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