Montag, 30. Juni 2014

Meine kleine Farm.

In meiner Regenwurmfarm von Wurmwelten.de stellt sich nach einer guten Woche so langsam Leben ein. Das erste Futter, das ich ihnen gab ist zum Teil verarbeitet und es wuselt in der Box. Ich muß jeden Tag Früh und Abend zu den Würmern schauen, weil ich es richtig spannend finde, was sich da jetzt entwickeln wird und wie sie anfangen zu fressen und ob die Sache bald richtig ins Laufen kommt.

Wurmfarm (c)by Joachim Wenk
Wurmfarm


Ein paar Mal wurde ich gefragt, wozu so eine Wurmfarm gut ist und warum Wurmkompost. Langt nicht der Komposthaufen im Garten?

Bis vor ein paar Wochen habe ich mich mit diesem Thema selbst auch nicht wirklich beschäftigt. Jetzt habe ich mich nach und nach eingearbeitet und arbeite noch immer daran. Ich bin von allem was ich darüber lese wirklich begeistert und sehe in meinem Boden immer mehr das Problem der Schädlingsinvasionen und kränkelnden Pflanzen. Das sehr schöne Buch -"Biodünger selber machen" von  A. Heistinger und- A. Grand, welches ich zum Geburtstag bekam ist eine Fundgrube an Wissen und interessanten umsetzbaren Dingen für den Garten (oder auch nur Balkon, je nach Gelegenheit).

Aus diesem Buch heraus will ich auch in ein paar Stichworten zusammengefasst euch einmal zeigen, wozu nun genau der Wurmhumus gut ist. Natürlich ist das auch alles im gut verrotteten Gartenkompost enthalten aber in einer bedeutend geringeren Konzentration. Im Wurmhumus hat man sozusagen eine sehr reines und konzentriertes Produkt vor sich (Düngewirkung 5-7fach im Vergleich zum normalen Kompost).

Wurmhumus erhöht den Humusgehalt des Bodens. Seine organische Masse ist zwar geringer als im Kompost, aber stärker abgebaut, vererdet. Dadurch wird sie sehr stabil und gibt dem  Boden Struktur. Gerade das fördert das Bodenleben und Wachstum der Pflanzen. Nährstoffe werden anders als bei mineralischen Düngern nicht ausgewaschen.

Wurmhumus erhöht den Wassergehalt des Bodens. Er kann sehr viel Wasser aufnehmen und speichern. Durch die oben erwähnte stabile Struktur verschlämmt er dabei nicht, sondern bleibt locker und luftdurchlässig. Die Pflanzenwurzeln haben damit die dringend benötigte Luft und Nährstoffe und Wasser (auch in Trockenperioden ist der Boden im Vergleich zu anderen länger feucht) direkt zur Verfügung.

Wurmhumus erhöht die Vielfalt und auch die Aktivität des Bodenlebens. Er enthält in großen Mengen die für den Boden so wichtigen Mikroorganismen. Diese leisten im Gartenboden enormes. Dazu gehört der Abbau organischer Masse zu "Dünger", der den Pflanzen gleich zur Verfügung steht. Oft ist es im Gartenboden ja so, daß ausreichend Nährstoffe vorhanden sind, aber in einer für die Pflanzen nicht oder nur schwer zugänglichen Form. Die Pflanzen haben dann Mangelerscheinung und somit wird nachgedüngt. Dadurch reichern sich die schwer zur Verfügung stehenden Stoffe immer weiter im Boden an, was wiederum zu Problemen führt. Bei mir ist es das nachgewiesene Phosphat zum Beispiel. Die Organismen im Wurmhumus können dieses vorhanden Phosphat nun umwandeln in eine von den Pflanzen aufnehmbare Form. Auf diesen Effekt hoffe ich bei mir ganz besonders (langfristig).

Wurmhumus reduziert auch etwas. Der Krankheits- und  Schädlingsdruck wird reduziert.  Die enthaltenen Mikroorganismen können Pilze, Insekten und Nemathoden reduzieren oder gering halten. Die Pflanzen werden nicht mehr von diesen Schädlingen belästigt und können gesund wachsen. Besonders schädliche Nemathoden, die dem Wurzelgemüse an den Kragen gehen und gesunde kräftige Wurzeln verhindern, werden in Schach gehalten. Durch den hohen Kieselsäuregehalt des Wurmhumus werden die Pflanzen sehr kräftige Blätter ausbilden. Die sind dann kein gefundenes Fressen mehr für Blattläuse, Spinnmilben und andere saugende Insekten. Das wäre traumhaft in meinem Garten, da  zu diesen Schädlingen die lästige weiße Fliege gehört. Bis dahin wird es noch ein langer Weg sein. Da muß erst einiges vom Wurmhumus in den Boden bis der Kieselsäuregehalt erhöht ist. Meine Würmer haben noch viel Arbeit vor sich. Aber ich gebe nicht auf. Es gibt für ungeduldige Menschen wie mich auch eine gute Nachricht. Der  Wurmhumus wirkt wie eine Impfung. Was also die Vielzahl günstiger Bodenlebewesen angeht, kann ich eher mit Erfolg rechnen. Wenn ich dann meinen fertigen Humus auf den Beeten verteile, kommt es nicht unbedingt auf die Menge an. Die im Humus enthaltenen Lebewesen, gelangen in meinen Gartenboden und vermehren sich (bei günstigen Umweltbedingungen wie Mulchen, Gründünger, keine Pestizide oder Herbizide etc. ) dort reg. So hat man schnell die Zahl der Bodenlebewesen erhöht.


Wurmhumus beschleunigt Keimung und Wachstum. Samen werden mit Wurmhumus gebeizt und in die Aussaterde kommt Wurmhumus. Dadurch keimen die Pflanzen rascher und wachsen zügiger.  Gerade das Jugendstadium ist gefährlich und viele überleben es nicht. Wenn sie aus diesem labilen Stadium rasch heraus wachsen ist das nur ein Vorteil. Ich werde auf alle Fälle einmal meine Möhrensamen damit beizen. Vielleicht habe ich dann nächstes Jahr Möhren die keimen.

Wurmhumus sorgt für mehr Geschmack im Gemüse. Die Pflanzen haben eine höhere Trockenmasse und damit mehr Inhaltsstoffe. Das Gegenteil davon wären dann wässrige Tomaten, die wohl jeder kennt. Auch der Nitratgehalt  des Gemüses soll bei  Wurmhumusdüngung geringer sein (z.B. Spinat, Rote Beete etc.). Die Pflanzen sind einfach mit allem bestens versorgt, wachsen gesund und widerstandsfähig und lassen die Schädlinge abblitzen.

Ich freue mich auf dieses spannende Thema gestoßen zu sein und wieder Hoffnung auf einen gesunden Garten im Gleichgewicht zu haben.



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