Montag, 9. Juni 2014

31°C im Schatten und blauer Himmel - die richtige Zeit an leckeren Grünkohl mit fetter Wurst zu denken

So gehen sie nun zu Ende. Drei wundervolle freie Tage.

Gut, der Samstag hat uns und vor allem Volker an die Grenzen gebracht. Bei diesen Temperaturen an der heißesten Stelle im Garten betonierte Zaunpfosten wegmeißeln, das muß man gewöhnt sein, um es zu überstehen. Dafür hatten wir ja dann abends den ersten traumhaft schönen ruhigen Grillabend.

Sonntag und Montag gehörten der Erholung und der Leidenschaft am Garteln. Wir haben auch wieder gegrillt. Das hat so etwas Archaisches, Ursprüngliches. In der eisernen Glutschale wird einfach gespaltenes Holz aufgeschlichtet und angezündet. Wenn die nötige Glut da ist, schwenken wir den Rost darüber. Schon können die leckersten Speisen zubereitet werden: Ziegelsteinbrot mit frischen Kräutern, zarte marinierte Esspresso-Steaks, Hackbuletten, Grillkartoffeln mit herrlich aromatisch angerösteter Außenseite. So liebe ich das Grillen.

Auch wenn wir schon einmal einen professionellen Grillkurs besucht haben. Ich mache es am liebsten ganz ursprünglich auf Holzglut. Bei dem Grillkurs haben wir in Anbetracht der anwesenden Luxus-Grill-Besitzer geschwiegen, welchen Grill wir so benutzen. Und geschmunzelt haben wir. Für das so gewünschte Raucharoma gibt es zum Beispiel spezielle Holzschnittel in Tütchen abgepackt. Die weicht man vorher in Wasser ein, damit sie nicht sofort verglühen. Und für den Grillhektiker unter Hochleistungsdruck gibt es diese ohnehin schon überteuerten Hackschnitzel, wie man sie nennen könnte, auch schon fertig eingeweicht und vakuumverpackt. Naja wer sich für ein paar Tausend Euro so einen Luxusgrill leisten kann, der sollte halt am Räuchermaterial nicht sparen.

Aber ich will nicht nur lästern, sondern auch von meinen Genüssen in unserem paradiesischen Landgarten berichten. Es gibt wohl auch keinen Ort an dem der nachmittägliche Eiskaffee besser schmeckt. Und bei dem bombastischen Wetter ist man dann abends auch noch gerne draußen und genießt es. Gestern waren wir eingeladen bei Freunden zu einem kleinen Umtrunk. Dank der kleinen Ortschaft ist alles sehr gut zu Fuß zu erreichen und wir brauchten kein Auto, um irgendwo hin zu fahren. Herrlich.

Nachdem ich also gestern und auch vorgestern vorwiegend mit dem Herausreißen von Unkraut beschäftigt war wollte ich mich heute anderen Gartenarbeiten widmen. Es ist doch sicher auch wieder an der Zeit, etwas zu sähen.

Aber zuerst noch einmal zu dem Unkraut. Es ist erstaunlich, was da alles schon wieder gewachsen ist in den Staudenbeeten, am Rand des Gemüsegartens oder am Kompostplatz. Ich mußte nicht kleine Pflänzchen aus dem Boden zupfen. Nein, kniehohe Pflanzen habe ich mit beiden Händen ausreißen können. Aber jetzt wird es langsam wieder luftiger. Ist ja auch wichtig, daß der Pilz sich nicht ausbreiten kann, wenn es jetzt so warm ist.

Heute habe ich im Gewächshaus den zu Heu getrockneten Rasenschnitt als Mulch ausgebracht. Es riecht jetzt herrlich nach Heu aus dem Gewächshaus. Und beim Gießen im Gewächshaus habe ich geschwitzt, als ob es um mein Leben ginge. Wow was für Temperaturen. Gut dass ab Nachmittag keine Sonne mehr darauf scheint. Eichenbaum und Carport sei dank.


Mulch im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Gewächshaus mit Heu-Mulch


Das sind die Schattenspender fürs Gewächshaus am Nachmittag. Das Carport und rechts dahinter die große Eiche. Die ist im Frühjahr blattlos und da kommt dann etwas länger die Sonne ins Gewächshaus. Im Carport seht ihr die noch auf milderes Klima wartenden Salat- und Kohlrabi-Pflanzen.
Blick in den Garten (c) by Joachim Wenk
Carport als Schattenspender für Gewächshaus und junge
Gemüsepflanzen
Im Gewächshaus wäre es jetzt zu heiß für die Gemüsepflanzen und hier im Carport stehen sie geschützt vor Wind, starkem Regen oder Hagel und direkter Sonne. Nur Mittags scheint die Sonne direkt hinein. Und tatsächlich habe ich dann heute in meiner Aussaattabelle nachgesehen, was gerade gesät werden muß.

Puh, den Rosenkohl hatte ich handschriftlich unten am Seitenrand dazugefügt und glatt vergessen zu sähen. Jetzt aber schnell. Korn für Korn ab in die Saatplatte. Für meinen Grünkohl ist es jetzt genau die rechte Zeit. Ich habe sonst immer den halbhohen Krauser gehabt. 6-8 Pflanzen lieferten Kohl genug für den Winter. Dieses Jahr probiere ich einmal die Lerchenzungen aus. Da ich jetzt nicht weiß, wie groß diese wirklich werden und wie viel Blattmasse sie haben werden, weiß ich auch nicht, wie viele Pflanzen ich ziehen muß. Lieber ein paar mehr, wie immer halt. Und ja, es ist sicher nicht üblich, bei diesen Temperaturen an Grünkohl mit geräucherter Bratwurst zu denken. Gut, dass es meine Aussaattabelle gibt, sonst hätte ich wohl wirklich nicht rechtzeitig gesät. Und wenn die Frühkartoffeln weg sind, soll er ja ihren Platz einnehmen. Salat und Kohlrabi habe ich auch wieder gesät und Brokkolie für die Herbsternte zum ersten Mal.

Gemüsepflanzen Kinderzimmer (c) by Joachim Wenk
Kinderzimmer im Carport

Ein wenig schade ist die große Hitze jetzt aber auch. Die Rosenblüten mögen sie nicht diese Wärme und halten sich nicht lange. Also muß ich sie erst recht jetzt bewundernd genießen. Meine Moosrose Captain John Ingram ist voller Blüten in einem sehr intensiven dunklen Weinrot.

Captain John Ingram (c) by Joachim Wenk
Captain John Ingram




Paul's Himalayan  Musk (c) by Joachim Wenk
Paul's Himalayan  Musk

Paul's Himalayan  Musk (c) by Joachim Wenk
Paul's Himalayan  Musk
Den Kartoffeln gefällt die Hitze auch nicht. Aber ich will jetzt nicht anfangen zu gießen. Das ginge nur über Beregnung und das bedeutet Gefahr für Braunfäule. Man muß ja keine schlafenden Hunde wecken. Ich bin froh wenn das Laub gesund ist. Vielleicht kommt ja noch ein Gewitter in den kommenden Tagen.

durstige Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
durstige Kartoffeln
Anderen macht die Hitze wiederum nichts. Meine Kübelpflanzen genießen sie.

Kübelpflanzen Sommerfrische (c) by Joachim Wenk
Kübelpflanzen in der Sommerfrische

Oder diese wundervollen weißen Blütenschirme entlang der Treppe hoch zum Haus. Und sie müssen nicht gegossen oder vor Schnecken geschützt werden. Sie sind einfach da und blühen. (für alle die jetzt rätseln. Ja! es ist Giersch)

blühender Giersch (c) by Joachim Wenk
pflegeleichte Blüten



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