Montag, 26. Mai 2014

Kompost-Tee im Biogarten

Vor einiger Zeit hatte ich von wurmwelten.de  ein Komposttee-Set erhalten. Wie ich damals schon geschrieben habe, kam es mir sehr recht. Ich hatte von Komposttee gehört und wollte ihn ausprobieren.

Am Wochenende war es so weit. Ich füllte bereits am Mittwoch Brunnenwasser in ein Regenfass, damit es sich erwärmen kann. Samstag morgen habe ich die angegebene Menge Melasse und Aktivator (Bentonit, Urgesteinsmehl, Algenkalk, Pflanzenkohle), welche beide mitgeliefert werden, im Wasser aufgelöst. Dann habe ich die Sprudelsteine an die Pumpe angeschlossen. Dank der bebilderten Anleitung ist das kein Problem. Sobald der Stecker in der Steckdose war, blubberte es munter vor sich hin in meiner Tonne.

Jetzt fehlte nur noch der Kommpost. Der wird ebenfalls mitgeliefert. Es handelt sich um Wurmhumus der von den gewünschten Mikroorganismen alle enthalten soll.

Für 15l Komposttee benötigt man 500g Kompost. Ich habe viel Fläche in meinem großen Garten und habe daher die fünf-fache Menge genommen. Den Kompost kann man bei kleineren Mengen in das enthaltene Vlies einschlagen. Ich habe ihn gleich in das Wasser gegeben und dann mehrmals den Tag über umgerührt.

Das Gebräu lässt man 24 Stunden vor sich hinblubbern. In der Zeit können sich die Organismen aus dem Kompost im  Wasser verteilen und dank der Melasse, die als Nährlösung dient und dem Sauerstoff, der hineingeblasen wird, gut vermehren.




Aktivator und Melasse für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Aktivator und Melasse für den Komposttee
Wurmhumus für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Wurmhumus für den Komposttee

Luftpumpe für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Luftpumpe für den Komposttee

Sprudelsteine für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Sprudelsteine für den Komposttee


Kompostee wird gebraut (c) by Joachim Wenk
Kompostee wird gebraut



Am nächsten Tag ist der Komposttee fertig. Jetzt kann er 1:5 verdünnt gegossen oder 1:10 verdünnt auf die Blätter gesprüht werden.

Ich habe ihn mit der Gießkanne im Gemüsegarten und einem Teil der Staudenbeete verteilt. Meine frisch gepflanzten Säulenobstbäume haben auch etwas abbekommen.

In der Anleitung steht, daß der Wurmhumus hierfür besonders gut geeignet ist, weil er "unter aeroben Bedingungen von den Kompostwürmern hergestellt wird". Man kann auch eigenen Kompost nehmen, der dann aber nicht diese Vielfalt an gewünschten Bakterien enthalten wird. Komposterde aus dem Baumarkt sollte nicht verwendet werden, weil sie die "falschen" Bakterien enthält, klärt mich die Anleitung auf.

Und ich habe noch etwas Komposterde aus dem Sack. Ich habe mir schon überlegt, ob ich die auch nehmen kann. Die hatte ich zur Bodenverbesserung meiner Baumpflanzungen gekauft. Ich hatte im Moment einfach keinen eigenen Kompost parat. Den fertigen Kompost habe ich im Frühjahr verteilt und der andere ist noch am Verrotten. Heute habe aus zwei Kompostbehältern die nur halb gefüllt waren, weil das Material ja stark zusammen sackt beim Verrotten, einen dafür ganz voll gefüllt. Ich brauche nämlich wieder einen leeren Behälter, so viel Material fällt im Moment an. Und beim Umschlichten meines Kompostes habe  ich zwei Dinge beobachtet. Erfreulich und nicht-erfreulich.

Es wimmelt nur so von Würmern in meinem Kompost. Das freut mich. Aber genauso wimmelt es von Engerlingen darin. Super-riesige, weiße Engerlinge. Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich gut und gerne zwei Hände voll davon entsorgt habe. Und das waren nur die, die ich beim Umschlichten gefunden habe! Wenn die ins Beet kommen, fressen sie mir wieder die Pflanzenwurzeln ab und ich habe mir die Arbeit des Vorziehens und Einpflanzens umsonst gemacht.

Gestern war das Wetter nicht ganz optimal aber doch gut genug um den Tee auszubringen. Er soll auf feuchten Boden kommen. Nur so haben die Organismen eine Chance in den Boden zu gelangen und dort weiter zu leben. Weil es gerade nicht regnet habe ich mit dem  Schlauch nachgeholfen. Das Gießen hat auch den Pflanzen genutzt.

Jetzt kann ich weiter nichts mehr machen als zu warten und auf die unsichtbaren Helfer Und auf ihre  Arbeit hoffen.

"Die Bakterien der Kompostwürmer sind sehr gut im binden von Nährstoffen in sogenannten Ton-Humus-Komplexen" und unterstützen Ihren Boden, lange nachdem die Kompostwürmer, bzw. der Komposttee weg sind."

So steht es in der Anleitung. Und weiter heißt es:

"Der Organische Dünger wird sich nicht so schnell bemerkbar machen wie mineralische Düngemittel, aber dafür wird der Effekt länger anhalten. Die Aktivierung der Bodenorganismen wird sich vor allem durch satteres grün, einen besseren Geschmack und weniger Schädlingsbefall bemerkbar machen."

Ich habe noch etwas Wurmhumus, den ich dunkel und feucht aufbewahre, damit ich noch einmal brauen kann. Im Internet habe recherchiert,. Man sollte ihn 5-7 mal im Abstand von einem Monat ausbringen und das zwischen April und September. Später dann genügen 1-2 mal im Jahr. Da ich noch immer dabei bin, Humus im Boden aufzubauen und einen gesunden Boden mit gesunden Pflanzen und weniger Schädlingen zu bekommen, freut es mich, auf den Komposttee gestoßen zu sein. Ich glaube damit eine einfache und effektive Methode dafür an der Hand zu haben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen