Samstag, 10. Mai 2014

Heute keine Gartenarbeit - nur Gartenlobhudelei.

Es ist Samstag Abend und ich  kann nichts aus meinem Garten berichten. Was ist denn da los?

Ganz einfach ein 40ster Geburtstag. Und weil ein Teil der Familie ohnehin wegen der morgigen Konfirmation angereist ist, wird ganz entspannt im Gasthaus gegessen und dann beim Konfirmanden Kaffee getrunken.


Der Garten war heute nur dazu da einfach schön zu sein und sich als Paradies zu zeigen. Nachmittags war es dann auch noch sonnig und wir konnten zwischen üppigem Mittagsmahl und üppiger Kaffeetafel den Garten zeigen und uns bewundern lassen. Ist ja auch mal schön.

Früh sind wir beizeiten aufgestanden, weil noch ein wenig vorzubereiten war. Zu dieser Jahreszeit fällt mir das Aufstehen nicht schwer. Es ist schon bald hell. Das leben tobt ums Haus herum. Am Dorfweiher die Enten, im Garten die Amseln, unterm Dach in der Isolation die Spatzen, am Dach die Schwalben, im Garten die Katzen und beim Nachbarn der Hahn. Erste Schlepper hört man Fahren.

Wenn ich aufstehe und aus dem Fenster sehe, erblicke rings ums Haus den von der Frische der Nacht erholten Garten. Besonders schön, wenn der Rasen wie jetzt frisch gemäht ist und alles wie geleckt aussieht. Da hält mich  nichts mehr im Bett. Wir frühstücken in aller Ruhe.

Dann geht einer in den Lebensmittelladen ein paar Häuser weiter, die bestellten Erdbeeren holen und der andere führt den Hund aus. Ich habe gestern schon die Böden für die ersten Erdbeerkuchen dieses Jahr gebacken. Wir stehen in der Küche und bei der Arbeit sehen wir immer den Garten. Es ist einfach ein Paradies. Und das bekommen wir heute, schmeichelhafter Weise noch ein paar Mal zu hören. Schön, daß wir es selbst auch so sehen und wirklich bewusst wahrnehmen. Wir genießen unser Leben am Land.

In Magazinen oder hier im Internet liest man immer wieder davon. Vom Landleben. Bücher gibt es darüber. Und früher habe ich das immer gelesen und mir gewünscht auch am Land in der Natur zu leben. Heute morgen erst habe ich im Internet wieder vom Landleben gelesen. Ich habe ein wenig geschmunzelt. Mir wurde einmal wieder klar, daß ich mitten darin bin. Im Landleben.

Mittags kommen die Eltern und wir gehen in die Gaststätte in der selben Straße. Man kennt sich, wird begrüßt. Wir sind nicht die einzige Gesellschaft. Es ist Samstag Mittag und die Gaststätte mit samt dem Saal ist ausgebucht. Zwei kleine Gesellschaften und eine große Hochzeitsgesellschaft. Erinnerungen werden wach. Vor 11 Monaten waren wir dort die Hochzeitsgesellschaft. Ein einzelner Gast quetscht sich bei uns an den Nebentisch an der Wand, so voll ist  es. Diese Gaststätte braucht sicher keine TV-Sendung zur Rettung ihrer Gaststättenexistenz.

Nach dem Essen laufen wir wieder zu bereits erwähnte Gartenlobhudelei.  Die Neffen spielen Fußball und oder Ballwurf mit Hund. Andere sitzen auf einer der Bänke im Garten. Wir holen kürzlich gefundene alte Fotos vom Garten früher heraus. Ein riesiger Birnbaum stand dort, wo in kürze unser neuer Hausbaum gepflanzt wird. Unseren Hüttenzauber gab es damals noch nicht. Noch nicht einmal seinen Vorgänger. Die Zeit rast und schon ist es an der Zeit zur Kaffeetafel aufzubrechen.

aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber
aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber


Das große Essen ist nun vorüber und wir gehen wieder Heim. Abends noch Beichtgottesdienst vor der Konfirmation morgen. Wir laufen zur Kirche. Vorbei an blühenden und gepflegten Gärten. Es riecht nach geschnittenem Buxbaum. Alles ist frisch und grün und saftig. Ich entdecke in fast jedem Garten meine neue Staude. Eine Flockenblume. Kürzlich im Baumarkt erstanden, blüht sie schon in meinem Staudenbeet.

Flockenblume (c) by Joachim Wenk
Flockenblume


Und Akeleien, wohin man sieht. In meinem Garten und in allen andere  Gärten auch.

ein paar meiner Akeleien und die Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
ein paar meiner Akeleien und die Marguerite Hilling


Wir kommen an unserem Gartenzaun vorbei und mein Blick fällt nun auch von außen auf meine Problemrose. Eine Marguerite Hilling. Eine robuste wüchsige Strauchrose. Sie steht im dritten Jahr dort am Zaun. Sie sollte durch ihn hindurchwachsen und draußen die Passanten mit Blüten begrüßen. Ein wenig den freien Blick in  das Grundstück bremsen und dafür sorgen dass eben nicht nur Unkraut am Zaun steht. Die Realität sieht anders aus. Sie wächst nicht. Vielleicht 40cm hoch. Ein einziger Trieb. Wenn ein zweiter kommt, stirbt er bald wieder ab und dieser eine ist auch nicht das blühenden Leben. Gibt es wohl einen Trick sie zum Wachsen zu bringen? Ich habe es mit Homöopathie versucht, mit Mulch und gießen im Sommer, gedüngt ist sie auch. Aber nichts hilft. Schade. Ich werde auf alle Fälle an den neuen Zaun, der im Juni montiert wird nochmals ein setzen. Vielleicht wächst die dann besser.

Für heute war's das dann aus dem Landgarten. Der Mai wird richtig anstrengend vor lauter Festen. Aber ich werde auch im Garten weiter vorankommen wollen und daher einiges tun. Es steht auch noch ein Projekt an mit Kompost, oder besser, was man daraus hilfreiches für den Garten machen kann. Seid gespannt und schaut wieder vorbei.

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