Montag, 19. Mai 2014

An Tagen wie diesem

Kennt ihr diese Tage? Man hat sich eigentlich garnichts besonderes vorgenommen und merkt doch bald: der Tag passt, der wird gut, das wird ein schöner Tag. Und am Ende des Tages fühlt sich alles gut und rund und stimmig an. Man bestimmte Dinge erledigt und andere eben nicht, aber es passt wie es ist.

Gestern war kein solcher Tag!

Ich hatte wahnsinnig viel vor. Alles mußte auch wirklich erledigt werden und ich habe fast alles auch geschafft. Aber ich war noch den ganzen Abend wie durch den Wind.  Die Gedanken, was zu tun ist und was umorganisiert werden muß drehten sich immer im Kreis in meinem Kopf. Vor lauter rennen und hudeln, stolperte ich dann abends schon über die eigenen  Füße und ganz tief in meinem Bauch und ganzen Körper fühlte ich dass es heute nicht rund und stimmig ist. Scheußlich solche Tage.

Wie kam es dazu? Naja der Wetterbericht sagt sehr warmes und schönes Wetter für diese Woche voraus. Das ist gut und freut mich. Allerdings sind die Tomaten noch nicht gepflanzt und Kohl- und Salatpflänzchen stehen noch in den Topfplatten und die Dahlien haben schon Blütenknospen. Und gestern hatte ich wegen unsere Geburtstagsfeier, die sehr schön war, keine Zeit für Gartenarbeit. Montag und Dienstag wirds auf der Arbeit spät. Also keine Gartenarbeit. Mittwoch habe ich wieder Zeit, aber bei 26°C und Sonne ist es auch nicht ideal die Tomaten und Gemüse auszupflanzen. Im Gewächshaus müssen die Topfplatten auch langsam leer werden, da es zu warm für das Gemüse wird. Nur ein paar Folgesaaten werde ich noch machen und gleich im Freien unterm Carportdach lassen. Heute Abend ist ebenfalls schon wieder ein Geburtstagstermin. Eigentlich so betrachtet war es ja  klar, daß der Tag nicht rund werden kann.

Jetzt warte ich einfach ab, irgendwann kommt ganz gewiß - da bin ich mir sicher - wieder einmal so ein überraschend schöner und runder Tag. Den werde ich dann ganz ruhig genießen und an den Bauchweh-Tag gestern denken.

Wenden wir uns den schöneren Dingen des Wochenendes zu.

Wir hatten uns zum Geburtstag einen neuen (zweiten) Schubkarren für den Garten und die Weiher gewünscht. Unsere Wünsche wurden erhört!

Geburtstagsgeschenk für Landgärtner (c) by Joachim Wenk
Geburtstagsgeschenk für Landgärtner
 Und weil das  Schild so schön passend ist, hat es auch sofort seinen Platz im Garten gefunden.

Landgarten Wegweiser ins Paradies (c)by Joachim Wenk
Wegweiser ins Paradies
Am Samstag haben wir tatsächlich unseren unfertigen Hüttenzauber eingeweiht. Da es ja noch unbeständig ist und gegen Abend kalt wird, haben wir schnell noch die Fenster und Türen eingebaut und konnten bis weit in die  Nacht warm und trocken sitzen und reden und feiern.

Nachmittags kam die Sonne und wir trugen spontan Tisch und Stühle und Bänke ins Freie. Dort saßen wir in kleinen Gruppen auf der Wiese und an dem mit letzten weißen Blüten geschmückten Fliederdickicht. Wir genossen Wein, Bier, Wasser oder Kaffee, redeten über Gott und die Welt. Schön war's. Abends dann zum Essen packten alle mit an und im Nu war wieder im Hüttenzauber aufgedeckt. Da der Kaminofen noch nicht angeschlossen ist, mußte ein alter Gasofen aushelfen. Warm war es sofort. Sehr warm. So ließ es sich aushalten.

Wenn dann alle heimgegangen sind, macht man einfach die Kerzen aus, die Türe zu und kann ins Bett gehen. Man kann alles stehen und liegen lassen, bis man am Nächsten Tag mehr Muße für die Aufräumarbeiten hat, als in der Nacht nach der Feier.

Am Nachmittag durfte ich natürlich auch wieder ein paar Führungen durch meinen paradiesischen Landgarten machen. Und bei einem solchen Rundgang behauptete eine Freundin doch glatt, daß etwas Braunes in die Erbsen gehuscht sei. Es ist hellichter Tag, der Hund im Garten und Nachbars Katzen. Da huscht doch tagsüber nichts vor den Augen des neugierigen Besuches durch den Garten. Oder?

Ich habe mich getäuscht. Es war tatsächlich ein kleiner Mitbewohner am Wuseln und Knabbern. Und er war nicht einmal besonders hektisch oder scheu.

Wer findet es?

Maus im Landgarten (c) by Joachim Wenk
etwas braunes huscht im Beet

Da ist es sie oder er oder es. Jeder sagt dabei sofort, da ist ja eine Maus. Ist es jetzt eine Maus oder eine Spitzmaus. Süß ist sie jedenfalls.

Maus im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Maus im Landgarten 

Sonntag schließlich bei milden Temperaturen, bedecktem Himmel und keinem Wind habe ich einen ganzen Schwung Weißkohl und Rotkohl sowie ein paar Kohlrabi und Salat gepflanzt. Jetzt ist der Platz zu Ende und noch einige Pflanzen in den Saatschalen. Wunderbare Pflanzen,  nur mit der Anzahl das sollte ich wohl noch etwas üben....

Die Tomaten habe ich auch an mein neues Stützgerüst für Tomaten gepflanzt. Gleich als die erste Tomate in der Erde war dachte ich mir, daß es wohl noch Nachbesserungsbedarf gibt.

Ich habe die schon schön gewachsenen Pflanzen tief gesetzt. In den Erdaushub habe immer noch etwas Hornmehl gemischt, bevor ich damit das Pflanzloch wieder gefüllt habe. Um Brennesseln zu sammeln und zu zerhacken hatte ich ja wegen des  Streß-Tages keine Zeit. Damit habe ich aber auch gute Erfahrungen gemacht. In dem Jahr mit Brennesseln im Pflanzloch, die ja auch eine Stickstoffdüngüng darstellen, hatte ich sehr schöne Tomaten.

Die meisten der frisch gepflanzten Tomaten ragen schon über die ersten Stützschnüre, durch die ich sie hindurchgefädelt und mit Clips befestigt habe, hinaus. Bei diesem Anblick freute ich mich über meine schönen Tomatenpflanzen. Was aber ist wenn wieder Wind aufkommt? Starker Wind, wie vergangen Woche? Dann knickt der mir doch die Pflanzen oberhalb der horizontalen Schnur ab. Das wäre sehr unschön. Gleich habe mein Gerüst verbessert. Am Platz einer jeden Tomate (16 Stück, mehr Platz ist nicht vorhanden) habe ich eine weitere Schnur senkrecht von der obersten zur untersten Schnurreihe gefädelt und geknotet. Jetzt konnte ich die Tomatenspitzen, die über die horizontalen Schnüre hinaus ragen, an der senkrechten Schnur fixieren und der Wind kann sie nicht mehr abbrechen.

So sieht das Ganze dann fertig aus.

Tomaten im Biogarten am Stützgestell (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Tomaten am neuen Stütz-Gestell
Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus

Drei Tomaten konnte ich noch im Gewächshaus verteilen. Jetzt ist dann aber Schluß. Lediglich an der Stirnseite kommen noch die Schlangengurken hin. Dazu muß der Tisch dann raus, wenn die Blümchen in den Topfplatten darauf ausgepflanzt sind. Aber ich komme schon wieder in Gartenstress in meinen Gedanken. Das will ich ja nicht. Ich warte einfach den Mittwoch ab, da habe wieder etwas Zeit für meinen Garten. Die Aufgabenliste habe ich am "unrunden" Sonntag ja bereits erstellt. Das hilft mir an solchen Tagen wenigstens etwas Ruhe in meine Gedanken zu bekommen. Alles was noch gemacht werden muß und nicht jetzt gleich erledigt werden kann aufschreiben und dann, sobald Zeit ist nach und nach erledigen und stolz abhaken. So kommt wieder Ruhe in mich.



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