Donnerstag, 29. Mai 2014

Die unbekannte Schöne und das italienische Pink.

Die "Unbekannte" ist für mich seit vielen Jahren dann doch mittlerweile eher eine gute alte Bekannte. Unbekannt ist mir lediglich ihr Name. Es ist wohl einfach eine Wildrose.

Unsere gemeinsame Zeit begann 1996 am Gardasee. Bei einer Mountainbiketour am Monte Stivo sah ich am Wegesrand eine sehr schöne Rose stehen. Ich nahm eine Hagebutte mit und säte daheim dann die Kerne darin aus.

Hier kommt sie her die unbekannte Schöne. Der Monte Stivo am Gardasee.

Monte Stivo (c) by Joachim Wenk
Monte Stivo

Monte Stivo (c) by Joachim Wenk
Monte Stivo 

Damals noch im Hinterhofgarten in Töpfen und Kübeln hegte und pflegte ich sie einige Jahre. Blüten hatte sie nie. Irgendwann, als auch die Erinnerungen an diese schöne Tour begannen zu verblassen, pflanzte ich sie in unsern Garten auf dem Feld. Im Kübel wollte oder konnte sie nicht recht gedeihen. Aber auch dort wurde sie schließlich eher kleiner und nicht größer und prächtiger. Blüten konnte ich nie bewundern.

Als wir dann schließlich 2011 in unseren Garten hier einzogen wanderten vom Feldgarten ein paar Pflanzen mit. Die Rose gehörte dazu. Ich pflanzte sie an den Zaun.

Schon bald konnte ich ein ungeahntes Wachstum beobachten. Seit letztem Jahr schmückt sie sich im Frühjahr mit diesen bezaubernden Wildrosenblüten.

Ich bin auch diesmal wieder absolut entzückt von der Farbe. Ich habe noch ein paar Wildrosen aufgegangen durch Selbstaussaat im Garten. Diese habe auch sehr schöne blass-rosa Blüten.

Die Blüten der italienischen Schönheit allerdings sind einen Tick anders. Es ist kein blasses Rosa sondern ein eher blasses pink. Jedenfalls farbintensiver, vielleicht italienisch-farbiger als so eine normale fränkische Wildrose.

Und im Herbst die Hagebutten sind auch anders als unsere. Viel dicker und Kugelrund. Bei Rauhreif mit hübschen weißen Punkten an den "Stacheln" auf den Hagebutten versehen.

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee 

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee
Hier einmal zum Vergleich die Blüten einer meiner anderen Wildrosen. Ein sehr vornehmes und blasses Rosa. 


Wildrose (c) by Joachim Wenk
Wildrose

Das sind die Hagebutten der unbekannten Schönen.

Hagebutten (c) by Joachim Wenk
Hagebutten


Dienstag, 27. Mai 2014

Gestern habe ich über Komposttee berichtet. Mein Gartenboden ist, was auch die Bodenanalysen im Frühjahr bestätigten, noch verbesserungsfähig. Nichts desto trotz wachsen viele Pflanzen zu meiner Freude recht gut. Und noch mehr freue ich mich, wenn immer mehr und überall sich Blüten zeigen. Als ich den Garten übernahm gab es bis auf Akeleien und blühende Sträucher  fast nichts mehr, was mich mit bunten Blüten hätte erfreuen können. Das ändert sich und jedes Jahr werden es mehr. Ich träume von einem blühenden Garten von Frühjahr bis zum Herbst.

Ein paar meiner Blüten will ich euch heute zeigen:

Mohn (c) by Joachim Wenk
Mohn

Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Katzenminze

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Färberkamille

Purpur-Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Purpur-Witwenblume

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel
 Und hier sitze ich, sitzen wir, wenn wir Pause machen und einen Kaffee trinken. Eine unserer Sitzgelegenheiten im Garten. Die Bänke sind leicht und könne je nach Sonnenstand umhergetragen werden. Hier ist auch noch Platz für lieben Besuch.
Kaffeepausen-Sitzgelegenheit (c) by Joachim Wenk
Kaffeepausen-Sitzgelegenheit
 Und das sehen wir, wenn wir Pause machen. Wenn (!) wir Pause machen....
Blick in den Garten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Garten

Montag, 26. Mai 2014

Kompost-Tee im Biogarten

Vor einiger Zeit hatte ich von wurmwelten.de  ein Komposttee-Set erhalten. Wie ich damals schon geschrieben habe, kam es mir sehr recht. Ich hatte von Komposttee gehört und wollte ihn ausprobieren.

Am Wochenende war es so weit. Ich füllte bereits am Mittwoch Brunnenwasser in ein Regenfass, damit es sich erwärmen kann. Samstag morgen habe ich die angegebene Menge Melasse und Aktivator (Bentonit, Urgesteinsmehl, Algenkalk, Pflanzenkohle), welche beide mitgeliefert werden, im Wasser aufgelöst. Dann habe ich die Sprudelsteine an die Pumpe angeschlossen. Dank der bebilderten Anleitung ist das kein Problem. Sobald der Stecker in der Steckdose war, blubberte es munter vor sich hin in meiner Tonne.

Jetzt fehlte nur noch der Kommpost. Der wird ebenfalls mitgeliefert. Es handelt sich um Wurmhumus der von den gewünschten Mikroorganismen alle enthalten soll.

Für 15l Komposttee benötigt man 500g Kompost. Ich habe viel Fläche in meinem großen Garten und habe daher die fünf-fache Menge genommen. Den Kompost kann man bei kleineren Mengen in das enthaltene Vlies einschlagen. Ich habe ihn gleich in das Wasser gegeben und dann mehrmals den Tag über umgerührt.

Das Gebräu lässt man 24 Stunden vor sich hinblubbern. In der Zeit können sich die Organismen aus dem Kompost im  Wasser verteilen und dank der Melasse, die als Nährlösung dient und dem Sauerstoff, der hineingeblasen wird, gut vermehren.




Aktivator und Melasse für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Aktivator und Melasse für den Komposttee
Wurmhumus für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Wurmhumus für den Komposttee

Luftpumpe für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Luftpumpe für den Komposttee

Sprudelsteine für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Sprudelsteine für den Komposttee


Kompostee wird gebraut (c) by Joachim Wenk
Kompostee wird gebraut



Am nächsten Tag ist der Komposttee fertig. Jetzt kann er 1:5 verdünnt gegossen oder 1:10 verdünnt auf die Blätter gesprüht werden.

Ich habe ihn mit der Gießkanne im Gemüsegarten und einem Teil der Staudenbeete verteilt. Meine frisch gepflanzten Säulenobstbäume haben auch etwas abbekommen.

In der Anleitung steht, daß der Wurmhumus hierfür besonders gut geeignet ist, weil er "unter aeroben Bedingungen von den Kompostwürmern hergestellt wird". Man kann auch eigenen Kompost nehmen, der dann aber nicht diese Vielfalt an gewünschten Bakterien enthalten wird. Komposterde aus dem Baumarkt sollte nicht verwendet werden, weil sie die "falschen" Bakterien enthält, klärt mich die Anleitung auf.

Und ich habe noch etwas Komposterde aus dem Sack. Ich habe mir schon überlegt, ob ich die auch nehmen kann. Die hatte ich zur Bodenverbesserung meiner Baumpflanzungen gekauft. Ich hatte im Moment einfach keinen eigenen Kompost parat. Den fertigen Kompost habe ich im Frühjahr verteilt und der andere ist noch am Verrotten. Heute habe aus zwei Kompostbehältern die nur halb gefüllt waren, weil das Material ja stark zusammen sackt beim Verrotten, einen dafür ganz voll gefüllt. Ich brauche nämlich wieder einen leeren Behälter, so viel Material fällt im Moment an. Und beim Umschlichten meines Kompostes habe  ich zwei Dinge beobachtet. Erfreulich und nicht-erfreulich.

Es wimmelt nur so von Würmern in meinem Kompost. Das freut mich. Aber genauso wimmelt es von Engerlingen darin. Super-riesige, weiße Engerlinge. Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich gut und gerne zwei Hände voll davon entsorgt habe. Und das waren nur die, die ich beim Umschlichten gefunden habe! Wenn die ins Beet kommen, fressen sie mir wieder die Pflanzenwurzeln ab und ich habe mir die Arbeit des Vorziehens und Einpflanzens umsonst gemacht.

Gestern war das Wetter nicht ganz optimal aber doch gut genug um den Tee auszubringen. Er soll auf feuchten Boden kommen. Nur so haben die Organismen eine Chance in den Boden zu gelangen und dort weiter zu leben. Weil es gerade nicht regnet habe ich mit dem  Schlauch nachgeholfen. Das Gießen hat auch den Pflanzen genutzt.

Jetzt kann ich weiter nichts mehr machen als zu warten und auf die unsichtbaren Helfer Und auf ihre  Arbeit hoffen.

"Die Bakterien der Kompostwürmer sind sehr gut im binden von Nährstoffen in sogenannten Ton-Humus-Komplexen" und unterstützen Ihren Boden, lange nachdem die Kompostwürmer, bzw. der Komposttee weg sind."

So steht es in der Anleitung. Und weiter heißt es:

"Der Organische Dünger wird sich nicht so schnell bemerkbar machen wie mineralische Düngemittel, aber dafür wird der Effekt länger anhalten. Die Aktivierung der Bodenorganismen wird sich vor allem durch satteres grün, einen besseren Geschmack und weniger Schädlingsbefall bemerkbar machen."

Ich habe noch etwas Wurmhumus, den ich dunkel und feucht aufbewahre, damit ich noch einmal brauen kann. Im Internet habe recherchiert,. Man sollte ihn 5-7 mal im Abstand von einem Monat ausbringen und das zwischen April und September. Später dann genügen 1-2 mal im Jahr. Da ich noch immer dabei bin, Humus im Boden aufzubauen und einen gesunden Boden mit gesunden Pflanzen und weniger Schädlingen zu bekommen, freut es mich, auf den Komposttee gestoßen zu sein. Ich glaube damit eine einfache und effektive Methode dafür an der Hand zu haben.

Der Garten im Mai ist wirklich harte Arbeit

Eine Woche harte Arbeit.  Gärtnern im Mai ist wirklich heftig. Seit einer Woche bin ich am Rödeln. Die Eisheiligen sind vorbei, ich habe (viel zu viel) Gemüsepflanzen vorgezogen und kommende Woche habe ich berufsbedingt eigentlich keine Zeit für den Garten. Das bedeutet Arbeit. Und heute habe ich sie fürs Erste erfolgreich zu Ende gebracht.

Was ich gemacht habe könnt ihr erahnen, wenn ihr das Foto hier anseht.

eine Woche Auspflanztätigkeiten (c) by Joachim Wenk
1 Woche Auspflanztätigkeiten
Seit über einer Woche bin ich beim Auspflanzen. Tomaten, Lauch, Salat, Weißkraut und Rotkohl, Dahlien und Tagetes, Stockrosen oder Kürbisse. Alles wollte ins Freie. Heute habe ich, als alles gepflanzt war, von der Nachbarin noch Fingerhüte bekommen. Das war dann das Letzte, was ich gepflanzt habe. Jetzt ist aber erst mal Schluß!

Die Töpfe und Saatschalen habe ich gespült und aufgehoben. Neuen Salat und Kohlrabi allerdings habe ich in größere Saatschalen schon wieder umgepflanzt. Die sind dann später dran mit Auspflanzen. Zusätzlich natürlich habe ich Bohnen (Blauhilde) und Buschbohnen gesät. Jetzt bin ich gespannt, wie alles wächst.

Momentan ist es einfach nur paradiesisch, im Garten zu sein. Alles wächst und gedeiht. Die Stauden und Rosen haben Knospen allüberall. Manche Rosen blühen bereits und verbreiten schon den süßen Rosenduft weit um sich herum Hierzu gehört die Damaszener Rose "Rose de Resht". Die Knospen der Moosrose "Captain John Ingram" brauchen noch eine weile. Hier finde ich einen anderen Duft überraschend und sehr angenehm. Ihre Knospen riechen vor allem beim Berühren eher harzig, aber doch rosig-frisch. Eine meiner Lieblingsrosen die  Zentifolie "Pompon de Bourgogne" ist in voller Blüte. Ein Rausch an kleine rosa Blütchen mit unerwartet starkem Duft bei doch sehr kleinen Blüten an kleinem Strauch. Die Knospen sind für mich die schönsten Rosenknospen, die es gibt.

Meine Rambler-Rosen sind prächtig gediehen. "Paul`s  Himalayan Musk" steht im dritten Sommer am Walnußbaum und legt richtig los. Neue Triebe kommen einer nach dem anderen und wenn man in den Baum hochschaut ist man schon jetzt einfach nur hin und weg. Unzählige Blütenknospen stehen wie Kandelaber in  ungeheurer Zahl senkrecht nach oben und warten darauf aufzugehen. Dann wird sicher alles weiß sein. Ich bin so gespannt. Das ist ihre erste Blüte dieses Jahr. "

"Rose Maie Vieaud" habe ich letztes Jahr im Frühjahr gepflanzt und schon dieses Jahr hat sie Knospen. Sie soll gefüllt in einem dunklen Lila erblühen.  Was bin ich gespannt auf diese Farbe.

"Snowflake" steht seit letztem Herbst an der  Scheune und auch sie hat ihre ersten Knospen. Weiß mit gelber Mitte sollen sie werden. Ich komme aus dem Staunen und der Spannung und Vorfreude garnicht mehr hinaus.

Mittlerweile erholt und auch mit vielen Knospen geschmückt hat sich die Gallica Rose "Empress Josephine". Nicht erholt und weiter vor sich hin kümmern tut Heckenrose "Marguerite Hilling". Im Frühjahr 2012 als wurzelnackte Rose bekommen. Dann kam, da es ein sehr langer Winter war eine super knackige Frostperiode so dass ich sie noch liegen lassen mußte. Irgendwie hat ihr das Ganze nicht behagt. Alle mit ihr zusammen gelieferten Rosen kümmerten und wuchsen nicht. Eine ist mittlerweile ganz kaputt und ausgetauscht. Auch eine weiter Lieferung wurzelnackter Rosen ist noch immer am überlegen, ob sie wachsen sollen oder nicht. Die Rosen, die ich im Herbst gepflanzt habe, mit Wurzelballen sind von Anfang an gesund und wüchsig. Das ist mir seither eine Lehre.

Für heute verabschiede ich mich mit Impressionen aus meinem Landgarten. Morgen berichte ich über den Komposttee, den ich ebenfalls heute ausgebracht habe.


Kandelaber der Blütenknospen von Paul's Himalayan Musk (c)  by Joachim Wenk
Kandelaber der Blütenknospen von Paul's Himalayan Musk

Knospen "Empress Josephine" (c) by Joachim Wenk
Knospen "Empress Josephine"

Rose de Resht (c) by Joachim Wenk
Rose de Resht

Die Frühkartoffeln haben bereits Knospen angesetzt. Wahnsinn, wie früh alles dieses Jahr ist. Da ich mittlerweile aber Kartoffeln zum Essen kaufen muß, bin ich froh darum und warte sehnsüchtig auf die neuen eigenen. Ganz neue  Sorten noch dazu, das macht das Warten doppelt spannend.

Gemüsebeet im Schneckenzaun mit Frühkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im Schneckenzaun mit Frühkartoffeln


Lagerkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Lagerkartoffeln

Meerrettich, Melde und gesäte Buschbohnen (c) by Joachim Wenk
Meerrettich, Melde und gesäte Buschbohnen


Kohl und Salat und Lauch (c) by Joachim Wenk
Kohl und Salat und Lauch

Kohl, Erbsen, Schnittlauch und Kürbis (c) by Joachim Wenk
Kohl, Erbsen, Schnittlauch
und Kürbis heut gepflanzt


Blüten der Ackerbohnen oder Puffohnen (c) by Joachim Wenk
Blüten der Ackerbohnen oder Puffohnen
 Meine Zucchini sind mir irgendwie nicht gelungen. Drei sehr zierliche Pflänzchen habe ich ausgepflanzt. Hoffentlich werden die etwas, sonst muß ich jetzt noch nachsähen.
Salat und rechts neben dem Spinat  Zucchini (c) by Joachim Wenk
Salat und rechts neben dem Spinat
Zucchini

Kohl zwischen Tomaten (c) by Joachim Wenk
Kohl zwischen Tomaten


Blauwschokker Erbsen (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker Erbsen










Donnerstag, 22. Mai 2014

Vorstellungsrunde: meine liebsten Gartengeräte

Der Sonntag ist verarbeitet und fast vergessen. Gestern hatte ich wieder mehr Zeit und keine weiteren Termine. Ich konnte mich ausgiebig und in Ruhe meiner Gartenarbeit widmen.

Nein, so ein Tag wie den Sonntag brauche ich so schnell nicht mehr. Aber fast alle Arbeiten, die ich am Sonntag auf meine Aufgabenliste setzen musste habe ich heute ordentlich erledigt. Es war sogar noch Zeit Hefewaffeln zu backen, Erdbeeren  und Sahne zu besorgen und die Eltern zum Kaffee zu empfangen. Sie genossen das herrliche Wetter im Garten. Ich erledigte meine Arbeiten und dann gab es herrliche Waffeln mit Sahne und gezuckerten Erdbeeren zum Kaffee. Ein Traum!

Er hier ist natürlich auch nicht leer ausgegangen. Dafür hat er schon gesorgt....

Labradormischling (c) by Joachim Wenk
Max


Die meiste Zeit habe ich heute mit dem Gießen verbracht. Es ist so trocken und heiß. Meine frisch gepflanzten Gemüse, Blumen und Dahlien und Bäume brauchten eine ordentliche Portion erfrischendes und labendes Brunnenwasser.

Es steht alles prächtig im Garten. Toi Toi Toi, ich hatte keinen weiteren Engerlingschaden mehr. Scheinbar hält es sich doch in Grenzen. Und die Schnecken sind auch (noch?) recht harmlos dieses Jahr. Das gibt mir wieder Zuversicht und Freude an meinem Garten. Von daher ist die Hitze und Trockenheit eigentlich garnicht so schlecht. Den Schnecken wird das ordentlich missfallen.

Und weil ich heute zwar viel geschafft habe, es aber nicht so wahnsinnig fotogen war, habe ich eine andere Idee, die ich schon länger verfolge.

Ich stelle heute einmal meine wichtigsten, hilfreichsten und für mich wertvollsten Gartengeräte persönlich vor. Immer wieder habe ich Fotos gesammelt und heute auch noch welche gemacht. Eines wird euch auffallen. Im Gegensatz zu den vielen schönen Gartenmagazinen bilde ich meine Geräte so ab, wie ich sie verwende. Ich zeige keinen nagelneuen sauberen Geräte, die noch nie einen Garten erlebt haben, dafür aber hübsch dekoriert sind. Und ich zeige nur Geräte, ihr werde es ihnen ansehen, die auch praxiserprobt sind. Kein Schnickschnack oder Firlefanz.

Also Vorhang auf, hier sind sie. Meine liebsten Gartengeräte:

Mein multifunktionaler Bollerwagen. Das erste Jahr hatte ich ihn noch nicht. Nur einen Schubkarren konnte ich verwenden. Aber der ist unpraktisch für all die vielen Transporte, wie ihr hier zwei Beispiele seht.

Die Kübelpflanzen sind im Schubkarren nicht zu transportieren. Sie kippen um, kippen raus, gehen kaputt. Der Sackkarren ist hier auch keine gute Lösung. Bollerwagen ohne Seitenwände funktioniert prächtig.

In einem großen Garten  hat man weite Wege. Das wird einem erst bewusst, wenn man die immer laufen muß. Und oft muß man einiges an Gerätschaften an eine Stelle transportieren. Zum Beispiel hier alles, um die Geranien in den Trog zu pflanzen. Auch das kann man auf dem Bollerwagen - hier mit den Seitenwänden - ganz bequem transportieren und muß nicht mehrmals laufen .

Bollerwagen Bananentransport (c) by Joachim Wenk
Bollerwagen zum Bananentransport

Bollerwagen zum Gerätschaften transportieren (c) by Joachim Wenk
Bollerwagen zum Gerätschaften transportieren
 Ach ja. Hier meine Umgrabehilfe. Eine benzinbetriebene Motorhacke. Klein, kräftig, ausdauernd. Die haben wir schon so viele Jahre und in allen unseren Gärten gehabt. Was ich mit der schon Wiesen- oder Rasenfläche in Gemüsebeete umgewandelt habe. Und hier im Herbst und Frühjahr oder vor der Pflanzung im Mai, schnell noch mal durch die Beete gefahren. Wunderbar. Auch Wicken oder Ölrettich und sonstigen Gründünger einarbeiten ist kein Problem.  Ich bin doch ein von Natur aus fauler Mensch und mache mir nicht gern unnötig Arbeit. Umgraben sehe ich als solche an.  Also Umgraben mit dem Spaten. Mit der Hacke ist es kein Problem und daher möchte ich sie nicht mehr missen. Und wenn der Motor richtig eingestellt ist ( gerade muß sie einmal wieder zum Kundendienst) dann bin ich immer wieder fasziniert, welche Kraft der kleine Motor hat. Egal wie voller Unkraut und Lehm unten die Hacken sind oder wie schwer der Boden ist. Der Motor stirbt niemals ab und arbeitet unaufhörlich.

kleine Motorhacke (c) by Joachim Wenk
kleine Motorhacke
Wenn der Boden schon vorgelockert ist und im alltäglichen Pflanz -und Sähgeschäft kommt sie hier zum Einsatz, meine Grabegabel. Sie ist glaube ich noch älter als die Motorhacke und begleitet mich schon seit sehr sehr vielen Jahren. Ich möchte eine Reihe Buschbohnen sähen oder meinen Kohl pflanzen? Mit dem Zollstock wird gemessen, mit der Gärtnerschnur an Eichenholzstäben (meine diesjähre neue Errungenschaft) markiere ich die Reihe und dann wird einmal mit der Grabegabel mittig der Schnur entlang gelockert. Eventuell dort wachsendes Unkraut kann dann leicht herausgezogen werden. Und schon kann es los gehen das Sähen und Pflanzen.
Grabegabel, Gärtnerschnur und Zollstock
Grabegabel, Gärtnerschnur
und Zollstock





Gärtnerschnur mit  Eichenholzstäben (c) by Joachim Wenk
Gärtnerschnur mit
 Eichenholzstäben
Und wenn der Boden also von Grabegabel oder Motorhacke gelockert ist, sagte ich eben, daß es gleich losgehen kann. Ich muß aber natürlich noch meine mehrmals die Woche eingesetzten Handpflug erwähnen. Wenn ich sähe, so ziehe ich entlang der Gärtnerschnur die Saatrille immer mit dem Pflug. Unersetzlich ist er für den ursprünglich erworbenen Zweck, das  Stecken der Kartoffeln und das Anhäufeln.

Hier ziehe ich links und rechts der Gärtnerschnur eine möglichst tiefe Rille. Zwischen den beiden Gräben ergibt sich schon ein Hügel, der mit einem Rechen noch verbessert wird, bevor die Kartoffeln in den Wall gesetzt werden.

Diesjahr habe es aber einmal anders gemacht. Ich habe den  Graben gezogen und in den Graben die vorgekeimten Kartoffeln gesteckt. Danach bin ich links und rechts davon mit dem Pflug durchgegangen und habe wie oben beschrieben die zwei Gräben gezogen, daß sich der Wall zwischen ihnen und nun genau über den bereits gelegten Kartoffeln beginnt abzuzeichnen.

Dann habe ich gewartet, bis die Kartoffeln sichtbar waren und zog nun wieder zwischen den Wällen mit dem Pflug hindurch. Die Erde wurde gelockert und schon zur Seite geschoben. Danach wird sie mit dem Rechen hochgezogen und es entstehen schöne Kartoffelbeete.

Handpflug (c) by Joachim Wenk
Handpflug

Der hier ist neu in diesem  Jahr. In einem  Gartenmagazin las ich von einem permanenten Eimer im Garten in den man laufend das doch immer wieder gesichtete und ausgerissene Unkraut geworfen wird. Man muß nicht mit jedem Büschel extra zum Kompost laufen oder es zum Nachbarn hinüber werfen. Und als ich bei den Blumentöpfen und Schalen den alten Eimer hier sah, war mir sofort klar, wohin er gehört. Das ist wirklich ungemein praktisch. Man sieht doch unentwegt, selbst wenn man nur schnell etwas Schnittlauch abschneiden geht wieder Unkraut. Jetzt ist es schnell ausgerupft, in den Eimer geworfen und der Fall ist erledigt.


Unkrauteimer (c) by Joachim Wenk
Unkrauteimer 

Ob ihr es glaubt oder nicht. Ja ich kehre in meinem Gemüsegarten. Wie ihr seht, bestehen meine Wege aus Betonplatten und im Laufe eines Gartentages sammelt sich darauf immer Erde, Mulch, Unkraut an.  Die letzte, tagesabschließende Arbeit im Gemüsegarten ist dann das kehren der Wege. Danach sieht alles wieder ordentlich aus und ist eine Augenweide, die ich dann aber auch genieße.

Besen für die Wege (c) by Joachim Wenk
Besen für die Wege 

So wie der Eimer ein festes Mobiliar im Gemüsegarten ist, trage ich diese beiden hier stets in der Hosentasche. Eine kleine Rosenschere und eine kleine Schaufel. Die braucht man doch wirklich immer und überall, zu jeder Jahreszeit und in jeder Ecke des Gartens. Und immer zu den Gartengeräten laufen, wenn ich einmal schnell was abzwicken möchte oder eine Pflanze ausgraben muß. wäre viel zu umständlich.

Natürlich besitze ich, wie ihr erkennen könnt auch eine normalgroße Pflanzkelle.

Minirosenschere und Minischaufel für die Hosentasche (c) by Joachim Wenk
Minirosenschere und Minischaufel
für die Hosentasche
Pflanzkellen und Rosenschere (c) by Joachim Wenk
Größenvergleich
Eine Sache muß ich auch unbedingt noch erwähnen. Meine automatische Bewässerung. Ohne die wäre bei meinen möglichen Zeiten die vielen Töpfchen von Hand zu bewässern keine Kübelpflanze im Garten. Ich habe die Bewässerung schon damals im Hinterhof gehabt und nun im neuen Haus ergänzt und erweitert. Viele Tropfer sind aber noch aus den Anfangszeiten (nicht die abgebildeten).  Dieses System ist unwahrscheinlich langlebig, pflegeleicht und zuverlässig. Selten erlebt man so ein hochwertiges Produkt. Hier habe ich den zugehörigen batteriebetriebenen Bewässerungs"computer" dazu geschaltet und kann so auch beruhigt in den Urlaub fahren. Meine Kübelpflanzen zumindest werden immer richtig bewässert. Auch die Flüssigdüngung selbst mit der dickflüssigen Melasse funktioniert automatisch und problemlos.


automatische Bewässerung für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
automatische Bewässerung für Kübelpflanzen



automatische Bewässerung für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
automatische Bewässerung für Kübelpflanzen 

Und hier kommt es her das viele Wasser, welches man in den heißen und trockenen fränkischen Sommern so dringend und reichlich im Garten benötigt. Was bin ich froh um diesen sehr sehr sehr tiefen Brunnen mit Hauswasserwerk. Er speist alle Hähne im Garten und liefert zuverlässig frisches chlorfreies Brunnenwasser.

Hausbrunnen (c) by Joachim Wenk
Hausbrunnen




Montag, 19. Mai 2014

An Tagen wie diesem

Kennt ihr diese Tage? Man hat sich eigentlich garnichts besonderes vorgenommen und merkt doch bald: der Tag passt, der wird gut, das wird ein schöner Tag. Und am Ende des Tages fühlt sich alles gut und rund und stimmig an. Man bestimmte Dinge erledigt und andere eben nicht, aber es passt wie es ist.

Gestern war kein solcher Tag!

Ich hatte wahnsinnig viel vor. Alles mußte auch wirklich erledigt werden und ich habe fast alles auch geschafft. Aber ich war noch den ganzen Abend wie durch den Wind.  Die Gedanken, was zu tun ist und was umorganisiert werden muß drehten sich immer im Kreis in meinem Kopf. Vor lauter rennen und hudeln, stolperte ich dann abends schon über die eigenen  Füße und ganz tief in meinem Bauch und ganzen Körper fühlte ich dass es heute nicht rund und stimmig ist. Scheußlich solche Tage.

Wie kam es dazu? Naja der Wetterbericht sagt sehr warmes und schönes Wetter für diese Woche voraus. Das ist gut und freut mich. Allerdings sind die Tomaten noch nicht gepflanzt und Kohl- und Salatpflänzchen stehen noch in den Topfplatten und die Dahlien haben schon Blütenknospen. Und gestern hatte ich wegen unsere Geburtstagsfeier, die sehr schön war, keine Zeit für Gartenarbeit. Montag und Dienstag wirds auf der Arbeit spät. Also keine Gartenarbeit. Mittwoch habe ich wieder Zeit, aber bei 26°C und Sonne ist es auch nicht ideal die Tomaten und Gemüse auszupflanzen. Im Gewächshaus müssen die Topfplatten auch langsam leer werden, da es zu warm für das Gemüse wird. Nur ein paar Folgesaaten werde ich noch machen und gleich im Freien unterm Carportdach lassen. Heute Abend ist ebenfalls schon wieder ein Geburtstagstermin. Eigentlich so betrachtet war es ja  klar, daß der Tag nicht rund werden kann.

Jetzt warte ich einfach ab, irgendwann kommt ganz gewiß - da bin ich mir sicher - wieder einmal so ein überraschend schöner und runder Tag. Den werde ich dann ganz ruhig genießen und an den Bauchweh-Tag gestern denken.

Wenden wir uns den schöneren Dingen des Wochenendes zu.

Wir hatten uns zum Geburtstag einen neuen (zweiten) Schubkarren für den Garten und die Weiher gewünscht. Unsere Wünsche wurden erhört!

Geburtstagsgeschenk für Landgärtner (c) by Joachim Wenk
Geburtstagsgeschenk für Landgärtner
 Und weil das  Schild so schön passend ist, hat es auch sofort seinen Platz im Garten gefunden.

Landgarten Wegweiser ins Paradies (c)by Joachim Wenk
Wegweiser ins Paradies
Am Samstag haben wir tatsächlich unseren unfertigen Hüttenzauber eingeweiht. Da es ja noch unbeständig ist und gegen Abend kalt wird, haben wir schnell noch die Fenster und Türen eingebaut und konnten bis weit in die  Nacht warm und trocken sitzen und reden und feiern.

Nachmittags kam die Sonne und wir trugen spontan Tisch und Stühle und Bänke ins Freie. Dort saßen wir in kleinen Gruppen auf der Wiese und an dem mit letzten weißen Blüten geschmückten Fliederdickicht. Wir genossen Wein, Bier, Wasser oder Kaffee, redeten über Gott und die Welt. Schön war's. Abends dann zum Essen packten alle mit an und im Nu war wieder im Hüttenzauber aufgedeckt. Da der Kaminofen noch nicht angeschlossen ist, mußte ein alter Gasofen aushelfen. Warm war es sofort. Sehr warm. So ließ es sich aushalten.

Wenn dann alle heimgegangen sind, macht man einfach die Kerzen aus, die Türe zu und kann ins Bett gehen. Man kann alles stehen und liegen lassen, bis man am Nächsten Tag mehr Muße für die Aufräumarbeiten hat, als in der Nacht nach der Feier.

Am Nachmittag durfte ich natürlich auch wieder ein paar Führungen durch meinen paradiesischen Landgarten machen. Und bei einem solchen Rundgang behauptete eine Freundin doch glatt, daß etwas Braunes in die Erbsen gehuscht sei. Es ist hellichter Tag, der Hund im Garten und Nachbars Katzen. Da huscht doch tagsüber nichts vor den Augen des neugierigen Besuches durch den Garten. Oder?

Ich habe mich getäuscht. Es war tatsächlich ein kleiner Mitbewohner am Wuseln und Knabbern. Und er war nicht einmal besonders hektisch oder scheu.

Wer findet es?

Maus im Landgarten (c) by Joachim Wenk
etwas braunes huscht im Beet

Da ist es sie oder er oder es. Jeder sagt dabei sofort, da ist ja eine Maus. Ist es jetzt eine Maus oder eine Spitzmaus. Süß ist sie jedenfalls.

Maus im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Maus im Landgarten 

Sonntag schließlich bei milden Temperaturen, bedecktem Himmel und keinem Wind habe ich einen ganzen Schwung Weißkohl und Rotkohl sowie ein paar Kohlrabi und Salat gepflanzt. Jetzt ist der Platz zu Ende und noch einige Pflanzen in den Saatschalen. Wunderbare Pflanzen,  nur mit der Anzahl das sollte ich wohl noch etwas üben....

Die Tomaten habe ich auch an mein neues Stützgerüst für Tomaten gepflanzt. Gleich als die erste Tomate in der Erde war dachte ich mir, daß es wohl noch Nachbesserungsbedarf gibt.

Ich habe die schon schön gewachsenen Pflanzen tief gesetzt. In den Erdaushub habe immer noch etwas Hornmehl gemischt, bevor ich damit das Pflanzloch wieder gefüllt habe. Um Brennesseln zu sammeln und zu zerhacken hatte ich ja wegen des  Streß-Tages keine Zeit. Damit habe ich aber auch gute Erfahrungen gemacht. In dem Jahr mit Brennesseln im Pflanzloch, die ja auch eine Stickstoffdüngüng darstellen, hatte ich sehr schöne Tomaten.

Die meisten der frisch gepflanzten Tomaten ragen schon über die ersten Stützschnüre, durch die ich sie hindurchgefädelt und mit Clips befestigt habe, hinaus. Bei diesem Anblick freute ich mich über meine schönen Tomatenpflanzen. Was aber ist wenn wieder Wind aufkommt? Starker Wind, wie vergangen Woche? Dann knickt der mir doch die Pflanzen oberhalb der horizontalen Schnur ab. Das wäre sehr unschön. Gleich habe mein Gerüst verbessert. Am Platz einer jeden Tomate (16 Stück, mehr Platz ist nicht vorhanden) habe ich eine weitere Schnur senkrecht von der obersten zur untersten Schnurreihe gefädelt und geknotet. Jetzt konnte ich die Tomatenspitzen, die über die horizontalen Schnüre hinaus ragen, an der senkrechten Schnur fixieren und der Wind kann sie nicht mehr abbrechen.

So sieht das Ganze dann fertig aus.

Tomaten im Biogarten am Stützgestell (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Tomaten am neuen Stütz-Gestell
Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus

Drei Tomaten konnte ich noch im Gewächshaus verteilen. Jetzt ist dann aber Schluß. Lediglich an der Stirnseite kommen noch die Schlangengurken hin. Dazu muß der Tisch dann raus, wenn die Blümchen in den Topfplatten darauf ausgepflanzt sind. Aber ich komme schon wieder in Gartenstress in meinen Gedanken. Das will ich ja nicht. Ich warte einfach den Mittwoch ab, da habe wieder etwas Zeit für meinen Garten. Die Aufgabenliste habe ich am "unrunden" Sonntag ja bereits erstellt. Das hilft mir an solchen Tagen wenigstens etwas Ruhe in meine Gedanken zu bekommen. Alles was noch gemacht werden muß und nicht jetzt gleich erledigt werden kann aufschreiben und dann, sobald Zeit ist nach und nach erledigen und stolz abhaken. So kommt wieder Ruhe in mich.