Donnerstag, 24. April 2014

Manchmal kommt etwas dazwischen und wirft den ganzen Plan um. Und manchmal ist das trotzdem schön!

Ich bin ja schon ein Mensch, der seine Arbeit plant und dann zielgerichtet zu Werke geht. Ich habe erst kürzlich darüber berichtet, wie ich mich auf so einen Tag im Garten mit Aufgabenliste vorbereite. Das Schöne daran ist aber auch, daß man viel zustande bringt, vollendet und sich dann selbst auf die Schulter klopfen kann. 

Da die Tage im Garten von äußeren Umständen wie Arbeit und Wetter oder Feiertagen abhängen, ist es beinahe notwendig seine Tätigkeiten für den Tag vorzubereiten. 

Und dann kommt etwas dazwischen. Das gefällt mir immer überhaupt nicht. Der Plan muß geändert werden. Tätigkeiten, die vielleicht sogar schon dringend sind, werden noch einmal aufgeschoben. Mein Bauchgefühl nach so einem Tag ist immer irgendwie nicht so zufrieden und ausgeglichen, wie an Tagen mit vollständig abgehakter Liste. 

Heute kam einmal wieder etwas dazwischen. 

Aber auch solche Vorkommnisse gibt es, die dann doch wirklich erfreulich sind. 

Was also hat meinen Plan so durcheinander gewirbelt? Ich berichte euch gerne davon. 

Früh waren wir wegen einem anderen Termin schon bald aus dem Bett und so war der nutzbare Tag etwas länger. Für heute hatten wir uns vorgenommen in den Baumarkt zu fahren und  Material für den Weg im Gewächshaus zu besorgen. Und ich freute mich natürlich - wie könnte es anders sein - auf die Gartenabteilung. 

Nachdem das Material für den Weg zusammengestellt war, zog es mich unaufhaltsam in die Freifläche zu den Pflanzen. Ich fand drei oder vier Stauden, die sofort in den Einkaufswagen gelangten. Erde für die Aussaaten und für die Jungpflanzen musste noch ausgewählt werden. Ich wartete gerade auf meine Mann zwecks Hilfe mit den großen Erdsäcken, als er mit einer Idee schon auf dem Weg zu mir war. 

In der Gartenabteilung gab es alle möglichen Obstbäume als Säulenbäume. Nun ich hatte im Mutters Garten damals einen solchen gepflanzt. Das ist über 20 Jahre her. Wir hatten sehr gute Erfahrung damit gemacht. Er wuchs wirklich auch ohne Schnitt als schmale etwa schulterbreite Säule nach oben. Er hat sehr reichlich getragen und hatte gutes Obst. 

Der Vorschlag war nun, daß wir ein paar solche Säulen mit Heim nehmen und entlang des Zaunes pflanzen. Dann hätten wir wenigstens ein wenig Obst zum Naschen im Garten. Ansonsten haben wir keinen Obstbaum. Da ich diese Idee auch schon ein paar Mal hegte, war ich natürlich sofort dabei. 

Rasch wurde ein zweiter Wagen geholt, die Bäume ausgesucht  und dann mit Scheuklappen, damit nicht noch ein dritter  Wagen voll wird, Richtung Kasse marschiert. 

Mit vier Säulenobstbäumen fuhren wir nach Hause. 

Obstbäume pflanzen stand natürlich überhaupt nicht in meinem Aufgabenplan und ließ sich auch nicht einfach so, ohne dass etwas anderes gestrichen werden musste, in die Liste aufnehmen. Da hieß es flexibel bleiben. Dann pflanze ich eben heute Obstbäume. Auch eine sehr schöne Tätigkeit. 

Mit Richtschnur, Zollstock, Spaten, Schubkarren, Dünger und ebenfalls gekauftem Rindenhumus (ich habe gerade überhaupt keinen hierfür verwendbaren Kompost zur Verfügung) bepackt, machte ich mich an die Arbeit. 

Hier sollen sie also einmal stehen.



Säulenobstwiese (c) by Joachim Wenk
künftige Säulenobstwiese

Säulenobstwiese (c) by Joachim Wenk
künftige Säulenobstwiese

Mit der Schnur habe ich dafür gesorgt, daß sie in einer Linie stehen und mit den Stückeln habe ich die jeweiligen  Standpunkte markiert.

Jetzt wird jeweils in Loch ausgehoben. Die Erde ist bis unten sehr krümelig, da sehr trocken. Viel zu trocken. Ich habe gleich einmal das Loch gewässert.

Pflanzloch für Obstbaum (c) by Joachim Wenk
Pflanzloch für Obstbaum

Als nächstes mische ich etwas Aushub mit organischem Dünger und dem Rindenhumus aus dem Sack. Damit wird das Loch schließlich wieder aufgefüllt. Ich habe es tiefer als nötig ausgehoben, damit unten auch gleich von der Mischung noch etwas ins Loch passt. 

Erde-Dünger-Mischung für Pflanzloch (c) by Joachim Wenk
Erde-Dünger-Mischung für Pflanzloch

Der Baum steht jetzt in seinem Loch. Ich richte ihn noch an der Schnur und dem Positions-Stückel aus. Jetzt wird der Befestigungspfosten in den Boden geschlagen.  Daran binde ich den Baum fest, daß er auch wirklich senkrecht steht. Erst dann fülle ich von der Erde-Dünger-Mischung etwas ein.  Das drücke ich fest und wässere. Schließlich fülle ich das Loch restlich mit der Mischung auf.
Baum beim Pflanzen ausrichten (c) by Joachim Wenk
Baum ausrichten

Am Ende modelliere ich noch mit der ausgehobenen Erde einen Wall um jeden Baum. Unser Grundstück liegt am Hang und ohne den Wall würde mir das Gießwasser davonlaufen und der Baum hätte nichts davon. Ich habe noch ein paar mal gründlich gewässert, wegen der wirklich großen Trockenheit. 


fertig gepflanzter Obstbaum (c) by Joachim Wenk
fertig gepflanzter Obstbaum

Mein Werk ist vollendet und unsere Obstwiese gefällt uns sehr gut. Wir haben übrigens einen Apfel, eine Birne, eine Süßkirsche und eine Zwetschge gepflanzt. 

Jetzt könnte ich dann zu den eigentlich geplanten Tätigkeiten übergehen. Da aber das Pflanzen von vier Obstbäumen ja auch seine Zeit in Anspruch nimmt, wir uns über den Besuch meiner Eltern freuten, die zum Kaffee und Sonne-genießen kamen und es somit mittlerweile schon früher Abend ist, verschiebe ich hier das meiste auf das Wochenende. 

Eine geplante Tätigkeit für heute ist aber beinahe zeitgleich mit der Obstwiese fertig geworden!

Wir haben uns die Arbeiten geteilt und während ich Bäume in der Erde versenkte, machte das  mein Mann mit den Wegplatten im Gewächshaus. Und das Ergebnis ist atemberaubend toll geworden.

Hier: seht selbst!

Weg im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Weg im Gewächshaus
 Zuerst wurden die Platten auf die Erde gelegt und dabei haben wir festgestellt, daß wir vorne beim Eingang mit der Doppeltür einmal zwei nebeneinander legen müssen. Sonst tritt man bei nur einer geöffneten Türhälfte immer in die Beete statt auf die Platten.

Dann hat er die seitlichen Rabatten mit der Flex zurechtgeschnitten und in die Erde eingelassen. Gestützt wurden sie dabei von den  Wegplatten.

Die Rabatten, welche das Fundament des Hauses bilden, waren deutlich dicker und größer. Die haben wir unten mit Beton stabilisiert. Hier beim Weg glauben wir, daß es ausreicht, wenn sie einfach nur in die Erde gegraben werden.

Als die Umrahmung mit den Rabatten fertig war, hat er mit einem Plattenheber die Platten wieder entnommen. Es blieb ein Rahmen aus Rabatten stehen. Hier hat er etwas Erde entnommen und dafür Sand eingefüllt. Darauf liegen nun die Wegplatten.

Herrlich, jetzt kann ich dann mit der Bodenbearbeitung und vielleicht bald mit dem Pflanzen beginnen.

Tomaten und Paprika kommen hier hinein. Und Schlangengurken. Die sollen zwar nicht mit Tomaten in ein Haus, aber ich mache es schon immer und habe dennoch Gurken geerntet. Die Gurken waren dann zwar bald im Sommer mit Mehltau besiedelt, aber die geernteten Gurken waren lecker.

Der Grund für die eigentlich notwendige Trennung von Gurken und Tomaten ist folgender:

Tomaten lieben Wärme und trockene Luft. So bekommen sie keine Braunfäule.

Gurken lieben auch Wärme und feuchte Luft. Sonst bekommen sie Mehltau.

Als Hobbygärtner muß man da eben Abstriche machen. Oder zwei Häuser aufstellen.....

Aber das werden wohl die Wenigsten tun (können). Ich übrigens auch nicht!

Weg im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Weg im Gewächshaus

Weg im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Weg im Gewächshaus

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