Montag, 14. April 2014

Leises Arbeiten in natürlich rauschender Stille am Sonntag Nachmittag.

Wenn ich in meinem Gemüsegarten bin und beinahe täglich die Beete auf neuen Zuwachs kontrolliere, bin ich verleitet zu behaupten, dass das Wetter zwar bisher unübertroffen war, im Beet aber nichts weiter wächst.

Wenn ich dann beim Schreiben meiner Blogtexte die Fotos betrachte, um auszuwählen, welche ich euch besonders zeigen möchte, stelle ich fest, dass vor 14 Tagen doch noch lange nicht so viel grün und bunt im Garten zu sehen war. Es wächst also doch. Ich bin eben einmal wieder viel zu ungeduldig.

Für heute habe ein paar Fotos und Impressionen vom Wochenende ausgesucht. Es ist  Sonntag und außer gewaltigem Insektenbrummen und lautstarkem Vogelgezwitscher ist fast nichts zu hören. Ich bin bewusst leise bei der Gartenarbeit. Ich passe auf, dass kein Werkzeug umfällt oder das Gemüsegartengatter zuknallt. Ich genieße die natürliche Stille bei ein paar Aussaten und beim Unkrautjäten oder Gießen. Leichte sonntägliche Gartentätigkeiten, bei denen ich bewusst nicht von Gartenarbeiten spreche.

Immer wieder bin ich entzückt, wenn ich vom ersten Stock unseres Hauses in den Garten blicke. Dort unten liegt mein Werk. Und es sieht gut aus, gerade wenn es sonnig ist und die Sonne noch oder nicht mehr hoch am Himmel steht.

östlicher Gartenteil vom Haus aus gesehen (c) by Joachim Wenk
östlicher Gartenteil vom Haus aus gesehen


Bei so einem schönen Wetter muß ich raus in den  Garten. Ihr könnt mir gerne folgen. Zuerst gehen wir hinter in den  Gemüsegarten. Meine liebsten Gartenteil.

im Gemüsegarten (C) by Joachim Wenk
im Gemüsegarten 
Im linken Beet-Dreieck keimen Platterbsen, die sollen bis zum Stecken der Kartoffeln noch ein wenig wachsen und werden dann eingearbeitet. Im rechten Beet-Dreieck habe ich verschieden Aussaaten gemacht. Möhren, Haferwurzeln, Pastinaken, Frühlingszwiebeln, Radieschen.  Heute noch Kohlrüben und, wie ihr später noch seht Erbsen.

Außer den Erbsen und vereinzelt Radieschen keimt nichts. Die Möhren habe ich vor 6 Wochen gesät. Sie keimen nicht. 2 kurze Reihen habe ich im Februar gesät, weil ich hörte, daß man die schon im Spätherbst sähen kann. Dann keimen sie im Frühjahr. Aber weil das seit Februar nichts keimt, habe ich da noch einmal nachgesät.

Meine Kapuzinererbsen Blauwschokker sind schon prächtig aufgegangen.  Die stehen im rechten Beet-Dreieck ganz vorne. Quasi beim Fotomachen ganz rechts neben mir unterm Nussbaum.

Blauwschokker (c ) by Joachim Wenk
Blauwschokker
Die Kapuzinererbsen sind Palerbsen und wenig kälteempfindlich. Die waren die ersten, die ich gesät habe. Vor kurzem habe ich auch die Markerbsen gesät. Sie spitzen auch schon durch die Erdkruste. Und daneben blüht der Asiasalat, von dem ich versuchen will,  Samen abzunehmen. Für die Herbstaussaaten.

Erbsen und Asiasalat (c) by Joachim Wenk
Erbsen und Asiasalat
Links neben dem Apfelbaum habe ich drei Reihen Meerrettich gesteckt. Der kommt noch nicht. Zwischen den Reihen Meerrettich werden später noch Buschbohnen gesät. Und wenn der Asiasalat abgeblüht ist, pflanze ich dort meinen Kürbis hin.

Jetzt gehen wir einmal in den linken Teil des Gemüsegartens und blicken dorthin, wo wir gerade waren.

im Gemüsegarten mit Kletterose Rose Marie Vieaud (c) by Joachim Wenk
im Gemüsegarten und Kletterose Rose  Marie Vieaud
 Ganz links wächst die Ramblerrose "Rose Marie Vieaud" in die Höhe. Ich hoffe sehr, dass sie mich dieses Jahr bereits mit Blüten beschenkt. Ich bin sehr neugierig auf ihre lila Blütenbüschel. Sie steht jetzt den zweiten Sommer am Nussbaum. Rechts in den Schneckenringen und daneben auf der Fläche außerhalb des Schneckenzaunes wachsen Erdbeeren und  mein kleiner Knoblauch. Am Zaun entlang sind endlich die Puffbohnen aufgegangen. Sie sind vielleicht fünf Zentimeter hoch, aber schön kräftig und gesund. Im Schneckenzaun steht erster Salat. Gesät ist dort Mangold, Rote Beete, Mairüben, Radieschen. Immer jeweils eine halbe Reihe, da die Reihen über fünf Meter lang sind. Wenn ich die ganze Reihe sähe, wie letztes Jahr, habe ich von manchem zu viel auf einmal.

Links hinter der Scheune ist der Hintereingang, durch den ich mit meinem Hund zum Gassimachen gehe. Die Tür öffnet sich auf eine Fuhr zu einer halb privaten einspurigen  Zubringer-Straße zu den Hintereingängen der Grundstücke und danach beginnt Landschaft und Felder. Ich bin sofort im Freien und brauche kein Auto mit dem ich zum Gassi machen fahre. An dem Türchen hinaus aus unserem Grundstück steht eine Berg- oder Wildclematis. Sie habe ich im Sommer 2013 gepflanzt und jetzt blüht sie schon beinahe.

Wildclematis (c) by Joachim Wenk
Wildclematis


Schauen wir doch auch einmal in das Gewächshaus. Da müssen jetzt noch ein paar Platten in der Mitte als Weg gelegt werden. Dann kann ich vielleicht einmal den Boden lockern und pflegen. Jetzt erste steht meine überwinterte und etliche  Jahre alte Andenbeeere darin und meine Glockenpaprika. Bei der bin ich gespannt, ob sie wieder wächst. Im Herbst ausgegraben, eingetopft und den Winter über im Palmenaus gehalten. Die Früchte sind zum Teil sogar noch reif geworden. Sie soll ja mehrjährig sein. Jetzt im Frühjahr habe ich sie deutlich gestutzt und umgetopft. Die Gartenerde im Topf den Winter über war glaube ich nicht gut, ich hätte sie weitestgehend abschütteln und mit Blumenerde ersetzen sollen denke ich. Ich werde sehen, ob sie wieder wächst.

Und meine ganzen Aussaaten in Saatschalen und Topfplatten. Da sind zum Beispiel:  Salat, Lauch, Frühlingszwiebeln, Rotkohl, Weißkohl, Sellerie, Kohlrabi. Manches habe ich kurz vor  Gewächshausfertigstellung gesät. Es stand aber im Vorraum zum Haus. Es ist gekeimt und war am nächsten Tag schon so gakelig geschossen. Sämlinge brauchen einfach von der ersten Minute an wahnsinnig Licht, sonst werden die schwach und schießen. Jetzt stehen sie im Haus und ich glaube sie sind schon kräftiger geworden. Ich lasse sie einmal, vielleicht werden sie noch brauchbar.

Meine ersten Saaten sind schon sehr schön. Es ist der Baumspinat  Magenta Spreen, gelbe Melde und Bertram, das Hildegardgewürz.
Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk
Magenta Spreen

gelbe Melde und Bertram (c) by Joachim Wenk
gelbe Melde und Bertram


Jetzt verlassen wir den Gemüsegarten. Gehen vorbei am schon fast schulterhohen Hopfen. Ich freue mich so, daß er dieses Jahr kräft ist und richtig durchtreibt. Letzte Jahr war er noch ein kleines schwaches Pflänzchen, welches ich im Preis herabgesetzt im Baumarkt als letztes seiner Art fand. Kurz vorher habe ich in einem Magazin einen umfangreichen Bericht über die Heilkräfte und Wirkungen des Hopfens gelesen und dachte mir, daß ich so einen gerne im Garten hätte. Ich fand den kleinen Kerl und setzte ihn, spannte Drähte und dann wuchs er nur so hoch, wie in diesem Jahr bereits jetzt schon hoch ist. Ein zierliches Trieblein mit kleinen Blättern. Ich goß und düngte ihn und gewährte ihm Zeit zur Rekonvaleszenz. Jetzt ist er gesund und kräftig und man sieht ihm an, daß er diesjahr weiter kommt.

Da ich gerade über Wuchskraft rede, da möchte ich euch noch meine andere Ramblerrose im anderen Walnußbaum zeigen. Paul's Himalayan Musk. Laut Katalog wird sie locker über 10 m hoch. Und ich hatte bereits im ersten Standjahr den Eindruck, daß sie das weiß und auch fest vor Augen hat. So eine wüchsige Rose habe ich noch nicht gehabt. Im Frühjahr 2012 gepflanzt ist es jetzt das 3. Frühjahr. Sie ist schon schön im Nußbaum verzweigt und hält sich dort selbst fest. Jetzt kommen von unten 3 sehr kräftige neue Triebe. Die wird dieses Jahr auch noch einmal mächtig zulegen. Ich bin gespannt, wann sie einmal blüht.

Rambler Rose Paul's Himalayan Musk (c) by Joachim Wenk
Paul's Himalayan Musk
Rechts von ihr an der Scheunenwand steht meine Snowflake-Rose. Der erste Versuch, hier eine Rose zu ziehen scheiterte. Auch im Jahr darauf trieb die gepflanzte Rose nicht mehr aus. Dann habe ich im Herbst nochmals den Katalog durchsucht nach einer Kletterrose. Ich entschied mich für  Snowflake, da die weißen Blüten sicher vor der braunen  Wand gut zur Geltung kommen. Und ich bin froh  sie im Herbst gepflanzt zu haben, da konnte sie noch einwurzeln und treibt jetzt im Frühjahr wunderbar aus. So schön tat das noch nie eine neue Rose, weil ich immer im Frühjahr pflanzte. Das mache ich nie mehr. Herbst ist wirklich die bessere Zeit dafür.

Kletterrose Snowflake (C) By Joachim Wenk
Snowflake
Jetzt wandern wir noch kurz in den vorderen, westlichen Gartenteil. Im Staudenbeet neben dem Gemüsegarten tut sich noch nicht all zu viel. Aber bei genauem Hinsehen treiben die Stauden wieder schön aus. Manche, wie die Pfingstrose haben sogar schon Knospen.

Direkt beim Haus ist ein Staudenbeet mit einem Fliedergestrüpp. Man kann diesen Strauch wirklich als Gestrüpp bezeichnen, wenn er nur nicht sooo gut duften und sooo schön blühen würde. Bald ist es wieder so  weit. In dem Beet ist auch unser Leuchtbrunnen, den ich bald wieder aktivieren könnte. Ein paar Stauden habe ich im Herbst dort gepflanzt. Sie treiben schon.  Eine Wildrose, die sich selbst ausgesät hat, lasse ich wachsen. Der überhängende Strauch ist schon fast mannshoch. Sie blüht einmal im Jahr mit schönen Wildrosenblüten in weiß-rosa. In dem Beet steht auch das vor einiger Zeit schon beschriebenen Primel. Ich zeige es heute nochmal, weil sich herrlich hellblaues Vergißmeinnicht dazu gesellt hat. Und ich habe nichts damit zu tun, ausser dass ich nicht alles herausreiße, was ich nicht selbst gesetzt habe.

Primel und Vergissmeinnicht (c) by Joachim Wenk
Primel und Vergissmeinnicht
Angrenzend ist die mediterrane Terrasse mit den ersten Kübelpflanzen. Auch hierüber habe ich vor kurzem berichtet. Es geht den Hang hinunter am Kräuterbeet vorbei. Das war vor meiner Zeit ein Blumenbeet. Ich habe eimerweise Blumenwziebeln ausgebuddelt, bevor ich Kräuter setzte. Aber man schafft es nicht alle Zwiebeln zu entfernen und so gehen immer wieder welche auf. Hofffentlich sind die in meiner Blumenwiese, dort wo ich sie haben will, auch so hartnäckig am Überleben. Auch die hübschen Polster an der Mauerkante habe ich nicht gesät und nicht gepflanzt. Darum überleben sie sehr ausdauernd.

rote Tulpe im Kräuterbeet (c) by Joachim Wenk
rote Tulpe im Kräuterbeet


Meinen heutigen Rundgang schließe ich ab mit ein paar Fotos vom sonnigen Trockenbeet. Die im Herbst gepflanzten trockenheitsresistenten Stauden wachsen sehr. Meine Rosen wachsen auch Diesjahr schöner als die Jahre zuvor. Sie sind aber mittlerweile gut eingewurzelt denke ich, daß ihnen Trockenheit nichts ausmachen sollte. Ansonsten kommen nur noch Pflanzen dort rein, die Hitze mögen und Trockenheit überstehen. Der Boden ist , jetzt schon so hart dass Gießwasser den Hang hinunter fließt. Ich habe fürs Nötigste einen Schwitzschlauch letzten Sommer eingegraben. Den werde ich aber dieses Jahr versuchen nicht zu benutzen. Katzenminze, Lavendel, Zitrone, Cistus und Eukalyptus wachsen sicher auch so. Sie sind alle eingwurzelt und sollen ruhig noch weiter nach unten wurzeln und sich Wasser erschließen. Wenn man nicht immer daheim ist oder Zeit hat zu gießen, müssen die Pflanzen das selbst regeln. Und ich werde eben nur noch Pflanzen nehmen, die das regeln können. Vielleicht habe ich dann ein Sorgenkind weniger im Sommer.

Zumindest diese Blume hier erträgt problemlos die Trockenheit. Sie blüht schon seit vor Weihnachten....

Davor  Zierlauch, der bald aufblüht und rechts mein Cistus.

Blechblume mit Zierlauch und Cistus (c) by Joachim Wenk
Blechblume mit Zierlauch und Cistus
Die winterharte Zitrone treibt auch an allen möglichen Stellen reichlich aus. Sie scheint auch eingwurzelt und gut über den Winter gekommen. Jetzt will sie scheinbar so richtig loslegen.
winterharte Zitrone (c) by Joachim Wenk
winterharte Zitrone
 Am anderen Ende des Beetes ist der Boden wieder ebener und feuchter, oder zumindest lässt er sich leichter gießen und wird etwas beschattet von wieder einem Fliedergestrüpp. Hier steht die Banane und treibt tatsächlich wieder aus. Ihr erster Winter im Freien ist überstanden. Dort werde ich auch einen meiner Baumspinate Magenta Spreen hinpflanzen. Ich denke beides sind gigantische wuchsfreudige Pflanzen, die es miteinander aufnehmen können. Ich muß halt sehr viel Dünger ins Beet schütten, dass diese beiden so richtig zur Geltung kommen können.

Hinter dem trocken-heißen Beet liegt meine Blumenwiese. Ich bin so begeistert von meinen lila Tulpenmischung. Aber eine ist weder lila von der Pflanzung letzten Herbst noch rot von der Pflanzung im Jahr davor. Aber ein Traum von einer Tulpe, das ist sie!

Tulpe in der Wiese (C) by Joachim Wenk
Tulpe in der Wiese

lila Tulpen in der Wiese (c) by Joachim Wenk
lila Tulpen in der Wiese

lila Tulpen in der Wiese (c) by Joachim Wenk
lila Tulpen in der Wiese

Zusammen mit dem blühenden Apfelbaum in Nachbars Garten ein schönes Frühlingsmotiv.

Frühlingsmotiv (c) by Joachim Wenk
Frühlingsmotiv

Noch ein paar Schritte weiter, hinter dem Tor kommt eine private Straße, eher ein Weg und wiederum dahinter geht es etlich Meter einen steilen Hang hinunter zur Dorfstraße. An diesen Hang habe ich im Herbst zwei Quitten gesetzt. Fränkische Hausquitte (ist ja Pflicht in Franken sozusagen) und eine Baumwollquitte. Beide treiben die ersten Blätter.

Fränkische Hausquitte (c) by Joachim Wenk
Fränkische Hausquitte 

Baumwollquitte (c) by Joachim Wenk
Baumwollquitte 

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