Samstag, 12. April 2014

Karpfenfischen für Karfreitag

Heute haben wir die meiste Zeit des Tages außerhalb des Gartens verbracht. Es wurde höchste Zeit, den sich langsam füllenden Karpfenteich zu besetzen. Auch der kleine Weiher daneben wurde schon zu lange nicht gepflegt. Das musste sich ändern.

leerlaufenden Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
leerlaufender Karpfenweiher

Morgens gleich haben wir begonnen, das Wasser abzulassen. Bei einem so kleinen Weiher dauert es nicht lange, bis das Wasser verschwunden ist.  Es bleibt aber genug Zeit, die vielen Wannen mit Wasser zu befüllen und die Stühle und den Tisch für das Mittagessen herzurichten. Der Nachbar fischt heute auch. Ein kurzer Plausch, dann machen wir uns wieder an die Arbeit.  Daheim wird das Becken für die Karpfen mit frischem Wasser gefüllt. Beim Lebensmittelladen holen wir noch ein paar Kekse und Brezen für zwischendurch.


Mönch im Karpfenweiher von oben (c) by Joachim Wenk
viele Bretter sind nicht mehr im Mönch, dann ist er leer


Der Weiher ist wirklich rasch leer. Zwei oder drei Stunden und schon muß man aufpassen, dass man rechtzeitig den Abfluss wieder bremst. Beim großen Weiher fangen wir am Tag vorher schon an Wasser heraus zu lassen. Der ist aber erst im Herbst dran. Jetzt gerade sitze ich in der sehr warmen Frühjahrssonne in wundervoller Landschaft.  Die Wiesen wachsen, es blüht auf den Wiesen und in den Hecken. Vögel zwitschern und Insekten summen und brummen allüberall.


fränkische Frühlingslandschaft (c) by Joachim Wenk
Frankische Frühlingslandschaft

fränkische Frühlingslandschaft (c) by Joachim Wenk
fränkische Frühlingslandschaft

fränkische Frühlingslandschaft (c) by Joachim Wenk
fränkische Frühlingslandschaft


Im niedrigen Wasserspegel des Weihers sehen wir die Karpfen ihre runden ziehen. Im Hintergrund hörte man das Gluckern des ablaufenden Wassers. Ich mache Fotos und freue mich darauf euch hier davon zu berichten.
Karpfen vor dem Mönch (c) by Joachim Wenk
Karpfen vor dem Mönch

Wir warten auf die helfenden Hände des Schwagers und - ich jedenfalls - auf die leckere, traditionelle Kartoffelsuppe mit Würstchen der Schwägerin. Pünktlich zur anvisierten Zeit erscheinen beide. Wir essen in Ruhe zu Mittag und dann wird es ernst.


Hundekneippbecken (c) by Joachim Wenk
noch steht er bei den leeren Wannen - seine Kneippbecken


Der letzte Rest Wasser wird abgelassen. Kescher, Eimer und Helfer stehen bereit. Der Hund ist am Auto in sicherer Entfernung festgemacht. Man kann einem Labrador einfach nicht klarmachen, dass es Momente gibt, zu denen er NICHT in das Wasser springen darf. Ein Moment ist die Zeit im Jahr, während es noch zu kalt ist. Und der andere Moment ist der Augenblick zu dem die Karpfen im kaum noch vorhandene Wasser vor dem Abfluss springen und wühlen. Heute ist es noch zu kalt und wir haben die Karpfen. Es ist kein Badetag. Wenigstens die Füße hat er sich aber erfrischt. Er steigt dann in eine Wanne und wandert die Wannen-Reihe entlang von Wanne zu Wanne. Dann sitzt er im Gras und zittert, weil der manchmal auflebende Wind ihm wohl zu viel Kühlung verschafft.

Also gut, das Wasser ist weg. Jetzt heißt es schnell und konzentriert zu arbeiten. Die Karpfen müssen aus dem Schlamm in die Wannen mit Wasser. Und sie halten keineswegs still im Kescher. So sieht bald jeder, der mit dabei ist sehr matschgesprenkelt im Gesicht aus. Manchmal hüpfen die Karpfen auch wieder heraus aus dem Netz, oder der Wanne. Man muß immer auf der Hut sein.

Es sind nicht viele Fische im Teich. Wir verteilen sie auf die anderen Weiher. Die Graskarpfen in den neu eingelassenen. Drei kommen mit Heim für Karfreitag und dann sind da noch ein paar, die im Herbst die richtige Größe haben.  Die müssen in den Weiher, der im Herbst gefischt wird. Der Rest kommt in den neu eingelassenen. Wir hatten immer genügend eigenen Brut und mussten nie Karpfen dazu kaufen. Aber seit uns die Kormorane oder sonstige Fischdiebe einen Weiher geleert hatten und im Jahr davor einige krank waren, hat sich der Bestand auch an den fortpflanzungsfähigen Karpfen sehr reduziert. Wir müssen wohl unter übel sehen, wo wir junge Karpfen herbekommen. Heute haben wir gerade mal 50 Fische umgesetzt. Im großen Weiher sind drei sehr große alte Karpfen und ein paar kleine. Das ist zu wenig. Da veralgt uns das Wasser.

Muschel in Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
eigene Muschel im Karpfenweiher


Ach ja und Muscheln waren auch wieder ein paar dabei. Wir hatten garnicht gewusst dass in dem Weiher auch welche sind. Wir glaubten, alle in den großen Weiher getan zu haben. Aber scheinbar waren auch hier wieder welche drin. Die lassen sich wesentlich einfacher fangen als die Karpfen. Und springen tun sie auch nicht.

Also die Fische und Muscheln sind wieder alle im Wasser. Jetzt werden wir die Erlen am Weiherrand noch entfernen. Letzten Sommer haben wir begonnen. Wenn aber Wasser im Weiher ist, kommt man kaum ran mit der Säge. Und weg müssen sie, weil sie zu viel Sonne vom Weiher abhalten. Karpfen brauchen aber angewärmtes Wasser um optimal zu wachsen. Das bekommen sie im tiefen Schatten der Erlen, die überall wild aufgehen nicht.

leerer Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
jetzt sind sie weg die Erlen am Ufer

Jetzt, da kein Wasser im Weiher ist kommt man gut hin und wir sägen sie alle ab. Ich schlichte sie auf meine im letzten Sommer begonnene  Benjes-Hecke.

Benjes Hecke (c) by Joachim Wenk
neu angelegte Benjes-Hecke



An einem fast zugewachsenen Weiherchen von  uns nur "Loch" genannt, das wir dieses Jahr ausbaggern lassen wollen, sind noch ein paar  Erlen die auch weg müssen. Als wir sie umgemacht haben, fanden wir sie zu schade für die Benjeshecke. Die sind schon so schön groß, die nehmen wir als Brennholz mit heim. Rasch sind sie entastet und in Meter-Stücke geschnitten. Wir brauchen wohl nie Brennholz einzukaufen. Hier stehen so viele dieser Erlen.  Wenn wie sie fünf oder sechs Jahre nicht schneiden, ernten wir so praktisches Brennholz für unseren Ofen. Sollte das zu wenig sein, schneiden wir einen großen Baum um. Vor etlichen Jahren schon, da hatten wir noch kein Haus und keinen Ofen, da musste wegen Sanierungsarbeiten am Graben sehr sehr viele Erlen gefällt werden. Da haben wir das Holz verkauft. Beim Anblick der schönen Stämme in der richtigen Größe für unseren kleinen Ofen, sinnieren wir.

Erlenstämmchen Brennholz (c) by Joachim Wenk
Erlenstämmchen als Brennholz für den Winter


Weihnachten, kalt, dunkel, stürmisch.  Wir sitzen im Wohnzimmer am Sofa, essen Plätzchen, trinken Tee und legen Holz nach. Schöne runde Stücke Brennholz, das das Haus wohlig erwärmt. Die nächsten Winter kommen bestimmt!

Das war für heute die letzte Arbeit. Jetzt fahren wir Heim. Ich werde noch ein  paar Aussaaten in Saatschalen im neuen Gewächshaus machen. Ein wenig im Garten krautern will ich schon noch. Und Fotos machen. Aber über den Garten  werde ich dann morgen berichten und schöne Fotos zeigen. Für heute ist's genug und ich  verabschiede mich mit eine Tulpe. Eine Tulpe die ganz allein aber das schon seit vielen Jahren in der Wiese bei den Weihern blüht.

gelbe Tulpe (c) by Joachim Wenk
gelbe Tulpe

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