Sonntag, 6. April 2014

Arbeit unter Tränen - oder, die erste Heuschnupfenattacke

Samstag früh, wie schon gewohnt traumhaftes Wetter und viel  Arbeit vor uns. Gleich früh am Morgen fahren wir mit einem Freund und dessen Schlepper zum Beton holen.
unser heutiger Betontransporter (c) by Joachim Wenk
unser heutiger Betontransporter

Ratz-Fatz ist Aufgeladen und ab geht's zurück und in den Garten. Die letzte Betonlieferung war irgendwie komfortabler, da rutschte der Beton über die Rutsche direkt hinein in den Hüttenzauber. Heute müssen wir ihn vom Schlepper schaufeln. Aber das kleine Eck bekommen wir auch noch betoniert, das ist ja nach dem Akt am Mittwoch ein Klacks.


fertig betonierter Boden im Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
fertig ist der Boden


Ein Klacks sollte der Tag für mich jedenfalls nicht werden. Von Früh bis nachts um halb Acht als ich wieder ins Haus gehe plagt mich eine Heuschnupfenattacke. Ich weiß nicht was gerade blüht und hatte die Tage bisher keinerlei Probleme und heute ist es entsetzlich. Durch die Tränen in den Augen sehe ich garnicht richtig was ich arbeite. Die Tränen tropfen in die Brille und ich sehe wieder nichts. Die Nase brennt, die Augen brennen, der Hals brennt und die Lippen brennen vom vielen Schnäuzen und "Taschentuch-unter-der-Nase-herum-Gereibe". Das nützt aber alles nichts da muß ich durch und der elende Heuschnupfen hat mich in den letzten 40 Jahren nicht vom Garten und dem Draußen-Sein abgehalten, dann schafft er es heute auch nicht.

Dumm nur, daß ich nicht so helfen konnte, wie ich wollte. Gerade beim Fundament vom Gewächshaus mit den wahnsinnig schweren Betonsteinen. Gut dass man Freunde hat, die auch mit anlangen. So wurden wir dann wirklich bis Mittag, zu der  Zeit als der Beton anfing fest zu werden, fertig. Das Fundament hält glaube ich ewig. Wenn einmal das Gewächshaus abgenutzt ist, müssen wir wieder eines mit genau diesen Maßen kaufen, denn das Fundament mache ich nicht mehr heraus und setze ein Neues. Stolz sind wir auf unser Werk und können jetzt am Dienstag und Mittwoch das Gewächshaus aufbauen und darauf stellen.  Was bin ich gespannt!


fertiges  Gewächshausfundament (c) by Joachim Wenk
fertiges  Gewächshausfundament


Nach einer Kaffeepause mache ich in aller Ruhe und trotz der Tränen in den Augen und dem ständigen Niesen langsam und in Ruhe für mich weiter.

Meine Blauwschokkererbsen keimen sehr schön und das Rankgitter für die anderen Erbsen sollte noch aufgebaut werden.  Die Blauwschokker habe ich an Stangenbohnenrankzelt gesät, da sie locker über 2m hoch werden.

Blauwschokker Erbsen (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker Erbsen


Das höhere, grüne Gitter links im Bild ist ein sehr praktisches Erbsenrankgitter. Das ist ein Kompostbehälter aus beschichtetem Gitter. Es besteht aus 4 Teilen, die mit Federn flexibel verbunden sind. Das gleiche habe noch einmal (aus dem Billigbaumarkt) als Kompostsieb, wie es ja auch gedacht ist. Wenn man die 4 Teile verbindet, das Rechteck aber nicht schließt hat mein ein sehr schönes Rankgitter für Erbsen. Die Quadrate sind nicht zu klein oder zu groß, da können die Erbsen sich besonders gut festhalten. Man kann es je nach Reihe in der Länge variieren. Letztes Jahr stand es an einer Stelle mit kürzeren Reihen, da habe ich es eben leicht im Zickzack gestellt und schon war es kürzer.
Erbesengitter in Gemüesreihen (c) by Joachim Wenk
Erbesengitter in Gemüsereihen


Heute stehen auch noch diverse Aussaaten auf  meiner Liste. Ein paar Rote Rüben und Mairüben sähe ich im Schneckenzaunbeet. Pastinaken sähe ich  und entdecke die Radieschen, in den Reihen daneben. Sie sind Markierungssaat für Haferwurzeln, Möhren und Lauchzwiebeln. Die gehen aber alle noch nicht auf. Haferwurzeln und Frühlingsszwiebeln habe ich nochmal in Topfplatten gesät, im Freien sind bisher noch keine Aufgegangen. Also probiere ich es mit Vorziehen und dann Auspflanzen. Bertram, Melde und Baumspinat gedeihen in den Platten schon  prächtig.

Baumspinat, Melde, Bertram (c) by Joachim Wenk
Baumspinat, Melde, Bertram


Meinen vorgetriebenen Knoblauch setze ich zu den (frisch gepflanzten) Erdbeeren.

frisch gepflanzte Knoblauchpflänzchen (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Knoblauchpflänzchen


Dann lockere ich noch den Boden zwischen  Reihen beim Salat und Spinat. Mir zerfressen die Erdflöhe immer so viel und ich habe gelesen, daß sie keinen feuchten Boden mögen ( gießen muß ich auch noch, fällt mir gerade ein) und keinen Boden der immer wieder bewegt, also gehackt wird. Mal sehen ob das Hacken hilft.

erster Salaat (c) by Joachim Wenk
erster Salat

erster Spinat (c) by Joachim Wenk
erster Spinat


Auf meinem Beet für die Kartoffeln keimt der Gründünger. Ich habe Platterbsen, also einen Stickstoffsammler gesät.

Weil die Bauern dort, wo wir arbeiten, bereits Kartoffeln stecken, muß ich mich ja beeilen mit dem Vortreiben. Die Frühkartoffeln sitzen ja schon in ihren erdgefüllten Eierschachteln. Heute muß ich gleich die Lagerkartoffeln auch vortreiben. Dieses Jahr ist so mild, da werde ich auch Mitte April anfangen Kartoffeln zu stecken.

Im Ziergarten geht es auch langsam voran. Die Narzissen sind nun langsam verblüht. Schon gehen die ersten Tulpenblüten auf. Meine Rosen treiben alle sehr schön aus. Ich habe auch sie mit Hornmehl versorgt wegen des Stickstoffmangels in meinem Boden. Vielleicht wachsen die Kümmerlinge dieses Jahr besser. Die anderen sehen aber auch sehr gesund und vor Kraft strotzend aus. Ich habe sie heute mit dem homöopathischen Rosenelixier von Neudorff gegossen. Das soll sie kräftigen und widerstandsfähig machen. Allerdings sollte es alle 14 Tage angewendet werden.  Heute habe ich das erste mal damit gegessen. Für eine zweite Gabe in zwei Wochen langt die Flasche aber schon nicht mehr. Da braucht man recht viel habe ich den Eindruck. Ich glaube das wird mir zu teuer es alle 14 Tage den Sommer über zu machen. Vielleicht kaufe ich noch eine Flasche und lasse es dann gut sein. Kompost und Dünger haben sie schon bekommen.

Hier im Bild sind bereits erste Blüten im Staudenbeet. Vielleicht erkennt ihr es, ja es ist Unkraut. Das Wiesenschaumkraut hat sich dort selbst ausgesät. Hätte ich es als Unkraut herausgerissen, würde jetzt noch nichts blühen im Staudenbeet. Es ist doch schön, wenn man so kostenlosen und pflegeleichten Blütenschmuck ganz umsonst bekommt.

Wiesenschaumkraut bei den Rosen (c) by Joachim Wenk
Wiesenschaumkraut bei den Rosen
 Und mein Ranunkelstrauch blüht auch sehr schön. Die gelben wuscheligen Blüten strahlen eine lockere Heiterkeit aus in grünen Blätterkleid. Ich habe ihn Anfang März im Baumarkt gekauft. Dann haben wir einen Platz für ihn gesucht und entschieden, dass er zum Zaun nach Vorne kommt. Da der Zaun aber im Mai erneuert wird, wollte ich nicht jetzt noch einen Strauch dort hinpflanzen um mir dann nur Sorgen um ihn zu machen, dass ihn niemand zertritt. Also habe ich ihn erst einmal in einen größeren Topf mit Erde geparkt, bis der Zaun fertig ist. So lange erfreut er uns direkt bei der Haustür mit seinen sonnigen Blütengesichtern.


gefüllter Ranunkelstrauch (c) by Joachim Wenk
gefüllter Ranunkelsstrauch



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