Samstag, 22. März 2014

Leserjury von "mein schöner Garten" zum deutschen Gartenbuchpreis 2014 auf Schloß Dennenlohe Teil 1 von 3.

Wir sind also wieder daheim. Daheim im eigenen Garten, auf den ich - auch oder gerade nach 2 Tagen mit den unterschiedlichen Autortitäten und Kompetenzen zum Thema Garten - sehr stolz bin. Mein Garten, der jetzt noch viel schöner werden wird nach all den Ideen und Anregungen oder  Fachinformationen, die wir mitgenommen haben.

Ich will euch natürlich teilhaben lassen an dem, was wir die letzten beiden Tage erlebt haben. Zwei Tage, wie ich sie noch nie erlebt habe und wohl leider auch nie mehr erleben werde. Zwei Tage für die ich so dankbar bin.

Beginnen wir mit Donnerstag Vormittag. Ankunft sollte bis 10.45  Uhr sein. Es lief auch alles planmäßig, bis ein Anruf von der Polizei kam, dass mein Geschäftsauto einen Vandalismusschaden erlitten hat. Na das sind Nachrichten, die man an einem solchen Tag nicht unbedingt freudig aufnimmt. Etliche Telefonate später stellte sich heraus, daß die Info über die Autonummer verkehrt war und es sich gar nicht  um mein Auto handelte.

Aufatmen und los geht's. Ziel ist Schloß Dennenlohe. Wir haben ja das Glück, nur etwa eine halbe Stunde davon entfernt zu wohnen. Wir holen die Zeit rasch auf und kommen rechtzeitig an.

Schloß Dennenlohe ist ein wirklich romantisches kleines Schlößchen. Weit ab von Hektik und Geschäftigkeit, mitten in dünn besiedelter mittelfränkischer Landschaft. Böse Zungen nennen das Pampa. Ich liebe es so. Wir werden freundlich begrüßt von Herrn Folkert Siemens von "mein schöner Garten" und Frau Petra Möck von der Firma STIHL.  Ach ja und von den Schloßhunden, die uns interessiert beschnuffeln.

Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Schloß Dennenlohe


Die Leserjury besteht aus 3 Mitgliedern, dazu kommt Herr Siemens und viele viele Gartenratgeber. Wir sind unter uns. Die Fachjury hat die Tage zuvor getagt.

Das Ambiente ist so faszinierend, daß die Bücher erst einmal Nebensache sind. Nach einem kurzen Austausch mit der Hausherrin Baronin Süßkind über Hundekrankheiten muß ich erstmal den fantastischen Raum auf mich wirken lassen. Draußen ist herrlichstes Frühlingswetter, die Fenster sind geöffnet und die hereinwehende Frühlingsluft wird begleitet von den etwas aufgeregten Lauten des Ganters im Garten oder den in stolzer Absicht geäußerten Rufen des Pfaus.



"unser" Raum in Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
"unser" Raum in Schloß Dennenlohe



Leserjury bei der Arbeit (c) by Joachim Wenk
Leserjury bei der Arbeit



Aussicht Garten Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Aussicht

Aussicht Garten Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Aussicht Garten Schloß Dennenlohe

aufgeregter Ganter (c) by Joachim Wenk
aufgeregter Ganter
Jetzt aber an die Arbeit. Bis heute Abend müssen wir uns durch die vor jedem liegenden Stapel an Gartenratgeber arbeiten. Aus den eingereichten 46 Ratgebern müssen wir einen herausfinden, der uns allen dreien gefällt und den wir so gut finden, daß wir ihm den Leserpreis verleihen.

Ich stehe ja öfters in Buchläden in der Gartenbuchabteilung und blättere die Bücher durch. Dort muß ich nur entscheiden, ob es mir gefällt, ob Inhalte darin sind, die ich noch sonst nirgends habe und ob ich es mir persönlich kaufen werde. Aber nach welchen Kriterien blättere ich hier? Eine Checkliste hierzu von Herrn Siemens ist hilfreich.

Wir blättern und blättern und legen die Bücher auf eigene Stapel. "Sehr gut, will ich haben". "So ein Schmarrn das kostet doch nur  Geld und wird nicht mehr angeschaut" oder "mal sehen" sind wohl die Kategorien, die sich  jeder von uns gebildet hat. Irgendwann sollten wir alle Exemplare durchgesehen und für uns kategorisiert haben.

Ich sitze und schmökere in den neuesten Gartenbüchern. Ich genieße jede Minute. Vielleicht eine Tasse Kaffee zwischendurch? Es ist für alles gesorgt. Seht euch doch nur einmal an, wie der Kaffee hier serviert wird.

Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe

Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe
Und da soll man sich auf die "Arbeit" konzentrieren können. Bei manchen Bänden fällt die Entscheidung leicht, das würde ich nicht kaufen, es keinem guten Freund empfehlen oder verschenken. Also auf den Stapel mit den "erledigten"  Titeln. Wenn man so etwas noch nicht gemacht hat fällt oft die Entscheidung schwer. Mein Stapel mit "sehr guten" Büchern wächst. Und bei den anderen? Die Kollegin wählt hier scheinbar konsequenter aus, sie  hat nur 2 niedrige Stapel vor sich. Mache ich was verkehrt?

Nein, das war nur ein gekonnter Trick von ihr. Sie hat die "sehr schön" Bücher nicht auf dem Tisch gestapelt, sondern viel tiefer, auf dem Stuhl. Geht es mir also nicht  allein so, daß ich doch so viele Bücher so schön und auch gut finde. Herr Siemens gibt uns den Rat, daß wir schauen sollten, dass letztendlich so um die zehn Bücher auf dem "sehr gut" Stapel sind und wir die dann weiter reduzieren.

Jetzt gibt es erst einmal Mittag essen. Die Baronin hat für uns leckere Suppe, Häppchen, Salat und Nachspeise zubereitet. Schon der Anblick ist ein Genuß. Der Baron kommt kurz zu uns, erzählt von der Fachjurysitzung und verrät aber kein bisschen, welches Buch die Fachjury in der Kategorie "Ratgeber" als Gewinner auserkoren hat.

Es ist Nachmittag. Die silberne Kaffeekanne wird dankenswerter Weise immer wieder von fleißigen Helferinnen gefüllt und  ich habe alle Bücher durch. Mein  Stapel ist zu hoch. Jetzt wird reduziert auf 10 Bücher. Also bei mir sind es einfach 11. Weniger schaffe ich nicht. Nicht nur ich!

Gut dann einigen wir uns auf 11 Bücher, die jeder jetzt vor sich hat. Elf Bücher, die er für so gut einschätzt, den Preis zu bekommen. Und jetzt? Schlagen wir uns jetzt? Ringkampf im Garten um den Sieger? Nein, es ist erstmal garnicht so schwer. Wir könnten ja schauen, ob es Ratgeber gibt in den den drei Stapeln gibt, die jeder von  uns auserkoren hat.

Also frisch ans Werk. Titel 1. Hab ich auch, ich nicht. Hm, erstmal zur Seite legen. Titel 2. Hab ich nicht, ich auch nicht. Gut wieder zur Seite. Titel 3.... und so geht es weiter und dann haben wir am Ende tatsächlich 3 Titel, die in jedem "sehr gut-Stapel " der Jury enthalten waren.

Jetzt müssen wir nur noch den einen Titel aus den dreien auswählen, der dann den Leserpreis bekommt. Jeder macht sich seine persönlichen Reihenfolge. Platz 3 ist wieder gleich einstimmig festgelegt. Platz 1 und Platz 2 bedürfen wohl noch einer Diskussion. Es werden verschieden Sichtweisen durchgesprochen, die Zielgruppe und deren Bedürfnisse herauskristallisiert. Die Inhalte, Verwendungsdauer (einmal durchlesen oder immer wieder hernehmen), Aussagekraft, Leistung des Autors und einiges anderes durchgekaut.

Aber wir werden  uns einig und entscheiden uns für : Das große Biogarten-Buch von Andrea Heistinger im Ulmer Verlag.

Das Buch hat wirklich das Zeug ein Standardwerk wie 
Marie Luise Kreuters Biogarten zu werden. 
Es gibt glaube ich kein Gartenthema im Hausgarten
welches hier nicht angesprochen und behandelt wird. 
Da sollte keine Frage unbeantwortet bleiben. Und 
wie viele Gemüsesorten hier detailliert mit ihren speziellen
Bedürfnissen beschrieben sind ist der Wahnsinn. 
Sogar noch übers Konservieren erfährt man einiges. 
Dieses Buch wird bald in meinem Regal stehen, das ist klar.




Platz 2 ist "Garten-Starter" von Sebastian Ehrl und Jutta Langheineken BLV

Hier wird jedem der mit dem Gedanken spielt sich irgendwie
gärtnerisch zu betätigen die Angst vor dem Unbekannten
genommen. Fachlich fundiert wird aber einfach und
kurz erklärt was zu tun ist und was nicht. Wie lege ich ein
Beet an oder wie pflanze ich das Gemüse. Das versteht jeder. Die
Sprache ist "jugendlich-salopp" aber auf eine sehr
angenehme und unkompliziert natürliche Art und Weise. 
Das ist ein Buch was ich gerne empfehle oder verschenke.




Platz 3 ist "Tomatenliebe" von Melanie Grabner und Christine Weidenweber Ulmer Verlag

Ein wunderschönes Buch für Tomaten-Fans. 
Das Couver, die Fotos, die Texte. Die vielen schön 
beschriebenen Sorten von Tomaten. Kleine, große, runde und runzlige,
gelbe, rote, schwarze. Es gibt nichts, was es nicht gibt. 
Und wer noch Rezeptideen braucht, ist auch gut beraten mit dem Buch. 
Tomatenliebhaber: ab in den Buchhandel, das Buch müsst ihr haben!



Die Auwahl der Leserjury (c) by Joachim Wenk
Die Auwahl der Leserjury
Wir sind richtig stolz auf uns. Wir haben einen Sieger gefunden. Wir alle sind überzeugt von dem Buch und können es guten Gewissens empfehlen. Das Ergebnis eines arbeitsreichen Jury-Tages.

Jetzt formulieren wir - naja dann doch eher der Redakteur, Herr Siemens - die Laudatio. Aber mit unseren Vorschlägen, da es  ja unsere Wahl war.

Stolz präsentieren wir dem Fachjurymitglied Baron Süsskind unsere Auswahl. Er lacht. Lacht er uns aus? Nein das wäre nicht seine Art. Er freut sich einfach. Denn wie  es mit guten Dingen so ist, sie werden einfach immer als gut erkannt. Die Fachjury hat genau diesen Titel ebenfalls als  besten Gartenratgeber 2014 gekürt.

Der erste Tag, zumindest der Arbeitsanteil ist geschafft. Jetzt geht es ins Hotel nach Gunzenhausen, wo unsere Partner bereits auf uns warten.

Was wir am Abend erlebt haben berichte ich in Kürze. Ich würde mich freuen, wenn ihr dann wieder dabei seid. Für heute verabschiede ich mich auf eine Geburtstagsparty.


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