Montag, 31. März 2014

Sonnen-Wochenende mit Aufgabenliste und spontanen Aufgaben.

Wenn ich frei habe und im Garten arbeiten werde, setze ich mich immer, vielleicht am Abend davor, hin und schreibe mir auf, was ich alles tun möchte. Ich schaue im Mondkalender nach, was an dem Tag günstig wäre. Dann gehe ich meine tatsächlich sehr lange Liste durch, in der alles Gemüse und Blumen, welches ich sähen werde, aufgelistet ist. Wann wird gesät, wo (Zimmer, Freiland, Gewächshaus) und wann gepflanzt oder geerntet. Hier sehe ich nach - je nachdem ob zum Beispiel Blatt- oder Wurzeltag ist - was ich gerade sähen könnte. Das hilft schon einmal bei der Entscheidung, welche Beschäftigung ich aus der Vielzahl der anstehenden Arbeiten also tatsächlich an dem Tag angehen werde. Dann sammle ich noch sonstige Tätigkeiten wie Kompost umschlichten, Unkraut rupfen, Gießen und vieles mehr.

Das alles schreibe ich auf einen Block und zusammen mit den benötigten Sämereien mache ich mich auf in den Garten. Diese Liste finde ich sehr hilfreich. Die arbeite ich wirklich ab, je nachdem wieviel Zeit gerade ist. Es ist kurz vor dem Mittag, da fange ich keine große Arbeit mehr an. Etwas muß wirklich heute noch erledigt werden (siehe Kübelpflanzen weiter unten im Blog) dann starte ich damit. Und wenn ich eine Arbeit erledigt habe streiche ich sie bewusst und stolz auf mich durch. Es ist ein schönes Gefühl, wenn am Ende des Tages viele oder manchmal alle Aufgaben erledigt sind. Man verzettelt sich nicht bei der Arbeit, sondern kann zielgerichtet seinem Hobby nachgehen. Früher habe ich das und jenes im Garten gesehen und alles angefangen und am Ende des  Tages war ich frustriert, weil ich "nichts" geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe. Und tatsächlich ging nicht so viel voran, wie jetzt mit meiner Liste. Und wenn mir bei der Arbeit Dinge einfallen, die auch noch gemacht werden müssen, schreibe ich sie erstmal auf die Liste dazu. Alles was nicht erledigt ist, bleibt für den nächsten  freien  Tag stehen. Diese Vorgehensweise ist sehr zu empfehlen.

Und doch kommt es manchmal anders als geplant. Da heißt es flexibel sein. Am Wochenende war es einmal wieder so weit, daß Flexibilität  gefordert war. Aber dank  meine Liste war dann Sonntag Abend vieles erledigt und ich war zufrieden. Aber der Reihe nach:

Ich beginne einmal in der Nacht, so gegen 0 Uhr. Da habe selbst ich natürlich nicht ! im Garten gearbeitet. Aber vor dem zu Bett gehen, lasse ich den Hund immer noch einmal hinaus. Es ist doch fantastisch wie fein deren Sinne ausgeprägt sind. Ich mache die Haustür auf und er geht hinaus. Sofort verändert sich seine Haltung, die Stellung der Augen und er ist hellwach. Bis ich schaue, ist er schon ums Hauseck. Das waren Sekunden. Neugierig bin ich hinterher. Meist jagt er dann einer Katze hinterher. Diesmal wedelte er etwas an, was das Beschnuppern und  Wedeln aber nicht so toll fand. Ja er ist wieder oder noch da. Selten sehe ich ihn. Und wenn, dann immer nur, weil mein Hund mich auf ihn aufmerksam macht. Unser Igel.

Igel im Garten (C) by Joachim Wenk
unser Igel im Garten


Am Morgen danach weckt mich die Frühlingssonne. Bei Sonnenschein hält mich nichts mehr im Bett und auf das Frühstück freue ich mich auch immer.

Danach gehe ich mit dem Hund Gassi bei unseren Weihern und finde endlich, wo der große Weiher Wasser verliert. Seit zwei Wochen bereits beobachte ich, dass der Wasserspiegel fällt. Aber wo fließt es hin? Das ist nicht immer leicht herauszufinden. Heute bemerke ich mehr oder weniger zufällig eine Stelle im Damm an der das Wasser so arg hinaus fließt, dass es sogar plätschert.

Allerhöchste Zeit etwas zu unternehmen! Aber was?

Wir können doch nicht den Damm aufgraben und schon gar nicht mit dem Spaten. Wenn wir nichts machen spült aber das fließende Wasser ein immer größeres Loch hinein, bis es einen richtig großen Schaden gibt.

Das sind diese Ereignisse, bei denen ich meine schöne Aufgabenliste erstmal beiseite legen muß. Das hier hat Vorrang. Wir haben uns dann einen Boden-Rüttler ausgeliehen und sind so lange mit ihm oben am Damm hin und her gerobbt  bis der Boden etwa 20 cm eingedrückt war und das Wasser aufhörte zu fließen. Es hat geklappt. Erstmal ist Ruhe mit Wasserverlust. Hoffentlich hält das so. Jetzt musste ich nur noch am Bach mit zur Zeit nicht gerade viel Wasser, unseren Zulauf, ein Plastikrohr etwas tiefer setzten, daß überhaupt Wasser ins Rohr fließt. Jetzt fließt ganz wenig aber beständig erst einmal wieder Wasser in den Weiher.

Nachmittag half dann ein Bekannter mit dem Schlepper und Frontschaufel zwei vorhandene Erdhaufen etwas zu verteilen und unser eingedrücktes Gebiet  aufzufüllen, daß der Damm wieder eben ist. Eigentlich wollten wir in der Zeit den Graben für das Gewächshausfundament soweit fertig machen, daß er überall gleich tief ist und alles "in der Waage" ist. Das verschieben wir auf Mittwoch.

Bach neben Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
Bach neben dem Weiher

Damm am Weiher (c) by Joachim Wenk
jetzt verdichtete Stelle im Damm, aufgefüllt mir Erde
Wenigstens die groben Grabearbeiten an meinem Gewächshausfundament konnte ich am Wochenende noch abschließen. Dann bekamen wir lieben Besuch zum Kaffee und saßen gemeinsam in der noch warmen Abendsonne. Die Arbeit läuft ja nicht davon und wenn doch, hab ich sie ja wenigstens notiert in meiner Liste. Die kommt nicht weit......

Am Sonntag habe ich dringend das Gesäte gießen müssen so warm ist es. Und - eine Aufgabe die dringend war - die Bewässerung für die Kübelpflanzen haben wir wieder eingerichtet. Laut Wetterbericht bleibt das Wetter zumindest diese  Woche auch noch nachts frostfrei und Tags sehr sehr warm. Damit die großen Kübelpflanzen, die seit Anfang März im Freien  stehen ausreichend Wasser bekommen, wenn ich tags nicht daheim bin zum Gießen, haben wir sie gleich an Ort und Stelle auf die Terrasse gestellt und verkabelt. So früh habe ich diese Arbeit noch nie gemacht glaube ich. Die Tropfbewässerung mit Bewässerungscomputer funktioniert einfach gut. Seit Jahrzehnten nutze ich das System, manche Tropfer sind noch von den Anfängen meiner Bewässerung der Töpfe im  Hinterhof. Was täte ich ohne diese Bewässerung. Und wenn kein Wasseranschluß da ist, funktioniert es mit einer kleinen Tauchpumpe im Regenfass. Das hatte ich seinerzeit in der Dachwohnung am Balkon. Also wenn alles was man sich so, auch für den Garten kauft derart gute Qualität wäre und zuverlässig arbeiten würde auch über  Jahre oder Jahrzehnte, fände ich das wirklich gut.

Und nur mal so nebenbei. Schaut euch doch mal den Himmel an. Nicht eine Wolke und das den ganzen Tag!

erste Kübelpflanzen in der  Sommerfrische (c) by Joachim Wenk
erste Kübelpflanzen in der  Sommerfrische


Ansonsten habe ich noch den einen oder anderen Krimskrams von meiner Liste erledigt. Und so klingt dann wieder einmal ein unwahrscheinlich sonniges und schönes Wochenende aus. Die Uhr ist auf Sommerzeit gestellt und es ist abends länger hell. Eine schöne Zeit mit den langen hellen Abenden. Nach getaner Arbeit mache ich immer noch einen Rundgang durch den Garten um mich an allem zu erfreuen. Heute habe ich euch von diesem Rundgang das Primel hier mitgebracht. Ausgepflanzt letztes oder vorletztes Jahr hat es sich hier eingenistet und freut sich ganz offensichtlich auch über das schöne Wetter.

Primel im Garten (C) by Joachim Wenk
Primel im Garten

Donnerstag, 27. März 2014

Dreizehn Steine zu je 100 Kilogramm - ich hoffe das genügt als Fundament.

Über die Leserjurysitzung und den schönen Schloß- und Landschaftspark habe ich  ausführlich berichtet. Jetzt juckt es mich aber arg, auch wieder von meinem, im Vergleich kleinen und bescheidenen,  Landgarten zu berichten.

Hochmotiviert nach so viel Gartenliteratur muß ich einfach selbst auch wieder praktisch aktiv werden.

Leider war gestern das Wetter zwar sonnig, aber dieser eisige Wind hat mich eher gelähmt, als angespornt. Dennoch war der Geist williger als das Fleisch schwach war. Ich habe einiges geschafft.

Fotos habe ich gemacht, das war eine leichte Aufgabe. Hier ist unserezwei Jahre alte Blumenwiese vor dem Haus. In den  Gesprächen bei der  Gartenbuchpreisverleihung habe ich von Fachleuten erfahren, daß die Narzissen es feucht brauchen (bingo, die Wiese ist im Sommer steintrocken), dass eher lehmiger als  sandiger Boden gut wäre (na wenigstens das haben die Narzissen dort) und, was wohl ganz enorm wichtig ist, sie brauchen einen gut gedüngten Boden. Das ist natürlich auch wieder so überhaupt nicht der Fall. Den Rasen hat schon lange niemand mehr gedüngt. Ich fragte sofort, wann ich düngen soll und da es jetzt gut wäre, mit was. Kompost, organischer Dünger oder Blaukorn. Kompost habe ich gerade nicht und der würde jetzt ausgestreut auch optisch nicht dazu passen. Organischen Dünger müsste ich erst bestellen und das Blaukorn hat unser Gemischtwarenladen im Dorf. Da es auch gerade regnet, habe ich mich entschlossen, das erste mal in meinem Leben so einen Kunstdünger zu kaufen. Was soll es , ich brauche eine schnelle Lösung und der ist jetzt schnell verfügbar. Das brauchen sie weil sonst nichts im Boden ist.  Wenn sie nicht gedüngt werden, verschwinden sie und nach all der Mühe die letzten beiden Herbste, sie zu stecken, will ich das nicht. Also habe ich jetzt einmal mit Blaukorn gedüngt und werde vielleicht im Sommer oder Herbst noch gesiebten Kompost ausbringen und mich nach einem geeigneten organischen Dünger umsehen.

Narzissenwiese vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Narzissenwiese vor dem Haus

Im Dennenloher  Schloßpark steht, wie beschrieben, auch eine winterharte Zitrone. Darum habe ich gleich auch ein Foto von meiner, nach ihrem ersten Winter im Freien, gemacht. Ich bewundere ja immer wieder diese übermächtigen Dornen. Der Baum in Dennenlohe hatte noch viel stärkere und größere Dornen. 

winterharte Zitrone (c) by Joachim Wenk
winterharte Zitrone
Heute kam auch wieder ein Paket von Rühlemanns. Ewiger Kohl, Wermut, Meerrettich  und Oregano. Ich weiß ja schon lange, wo die stehen sollen. Alles ist vorbereitet. Der Kohl hat schon Kompost und Dünger im Boden eingearbeitet, die auf ihn warten. Jetzt kann es losgehen. Ich bin schon sehr gespannt auf ihn. Weil es nachts auch wieder recht kalt werden soll, habe ich alles sicherheitshalber noch mit Vlies abgedeckt. 

Meine Tomaten habe ich endlich gesät und die ganz frühen Kartoffeln zum Vorkeimen in Eierkartons gestellt. 

Bitte schön, darf ich vorstellen von Links nach Rechts: Orla, Belle de Fontenay und Mayan Gold. Die Orla hatte ich vergangenes Jahr bereits. Sehr gesund, keine Fäule, kein Schorf, sehr guter Ertrag und guter Geschmack. Daher habe ich sie gleich wieder genommen. Die anderen sind wohl eher Feinschmeckerkartoffeln, sie sollen einen sehr guten Geschmack haben. Daher probiere ich dieses Jahr neue Sorten zu meinen bewährten. Als Kartoffelfan bin ich schon sehr gespannt, wie sie schmecken werden. 

Orla, Belle de Fontenay und Mayan Gold


Und das hier sind meine ganz kleinen.  Links der Baumspinat, in der Mitte gelbe Melde und rechts außen Bertram. Die wären jetzt super schön in meinem ungeheizten Gewächshaus, aber das steht ja noch nicht.

Baumspinat, gelbe Melde und Bertram (c) by Joachim Wenk
Baumspinat, gelbe Melde und Bertram


Das erinnert mich an etwas. Ich sollte wohl langsam einmal beginnen den Graben für das Fundament auszuheben. Lust habe ich ja gerade bei dem kalten Wetter so garnicht. Aber kommende Woche wird Beton geliefert damit es mit dem Hüttenzauber weiter geht und da könnte man schon gleich auch mit dem Fundament beginnen, wenn etwas übrig bleibt. Wegschütten tun wir da ja nichts. Dazu aber wieder ist besagter Graben notwendig. Also mache ich mich an die Arbeit. 

In der Zwischenzeit werden die Baumaterialien für den Hüttenzauberbau angeliefert. Und die Betonrabatten für das Fundament. Der Fahrer des riesigen Baumaterialien-LKWs weiß, daß eine solche Rabatte fast 100kg auf die Waage bringt. 13 hat er für mich dabei. Da kommt Freude auf. Und die Paletten mit Steinen. Wie gut, daß man den Lieferanten im Dorf beinahe als Nachbar hat. Somit mußte der LKW mit Kran nur vor dem Zaun abladen und der Rest wurde uns dann mit dem Gabelstpler beinahe an Ort und Stelle gebracht. Dem Rasen hat es an manchen  Stellen nicht gefallen, aber wie hätten wir das alles den Berg hinauf bringen sollen? Jeden Stein einzeln? Da wären wir aber ein paar Tage beschäftigt. 

Baumaterial für den Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Baumaterial für den Hüttenzauber

Baumaterial für den Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Baumaterial für den Hüttenzauber

Gewächshausfundament (c) by Joachim Wenk
künftiges Gewächshausfundament

Es hilft alles nichts der Graben fürs Fundament muss einfach her. Drei Seiten habe ich geschafft. Die vierte Seite ist am Samstag dran. für heute reicht es mir. Alle Glieder schmerzen, die  Sonne ist weg und es noch viel kälter, ich friere und schwitze gleichzeitig. Das ist ein sicheres Zeichen für heute Feierabend zu machen.

Fundamentgraben fürs Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Fundamentgraben fürs Gewächshaus

Fundamentgraben fürs Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Fundamentgraben fürs Gewächshaus 

Fundamentgraben fürs Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Fundamentgraben fürs Gewächshaus
So, ich brauche jetzt erst einmal eine ausgiebige und sehr warme Dusche, um mich wieder zum Leben zu erwecken. Am Samstag geht es weiter. Da muß wieder etwas gesät und vielleicht gepflanzt werden, bevor es an dieser Baustelle weiter geht. 



Mittwoch, 26. März 2014

Leserjury von "mein schöner Garten" zum deutschen Gartenbuchpreis 2014 auf Schloß Dennenlohe Teil 3 von 3.

Das Mittagessen ist also verspeist und wir werden abgeholt. Die Reise geht wieder in Richtung Dennenlohe. Bisher waren wir drei von der Jury ja unter uns mit dem  Baron, Frau Möck und Herrn Siemens. Das ändert sich nun abrupt. Vor dem Schloß Dennenlohe hat sich bereits eine ganz ansehnliche Gesellschaft Gartenbegeisterter versammelt. Autoren, Redakteure, Verleger, Moderatorinnen aus dem Bereich Garten.

die drei von der Leserjury Foto von Folkert Siemens
Die drei von der mein-schöner-Garten-Leserjury
 ich, Frau Lindner, Frau Ackermann


Wir stärken uns bei Kaffee und Kuchen für die nun folgende Wanderung durch den Schlossgarten und Landschaftspark.



Kaffee und Kuchen vor dem Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Kaffee und Kuchen vor dem Schloß Dennenlohe


Kaffee und Kuchen vor dem Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Kaffee und Kuchen vor dem Schloß Dennenlohe

Kaffee und Kuchen vor dem Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Kaffee und Kuchen vor dem Schloß Dennenlohe






Baron Süßkind bei einführenden Worten in die Schloßgeschichte (c) by Joachim Wenk
Baron Süßkind bei einführenden Worten in die Schloßgeschichte

Baron Süßkind erklärt einige Eckpunkte der Geschichte des Schlosses, seiner Familie und den Park. Dann geht es los. Wir starten im privaten Bereich des Schlossgartens. Das Wetter ist traumhaft aber blühende Pflanzen gibt es auf Grund des  frühen Zeitpunktes im Jahr noch kaum. Aber dem sehr redegewandten Führer fällt zu so vielen Pflanzen eine Geschichte ein, daß man sich das sehr gut vorstellen kann.

Ich sehe das erste mal life ein Baumpaeonie. Die gefallen mir in den Katalogen schon immer, aber gesehen habe ich noch keine. Ich sehe die Ramblerrose Pauls Himalayan Musk, bei deren Namen ich  gleich hellhörig werde. Sie erklimmt bei mir zu Hause den Walnußbaum. Ja sie ist wüchsig und nimmt viel Platz ein, das habe ich bei meiner auch schon gemerkt. Und sie steht erst zwei  Jahre bei mir. Dann kommen wir zu dieser überdimensionierten Kräuterspirale. Sie ist bestimmt 4-5 m  hoch und ist natürlich keine Kräuterspirale, sonder der symbolische Turm zu Babel mit den 4 Weltenströmen, die von ihm wegfließen.




Turm zu Babel mit Weltenströmen (c) by Joachim Wenk
Turm zu Babel mit Weltenströmen 

Hier wächst auch eine winterharte Zitrone. Ein schon ganz ansehnliches Bäumchen mit wahnsinss Dornen. Auch hier werde ich aufmerksam, habe ich doch eben so eine vergangenes Jahr bei mir im Garten gepflanzt. Ich wollte die schon immer und jetzt habe ich es probiert. Ob sie bei uns wirklich winterhart ist erfahre ich eben nur wenn ich sie pflanze. Da sie im Schlossgarten winterhart ist bin ich etwas entspannter mit meiner.  Sie wird dann bei mir auch die Winter überstehen. Einen hat sie ja nun bereits überstanden.

Während der Erzählungen von Baron Süßkind schaue ich mich immer wieder gerne im Garten um. Hier ein Blick zurück auf das Schloss.


Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Schloss Dennenlohe
Wir wandern weiter und verlassen den privaten Bereich. Schloss Dennenlohe ist bekannt für seine Rhododendren. Wir werden da zur Rhododendrenblüte sicher noch einmal hinfahren. Jetzt lauschen wir eben nur den bilderreichen Erklärungen unseres Führers. Wir wandeln auf schmalen Wegen durch den Park, überall seltene, exotische oder normale Pflanzen. 

Weg durch den Park (c) by Joachim Wenk
Weg durch den Park


Weg durch den Park (c) by Joachim Wenk
Weg durch den Park


Weg durch den Park (c) by Joachim Wenk
Weg durch den Park
Und doch blüht ein Rhododendron schon !
Weg durch den Park (c) by Joachim Wenk
Weg durch den Park
Und die Christrosen blühen!

Christrosen (c) by Joachim Wenk
Christrosen


Christrosen (c) by Joachim Wenk
Christrosen
Christrosen (c) by Joachim Wenk
Christrosen

Weg durch den Park (c) by Joachim Wenk
Weg durch den Park
Langsam wird der Park mehr ein Landschaftspark mit Inseln, "Flüssen" und gestalterischen Elementen wie Brücken und Stegen.

Weg durch den Park (c) by Joachim Wenk
Weg durch den Park


Weg durch den Park (c) by Joachim Wenk
Weg durch den Park
Insel mit Rhododendren (c) by Joachim Wenk
Insel mit Rhodendren

Blick von der Insel in den Park (c) by Joachim Wenk
Blick von der Insel in den Park

Blick vom Park auf die Insel (c) by Joachim Wenk
Blick vom Park auf die Insel


Das neueste Projekt des Schlossherrn ist ein Tempel aus Bhutan mit wasserbetriebener Gebetsmühle.
Gebetsmühle Bhutan (c) by Joachim Wenk
Gebetsmühle







Tempel aus Bhutan (c) by Joachim Wenk
Tempel

Tempel aus Bhutan (c) by Joachim Wenk
Tempel aus Bhutan

Tempel aus Bhutan (c) by Joachim Wenk
Tempel aus Bhutan
Und schließlich noch ein  Panorama vom Tempel über die Landschaft in die Richtung des von hier aus nicht mehr sichtbaren Schloßes. 

Panorama mit Tempel (c) by Joachim Wenk
Panorama mit Tempel

Die geführte und erklärte Tour hätte von mir aus gerne noch länger gehen können, aber für uns von der Leserjury ist es nun an der Zeit für den Rückweg. Wir müssen noch einmal ins Hotel, frisch machen und dann wieder zurück zur feierlichen Verleihung der Preise in den einzelnen Kategorien.

Wieder ist alles wunderschön hergerichtet. Die passende Atmosphäre für einen Gartenbuchpreis. Wir befinden uns im ehemaligen Marstal. Alle eingereichten und begutachteten Bücher liegen zum Schmökern aus.  Nicht nur "unsere" Gartenratgeber, sondern auch die Bücher der anderen Kategorien. Dies waren "Bester Bildband", "Bestes Gartenportrait", "Bestes Buch zur Gartenlyrik und Gartenprosa", "Bester Gartenreiseführer", "Bestes Buch zur Gartengeschichte" und eben "Bester Gartenratgeber". Darüber hinaus wurden die  Siegerbilder des "European Garden Photo Award" ausgestellt, die beste Gartensendung im Fernsehen prämiert und ein Sonderpreis von STIHL vergeben.

Preisverleihung im alten Marstall (c) by Joachim Wenk
Preisverleihung im alten Marstal

 In diesem Schränkchen für Gartengeräte hängt mein künftige Akku-Heckenschere von STIHL. Bitte beachtet auch das Hundl im Vordergrund. Auch die haben sich für den Abend in Schale geworfen. Jeder hatte ein T-Shirt an mit dem Aufdruck "Gartenteam".
Preisverleihung im alten Marstall (c) by Joachim Wenk
Vor dem Marstal

Preisverleihung im alten Marstall (c) by Joachim Wenk
Preisverleihung im alten Marstal

Preisverleihung im alten Marstall (c) by Joachim Wenk
Preisverleihung im alten Marstal 

Preisverleihung im alten Marstall (c) by Joachim Wenk
Preisverleihung im alten Marstal


Ein sehr umfangreiches Programm, durch das die Moderatorin Eva Grünbauer führte. Der Ablauf war überaus zuschauer- /teilnehmerfreundlich gestaltet. Nach jeder Prämierung mit Laudatio und Fotoshooting wuselten fleißige Helfer mit Tabletts durch die Gesellschaft. Auf den Tabletts schwebten Vorspeisenvariationen, Süppchen, Bratwürste mit Kraut, Zander auf Linsen, italienisches Risotto, Schweinefilet mit Gemüse oder Dessertvariationen unter unseren Nasen hindurch. Es war wie im Paradies man musste nur zulangen und hatte die herrlichsten Köstlichkeiten vor sich.

Und auch wenn wir absolut neu in der "eingeschworenen" Gesellschaft waren erlebten wir doch das eine oder andere nette Gespräch. Ich erfuhr ein wenig über das Zustandekommen von Büchern über den Garten. Ich weiß jetzt, daß ich meine Narzissen in der Wiese unbedingt düngen sollte, sonst sind sie bald verschwunden. Wir haben erfahren, daß selbst die Pharmafirmen vermehrt in den Markt der Biologischen Schädlingsbekämpfung für den privaten Garten eindringen und noch das eine oder andere an für mich durchaus interessanter Informationen. Wir konnten die Akku-Heckenschere von STIHL, die ich als Jurymitglied geschenkt bekomme (als Lohn für meine Arbeit am ersten Tag), begutachten und sehen, in welche anderen  Geräte der Akku noch passt.

Am Ende des Abends brechen wir, beladen mit einer  Tasche voller Garten- und Landhefte aus dem Burdaverlag auf in Richtung Auto. Zwei wunderbare Tage sind nun zu Ende und morgen gehe ich hoch motiviert wieder an meine Arbeit im eigenen Garten.

Und so beschließe ich meinen Bericht über die Tage auf Schloss Dennenlohe als Leserjury-Mitglied von mein schöner Garten. Ich bedanke mich bei Folkert Siemens für die Begleitung durch die beiden Tage und viele schöne Gespräche. Ebenso bedanke ich mich für das Sponsoring der Firma STIHL, die Gastfreundschaft von  Baron und Baronin Süßkind. Und ich grüße meine Jurykolleginnen Frau Lindner und Frau Ackermann. Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches und genussvolles Gartenjahr 2014.











Montag, 24. März 2014

Leserjury von "mein schöner Garten" zum deutschen Gartenbuchpreis 2014 auf Schloß Dennenlohe Teil 2 von 3.

Das Tagwerk war also geschafft und das Taxi hat uns wohlbehalten in unserem Hotel in Gunzenhausen abgeliefert. Die Fahrt dorthin waren wir versunken in den Gedanken des Tages und in der Betrachtung der abwechslungsreichen und bereits frühlingshaft ergrünenden fränkischen Landschaft, meiner Heimat.

Unsere Partner erwarteten uns bereits im Hotel. Sie hatten den Tag bis jetzt zur freien Verfügung. Nun dürfen sie sich - so war es zumindest bei uns - erst einmal die wichtigsten Fakten zu den Stunden seit unserer Verabschiedung kurz vor Mittag anhören.

Ich mache mich frisch, rücke die Frisur zurecht und dann werden wir, also "die Jury" nebst Partner -zusammen mit dem mein-schöner-Garten-Redakteur Folkert  Siemens vom Taxi abgeholt. Es geht zum Abendessen.

Nach kurzer Fahrt kommen wir im Gasthof Gentner in Spielberg an. Man erwartet uns und wir warten auf Frau Möck von STIHL und Baron Süßkind, die nach uns aufgebrochen sind.

Der Gasthof ist ganz nach meinem Geschmack. Authentisches Ambiente für einen fränkischen  Gasthof, sehr gepflegt mit liebevollen Details, aber nicht verschnörkelt. Niedrige Räume. Es ist ein altes Gebäude mit Aussagekraft. Man zeigt uns unseren Tisch und verteilt die Karten. Nachdem ich mein Bier gewählt habe, geht es an die Menüwahl. Die Karte bietet eine schöne Auswahl und ist nicht überladen. Das verspricht frische Zutaten und frische Zubereitung. In der Karte befindet sich eine Auflistung der Lieferanten von Obst, Gemüse, Fleisch, Sekt und so weiter. Alles aus der Region.

Somit werden Arbeitsplätze in der Umgebung erhalten, die Umwelt geschont, genau wie die Tiere. Hier muß kein Schwein durch halb Europa gekarrt werden, dass es mehr tot als lebendig im Schlachthof ankommt um gemetzelt zu werden. Danach geht die Reise wieder über mehrere Länder um dann billig importiert zu werden. Nein! Hier muß das Schwein oder Rind oder Fisch auch sterben, aber unter anderen Umständen davor und danach, und für diejenigen die damit zu tun haben. Das wollte ich gesagt haben, da genau das immer wieder in Vergessenheit gerät und viele zu verhungern glauben, wenn sie nicht an diese Art billiges Fleisch ran kommen.

Der Service und die Beratung zu den Produkten und Speisen ist ausgezeichnet. Hier weiß man, was man dem Gast verkauft. Das ist nicht immer so. Wir beginnen mit Birnen-"Champagner" vom Hesselberg, dann trennen sich die gemeinsamen Interessen und jeder findet und bekommt, was ihn glücklich macht. Und vegetarisch heißt hier nicht einfach statt Schweinefleisch Putenfleisch zu kochen oder beim Braten einfach das Fleisch weg zu lassen. Nein, auch Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten. Und dann die Nachspeise.....  

Die Zeit verfliegt und ich genieße jedes kleine Detail. Das Essen und Trinken der liebevoll zubereiteten Köstlichkeiten von hervorragender Qualität. Die Gespräche über Gartenthemen, über die Region, über das Essen. Ein willkürlich zusammengewürfelter Haufen Menschlein sitzt abends beisammen und findet ein interessantes Gesprächsthema nach dem anderen, amüsiert sich und freut sich des Lebens. Ist das allein nicht schon etwas Schönes? 

Abends im Bett bin ich einfach nur glücklich, zufrieden und satt. Und ich freue mich auf den morgigen Tag.





Und schon ist er da, der neue Tag. Es ist Freitag. Kein Büro, keine Verpflichtungen. Ausschlafen und ausgiebig am Frühstücksbuffet schlemmen. Das ist heute morgen angesagt. Wir haben ja Urlaub. Danach gehen wir shoppen in Gunzenhausen. Wer die Stadt kennt, wird sicher schmunzeln, aber wir haben doch Dinge gefunden die wir eingekauft haben. Unter einigen anderen Sachen war auch ein metallenes Windrad für den Garten und eine weiße Primel. Nicht die kleinen bunten, sondern ein schönes Fliederprimel. Und weil Shoppen anstrengt, lockt uns eines der vielen Straßenkaffees. Die Sonne scheint warm vom blauen Himmel, während wir vollkommen entspannt und in freudiger Erwartung unseren Kaffee zu uns nehmen. Bald essen wir zu Mittag im Hotel und werden dann wieder abgeholt. Das Taxi wird uns wieder nach Dennenlohe bringen, wo wir zusammen mit Moderatoren, Redakteuren, Autoren und Verlagsvertretern eine Schloßparkführung mit Baron Süsskind erleben dürfen.

Dazu gibt es dann wieder Fotos. Der Rest des wichtigsten Tages der Gartenbuchpreisverleihung verdient es, einen eigenen Post hier zu bekommen. Also bleibt dabei und besucht mich wieder.



Samstag, 22. März 2014

Leserjury von "mein schöner Garten" zum deutschen Gartenbuchpreis 2014 auf Schloß Dennenlohe Teil 1 von 3.

Wir sind also wieder daheim. Daheim im eigenen Garten, auf den ich - auch oder gerade nach 2 Tagen mit den unterschiedlichen Autortitäten und Kompetenzen zum Thema Garten - sehr stolz bin. Mein Garten, der jetzt noch viel schöner werden wird nach all den Ideen und Anregungen oder  Fachinformationen, die wir mitgenommen haben.

Ich will euch natürlich teilhaben lassen an dem, was wir die letzten beiden Tage erlebt haben. Zwei Tage, wie ich sie noch nie erlebt habe und wohl leider auch nie mehr erleben werde. Zwei Tage für die ich so dankbar bin.

Beginnen wir mit Donnerstag Vormittag. Ankunft sollte bis 10.45  Uhr sein. Es lief auch alles planmäßig, bis ein Anruf von der Polizei kam, dass mein Geschäftsauto einen Vandalismusschaden erlitten hat. Na das sind Nachrichten, die man an einem solchen Tag nicht unbedingt freudig aufnimmt. Etliche Telefonate später stellte sich heraus, daß die Info über die Autonummer verkehrt war und es sich gar nicht  um mein Auto handelte.

Aufatmen und los geht's. Ziel ist Schloß Dennenlohe. Wir haben ja das Glück, nur etwa eine halbe Stunde davon entfernt zu wohnen. Wir holen die Zeit rasch auf und kommen rechtzeitig an.

Schloß Dennenlohe ist ein wirklich romantisches kleines Schlößchen. Weit ab von Hektik und Geschäftigkeit, mitten in dünn besiedelter mittelfränkischer Landschaft. Böse Zungen nennen das Pampa. Ich liebe es so. Wir werden freundlich begrüßt von Herrn Folkert Siemens von "mein schöner Garten" und Frau Petra Möck von der Firma STIHL.  Ach ja und von den Schloßhunden, die uns interessiert beschnuffeln.

Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Schloß Dennenlohe


Die Leserjury besteht aus 3 Mitgliedern, dazu kommt Herr Siemens und viele viele Gartenratgeber. Wir sind unter uns. Die Fachjury hat die Tage zuvor getagt.

Das Ambiente ist so faszinierend, daß die Bücher erst einmal Nebensache sind. Nach einem kurzen Austausch mit der Hausherrin Baronin Süßkind über Hundekrankheiten muß ich erstmal den fantastischen Raum auf mich wirken lassen. Draußen ist herrlichstes Frühlingswetter, die Fenster sind geöffnet und die hereinwehende Frühlingsluft wird begleitet von den etwas aufgeregten Lauten des Ganters im Garten oder den in stolzer Absicht geäußerten Rufen des Pfaus.



"unser" Raum in Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
"unser" Raum in Schloß Dennenlohe



Leserjury bei der Arbeit (c) by Joachim Wenk
Leserjury bei der Arbeit



Aussicht Garten Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Aussicht

Aussicht Garten Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Aussicht Garten Schloß Dennenlohe

aufgeregter Ganter (c) by Joachim Wenk
aufgeregter Ganter
Jetzt aber an die Arbeit. Bis heute Abend müssen wir uns durch die vor jedem liegenden Stapel an Gartenratgeber arbeiten. Aus den eingereichten 46 Ratgebern müssen wir einen herausfinden, der uns allen dreien gefällt und den wir so gut finden, daß wir ihm den Leserpreis verleihen.

Ich stehe ja öfters in Buchläden in der Gartenbuchabteilung und blättere die Bücher durch. Dort muß ich nur entscheiden, ob es mir gefällt, ob Inhalte darin sind, die ich noch sonst nirgends habe und ob ich es mir persönlich kaufen werde. Aber nach welchen Kriterien blättere ich hier? Eine Checkliste hierzu von Herrn Siemens ist hilfreich.

Wir blättern und blättern und legen die Bücher auf eigene Stapel. "Sehr gut, will ich haben". "So ein Schmarrn das kostet doch nur  Geld und wird nicht mehr angeschaut" oder "mal sehen" sind wohl die Kategorien, die sich  jeder von uns gebildet hat. Irgendwann sollten wir alle Exemplare durchgesehen und für uns kategorisiert haben.

Ich sitze und schmökere in den neuesten Gartenbüchern. Ich genieße jede Minute. Vielleicht eine Tasse Kaffee zwischendurch? Es ist für alles gesorgt. Seht euch doch nur einmal an, wie der Kaffee hier serviert wird.

Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe

Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe (c) by Joachim Wenk
Kaffeepause auf Schloß Dennenlohe
Und da soll man sich auf die "Arbeit" konzentrieren können. Bei manchen Bänden fällt die Entscheidung leicht, das würde ich nicht kaufen, es keinem guten Freund empfehlen oder verschenken. Also auf den Stapel mit den "erledigten"  Titeln. Wenn man so etwas noch nicht gemacht hat fällt oft die Entscheidung schwer. Mein Stapel mit "sehr guten" Büchern wächst. Und bei den anderen? Die Kollegin wählt hier scheinbar konsequenter aus, sie  hat nur 2 niedrige Stapel vor sich. Mache ich was verkehrt?

Nein, das war nur ein gekonnter Trick von ihr. Sie hat die "sehr schön" Bücher nicht auf dem Tisch gestapelt, sondern viel tiefer, auf dem Stuhl. Geht es mir also nicht  allein so, daß ich doch so viele Bücher so schön und auch gut finde. Herr Siemens gibt uns den Rat, daß wir schauen sollten, dass letztendlich so um die zehn Bücher auf dem "sehr gut" Stapel sind und wir die dann weiter reduzieren.

Jetzt gibt es erst einmal Mittag essen. Die Baronin hat für uns leckere Suppe, Häppchen, Salat und Nachspeise zubereitet. Schon der Anblick ist ein Genuß. Der Baron kommt kurz zu uns, erzählt von der Fachjurysitzung und verrät aber kein bisschen, welches Buch die Fachjury in der Kategorie "Ratgeber" als Gewinner auserkoren hat.

Es ist Nachmittag. Die silberne Kaffeekanne wird dankenswerter Weise immer wieder von fleißigen Helferinnen gefüllt und  ich habe alle Bücher durch. Mein  Stapel ist zu hoch. Jetzt wird reduziert auf 10 Bücher. Also bei mir sind es einfach 11. Weniger schaffe ich nicht. Nicht nur ich!

Gut dann einigen wir uns auf 11 Bücher, die jeder jetzt vor sich hat. Elf Bücher, die er für so gut einschätzt, den Preis zu bekommen. Und jetzt? Schlagen wir uns jetzt? Ringkampf im Garten um den Sieger? Nein, es ist erstmal garnicht so schwer. Wir könnten ja schauen, ob es Ratgeber gibt in den den drei Stapeln gibt, die jeder von  uns auserkoren hat.

Also frisch ans Werk. Titel 1. Hab ich auch, ich nicht. Hm, erstmal zur Seite legen. Titel 2. Hab ich nicht, ich auch nicht. Gut wieder zur Seite. Titel 3.... und so geht es weiter und dann haben wir am Ende tatsächlich 3 Titel, die in jedem "sehr gut-Stapel " der Jury enthalten waren.

Jetzt müssen wir nur noch den einen Titel aus den dreien auswählen, der dann den Leserpreis bekommt. Jeder macht sich seine persönlichen Reihenfolge. Platz 3 ist wieder gleich einstimmig festgelegt. Platz 1 und Platz 2 bedürfen wohl noch einer Diskussion. Es werden verschieden Sichtweisen durchgesprochen, die Zielgruppe und deren Bedürfnisse herauskristallisiert. Die Inhalte, Verwendungsdauer (einmal durchlesen oder immer wieder hernehmen), Aussagekraft, Leistung des Autors und einiges anderes durchgekaut.

Aber wir werden  uns einig und entscheiden uns für : Das große Biogarten-Buch von Andrea Heistinger im Ulmer Verlag.

Das Buch hat wirklich das Zeug ein Standardwerk wie 
Marie Luise Kreuters Biogarten zu werden. 
Es gibt glaube ich kein Gartenthema im Hausgarten
welches hier nicht angesprochen und behandelt wird. 
Da sollte keine Frage unbeantwortet bleiben. Und 
wie viele Gemüsesorten hier detailliert mit ihren speziellen
Bedürfnissen beschrieben sind ist der Wahnsinn. 
Sogar noch übers Konservieren erfährt man einiges. 
Dieses Buch wird bald in meinem Regal stehen, das ist klar.




Platz 2 ist "Garten-Starter" von Sebastian Ehrl und Jutta Langheineken BLV

Hier wird jedem der mit dem Gedanken spielt sich irgendwie
gärtnerisch zu betätigen die Angst vor dem Unbekannten
genommen. Fachlich fundiert wird aber einfach und
kurz erklärt was zu tun ist und was nicht. Wie lege ich ein
Beet an oder wie pflanze ich das Gemüse. Das versteht jeder. Die
Sprache ist "jugendlich-salopp" aber auf eine sehr
angenehme und unkompliziert natürliche Art und Weise. 
Das ist ein Buch was ich gerne empfehle oder verschenke.




Platz 3 ist "Tomatenliebe" von Melanie Grabner und Christine Weidenweber Ulmer Verlag

Ein wunderschönes Buch für Tomaten-Fans. 
Das Couver, die Fotos, die Texte. Die vielen schön 
beschriebenen Sorten von Tomaten. Kleine, große, runde und runzlige,
gelbe, rote, schwarze. Es gibt nichts, was es nicht gibt. 
Und wer noch Rezeptideen braucht, ist auch gut beraten mit dem Buch. 
Tomatenliebhaber: ab in den Buchhandel, das Buch müsst ihr haben!



Die Auwahl der Leserjury (c) by Joachim Wenk
Die Auwahl der Leserjury
Wir sind richtig stolz auf uns. Wir haben einen Sieger gefunden. Wir alle sind überzeugt von dem Buch und können es guten Gewissens empfehlen. Das Ergebnis eines arbeitsreichen Jury-Tages.

Jetzt formulieren wir - naja dann doch eher der Redakteur, Herr Siemens - die Laudatio. Aber mit unseren Vorschlägen, da es  ja unsere Wahl war.

Stolz präsentieren wir dem Fachjurymitglied Baron Süsskind unsere Auswahl. Er lacht. Lacht er uns aus? Nein das wäre nicht seine Art. Er freut sich einfach. Denn wie  es mit guten Dingen so ist, sie werden einfach immer als gut erkannt. Die Fachjury hat genau diesen Titel ebenfalls als  besten Gartenratgeber 2014 gekürt.

Der erste Tag, zumindest der Arbeitsanteil ist geschafft. Jetzt geht es ins Hotel nach Gunzenhausen, wo unsere Partner bereits auf uns warten.

Was wir am Abend erlebt haben berichte ich in Kürze. Ich würde mich freuen, wenn ihr dann wieder dabei seid. Für heute verabschiede ich mich auf eine Geburtstagsparty.