Samstag, 8. Februar 2014

Die Ergebnisse der Bodenproben liegen nun vor.

Nachdem vorgestern per Mail von dem Bodenanalyseinstitut die Ergebnisse bei mir eintrudelten, lag gestern der Brief vom Institut Koldingen in meinem Briefkasten.

Die Ergebnisse beschäftigen mich sehr stark und ich habe dieses Wochenende keine Zeit mich ordentlich damit zu befassen. Nichts desto trotz will ich den Stand der Dinge mitteilen und wir werden sehen wie es weiter geht. Jedenfalls habe ich mich mit dem Eindruck, daß Wachstumsstörungen - über die ich einen Post geschrieben habe im Herbst - vorliegen, nicht getäuscht. Die Ergebnisse sagen das sogar vorher, daß es zu Wachstumsstörungen kommen wird. 

Aber hier zunächst einmal die Ergebnisse. Leider steht auch auf dem zweiten Bericht, daß man ihn nicht veröffentlichen darf. Daher werde ich ihn hier nicht hochladen sondern nur die Ergebnisse darstellen und dann können wir überlegen und diskutieren, was man unternehmen könnte. 

Ein Gemüsegartenteil war über Jahrzehnte Gemüsegarten der Vorbesitzer und wurde dann vor einigen Jahren aus Altersgründen in Rasen umgewandelt. Ich habe ihn im Frühjahr 2013 wieder umgeackert und baue dort wieder Gemüse an. Die folgenden Werte wurden untersucht. (In den Klammern nenne ich die optimalen Werte). Die Zahlen ohne (Klammer) sind die bei mir gemessenen Werte. 

Calcium 4660 mg/kg Boden (2000-150000 mg/kg) ==> optimal versorgt

Magnesium 383 mg/kg Boden (80 -200 mg/kg) ==> "Luxusversorgung, Wertl liegt über dem Optimum

Kalium 450 mg/kg Boden (108-156 mg/kg) ==> "Luxusversorgung", Wert liegt üer dem Optimum

Phosphor 1920 mg/kg Boden (345 - 575 mg/kg) ==> Wert liegt über dem Grenzwert und überschreitet den Grenzwert nach Klärschlammverordnung

Nitrat 13,6 mg/kg Boden (10-40 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Eisen 1360 mg/kg Boden (500-4000 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Bor 1,7 mg/kg Boden (0,10 - 2,10 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Kupfer 11,4 mg/kg Boden (2,0 - 50 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Zink 42,4 mg/kg Boden (10,0 - 100 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

ph-Wert 6,6 (5,5 -7) ==> Wert liegt im Optimum

Bodenart: sandiger Schluff, mittel humos

Bei jedem Wert sind ein paar Worte zur Bedeutung des Minerals genannt. Sie sind nicht sonderlich aussagekräftig. Vor allem wird dort nichts direkt verwertbares zum eigenen Wert und den Konsequenzen gesagt. So steht beim drastisch erhöhten Phosphor, nur dass erhöhte Werte den Pflanzen schaden. Am Ende der Analyse wird auf die Hauptnährstoffe in einem Satz eingegangen. Das sind Phosphor, Kali und Nitrat. Ich bekomme die Aussage: "eine Düngung mit Handelsdüngern ist nicht erforderlich". Und dass Kompostwirtschaft im Garten sinnvoll ist. 




Der zweite Gemüsegartenteil war über Jahrzehnte der Hühnerlauf und Kaninchengehege der Vorbesitzer. Hühner lebten dort bis 2011. Ich habe 2012 im Frühjahr alles gerodet und umgeackert und baue dort seither Gemüse an. Untersucht hat das Institut Kaldingen. 

Kalk (Kalzium ) hier wird kein Wert angegeben, nur der ph-Wert.6,3. ==> Wert hoch

Phosphor 47mg / 100g Boden (hier 100g, oben 1kg Boden als Referenz!) das würde bedeuten 470mg/kg Boden (Im Vergleich zu 1920mg/kg im anderen Gartenteil). ==> Wert sehr hoch

Kali 38mg/100g  Boden ==> Wert ist hoch. 

Magnesium 22mg/100g Boden ==> Wert hoch. 

Bodenart sandige Lehm, Humuszustand: schlecht.

Mehr wurde nicht untersucht. Umfangreicher und praxisbezogener sind die Hinweise zur Bodenprobe. So wird bei den hohen Werten erwähnt, daß ich keine Dünger verwenden soll, die diese Bestandteile beinhalten. Beim sehr hohen Phosphatwert wird zum Beispiel erläutert, dass dieser Wert die Versorgung mit Eisen und Kupfer beeinträchtigt und damit das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigt. 

Es wird empfohlen nicht zu düngen, nur einen reinen Stickstoffdünger herzunehmen. Da diese Untersuchung zwar von dem genannten Institut erfolgt, aber über den Biogarten-Versand erworben wird, bekommt man spezielle Düngeempfehlungen mit Düngern, die man  beim Biogartenversand erwerben kann. Das stand schon im Katalog und das finde ich auch sehr gut. Vor allem weil ich Empfehlungen für Kunstdünger sowieso nicht umsetzen würde. Hier wird mir empfohlen Hornmehl zu streuen. Es wird auch vorgeschlagen die genaue Menge pro Quadratmeter, der Monat in dem ich Düngen sollte und das aufgeschlüsselt nach Schwachzehrern, Mittelzehrern und Starkzehreren. Es wird auch aufgelistet, welches Gemüse zu der jeweiligen Klasse gehört. 


Also was sagt mir das jetzt. 

Der hohe Phosphatwert macht mir Sorgen. Soweit meine Recherchen sind unterstützen alle Aussagen die Formulierung vom Institut Kaldingen, daß die Aufnahme anderer Stoffe dadurch blockiert wird und es zu Wachstumsstörungen kommt. So habe ich ja letztes Jahr im August Asiasalate gesät (Herbstaussaaten). Die sind 4-6 Wochen nach der Aussaat erntereif. Was soll ich sagen, ich konnte nichts ernten, da sie nicht wuchsen. Mairüben im März oder April im Gewächshaus gesät, haben vielleicht Ende Juli oder August dann holzigen erntereife Knollen. Immer wieder beobachtete ich dass Pflanzen einfach nicht wachsen. Im Gemüsegarten und auch im Stauden und Rosenbereicht. Kein Zuwachs und das nach 2 Standjahren. Das kenne ich von meinen anderen Gärten nicht. Wenn ich was gepflanzt habe ist es gewachsen. Hier bleibt so vieles einfach stehen oder wird krank. Die Tomaten im Gewächshaus waren von Anfang an gelbblättrig und kränklich, aber nicht so kränklich wie wenn Braunfäule sie dahinrafft. Sie wuchsen aber soooooo langsam und mit so gelben verdorrtem Laub. Damals hat die Recherche im Internet mich zu einem Photo geführt, wie Tomaten mit Magnesiummangel aussehen und wachsen. Da fand ich meine wieder. Das war der Beginn meiner Gedanken zur Bodenbeschaffenheit und der Überlegung, ihn analysieren zu lassen. 

Und was erfahre ich unter anderem. Hohe Kaliversorgung im Boden, die allerdings die Aufnahme von Magnesium beeinträchtigt. Also mit dem Boden ist noch nicht alles im Gleichgewicht. Das wird wohl noch dauern bis ich schöne Pflanzen ziehen kann. 

Nun war daheim gleich die Diskussion, woher das kommt, der Vorbesitzer hat doch den Boden nicht überdüngt und wohl auch (nicht viel?) Blaukorn oder sonst Kunstdünger verwendet. 

So weit ich es zum jetzigen Stand beurteilen kann liegt es einfach an der Vorgeschichte des Gartens. Wenn man sich die Tabellen ansieht, welcher Dünger ob natürlich oder künstlich hohe Kalium und Phosphatwerte hat kommt man immer auf ganz bestimmte Dünger. Egal wo man nachliest. Welche sind das wohl? Geflügelmist. Da haben wir es doch schon. Wenn man im Hühnerlauf gärtnert ist es wohl nur natürlich, daß dort über die Jahrzehnte sich der Hühnerkot angesammelt hat, verrottet ist und eben diese Werte hervorruft. Warum allerdings im ehemaligen Gemüsegarten dies extrem hohen Phosphatwerte vorliegen weiß ich auch nicht. Fest steht, daß der Hühnerkot mit Sägemehl immer über den "Kompost" entsorgt wurde und das alles, wenn verrottet wieder im Gemüsegarten landete. So kommen sicher auch hohe Werte im Nicht-Hühnerlauf zustande. Das war aber schon einige Jahre in dem als Rasen genutzten Gartenteil nicht der Fall. Jetzt bin ich am überlegen. Da waren noch zwei verrottete Haufen am Kompostplatz die ich im Gemüsegarten (und Gewächshaus!) verteilt hatte. Sie waren vollständig verrottet, rochen auch nach "Waldboden" und so habe ich sie verteilt um Platz für meine Kompostmieten zu haben. Wahrscheinlich waren das auch wieder Phosphat-Bomben. 

Also wo es herkommt weiß ich, was falsch ist auch. Jetzt muß ich nur noch wissen wie ich es wieder hin bekomme. Den Stickstoffdünger Hornmehl werde ich kaufen. Sonst werde ich nichts düngen. Die Holzasche aus dem Kaminofen werde ich auch nicht mehr auf den Kompost tun (Kalium!). Und dann heißt es abwarten ob sich das Phosphat abbaut und ob sich das Bodenleben aufbaut und somit der Humusanteil und auch wieder biologische Puffer die erhöhte Werte ein wenig puffern würden. Jedenfalls werde ich wohl in vielleicht 2 Jahren den Boden wieder untersuchen lassen. 

Und wenn von euch jemand Internetseiten  zu alledem kennt, freue ich mich, wenn ihr mir die links zukommen lasst. Oder auch gute Literatur würde ich zu schätzen wissen. 


Und damit es dem schönen Frühlingswetter mit Sonnenschein und 9°C gerecht wird, habe ich auch noch etwas schönes gemacht. Ich habe den Versuch gestartet, jetzt schon Möhren zu sähen. Zwei klein Reihen Nantaise2/Milan habe ich gesät. Jetzt bin ich gespannt ob sie keimen und ob ich das beobachten werde, oder ob dann die Schnecken schon wieder alles abfressen, wenn es so weit ist. 

Das ist sie also die allererste Aussaat 2014 mit neuer Schnur für gerade Reihen und neuer Schaufel. Wenn das nicht gut wird......

erste Aussat 2014 (c) by Joachim Wenk
Erste Aussaat 2014




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