Mittwoch, 26. Februar 2014

Wie in guter Literatur: hehre Ziele und unlösbares Dilemma

Ich habe mir vorgenommen - nein es ist eine Lebenseinstellung von mir - in meinem Garten in Harmonie mit allen darin wohnenden Wesen zu leben. Und ja, es ist ein Garten und kein Brachland. Das heißt, ich baue darin zielgerichtet Pflanzen an. Weil sie schön blühen, schön wachsen oder gut schmecken.

Jemand der keinen Garten besitzt, versteht sicher nicht so leicht welch dramatisches Potenzial diese beiden Ziele bergen.

Letztes Jahr, nach dem nassen und kalten Mai und Juni explodierte in meine Garten die Schneckenpopulation.  Die braunen Mitbewohner meines Garten fraßen einfach alles auf. Ich sage "alles" und sage auch gleich dazu, daß ich hier wirklich nur ein ganz klein wenig übertreibe. Ganz wenig! Das alles geschah in derart angsteinflößendem Ausmass (Bilder findet man hier im Blog vom letzten Sommer) dass - und ich übertreibe wirklich nicht - ich panikartige Gefühle bekam.

Meine beiden wichtigsten Ziele mit meinem Garten schienen unerreichbar.

Blumen, Stauden, Gemüse und Kräuter bis hin zu Sträuchern wie einen Holunder wurden einfach weggefressen, verstümmelt, getötet.

Ich mußte eingreifen. Und was macht der Hobbygärtner in diesem Fall? Schneckenkorn. Aber das von Neudorff. Das ist wenigstens nur für die Schnecken tödlich nicht für Haustiere, Kröten, Igel etc. Und was ist mit meine Ziel der Harmonie? Massenmord um mein anderes Ziel zu erreichen? Diesen Konflikt mußte ich nicht lange ausstehen. Die Entscheidung ob ich das Gift streue oder nicht wurde mir abgenommen. Es hatte den Anschein, als würde das leckere Schneckenkorn nur noch mehr und mehr Schnecken von allen Seiten anlocken. Ich stoppte das Schneckenkorn. Die Schnecken aber stoppten nicht.

Als nächste Lösung, um beide Ziele zu erreichen, schien mir das Absammeln eine gute Möglichkeit. Abends mit Latexhandschuhen bewaffnet streifte ich durchs Gemüse und einen Teil des Staudengartens. Ich sammelte sie auf und transportierte sie eimerweise raus aus dem Garten, über die Straße und dann ab auf dei Pferdeweide. Latexhandschuhe seien jedem empfohlen der so handeln will, wie ich es tat. Der Schneckenschleim geht nicht mehr von den Händen. Zehnmal, Zwanzig mal, Dreißig...... unendendliche Male habe ich Hände gewaschen und der Schleim blieb dran. Wie Blut an den Händen vom Mörder.

Dabei hatte ich da noch garnicht gemordert. Noch! Das Absammeln nützte nichts. Vielleicht kamen immer die selben einfach wieder. Anbauen konnte ich nichts mehr. Es war am kommenden Tag verschwunden. Zum Teil sogar in den Schneckenabwehrringen.

Bleiben wir also beim Mord anstatt der Harmonie. Wenigstens das zweite Ziel wollte ich erreichen. Schöne Blüten und gutes Gemüse.

Ich habe die Schnecken tatsächlich auch schon bequatscht. Abends, allein im Garten, habe ich auf sie eingeredet. Aber sie nahmen es sich nicht zu Herzen. Also Mord. Salz ist qualvoll und man sollte das vermeiden. Ersäufen ist auch langwierig und sicher qualvoll. Ich entschied mich für die Methode des Zerschneidens mit der Schere. Mein Gewissen dabei verkrampfte sich. Ich tat das einige Tage und mein Gewissen wurde nicht besser.

Recherchen im Internet brachten mich nicht weiter. Bis ich mich an den Schneckenzaun erinnerte. Einer aus verzinkten Blech. Dauerhaft. Den hatte ich noch von früher und ergänzte ihn um einige Meter. Wenigstens ein Teil meines Gemüesgartens, der rechteckige Teil, kann damit eingerahmt werden. So mache  ich es!

Weil es aber mittlerweile Hochsommer war, fand ich das Beet besetzt mit zerfressenem Kohl, unberührtem Mangold, ausreifenden Erbsen, abgefressenen Roten Rüben, Rettichen und Kürbis und Zucchini und Stangenbohnen. Ich konnte nur einen Teil einrahmen ohne das wenige kümmerliche und zerfressene Pflanzenleben abzuschneiden. Aber einTeil wurde eingefasst mit dem Zaund.  Darin dann wieder Schneckenkorn gestreut um die Schnecken die innerhalb sind, zu beseitigen (ich will nicht schon wieder von ermorden sprechen).

Ich habe darin die Asiasalate, Kohlrabi und Winterrettiche angebaut. Ebenso Blattsellerie, Pastinaken, Hirschhornwegerich. Und nichts wurde von Schnecken zerstört. Es war so erleichternd eine Möglichkeit gefunden zu haben die hilft. Ich habe ja wirklich nichts mehr pflanzen können. Sähen schon garnicht, da die aufgehende Saat gefressen wurde, bis ich überhaupt etwas sah.

Heute schließlich war es so weit. Bei blauem Himmel und ganztägig Sonnenschein mit über 10°C habe ich den Schneckenzaun in den endgültigen Ausmassen fertig ausgegraben und wieder eingegraben. Jetzt kann die Saison starten. Von mehreren Stellen habe ich auch erfahren, daß man jetzt zeitig im Frühjahr schon Schneckenkorn ausbringen muß. Es gibt noch nicht viel anderes, die Schnecken sind bereits aktiv und noch klein und fressen eher die Giftkörner, die bei ihnen auch noch besser wirken als bei den großen Sommer-Schnecken. Das habe ich auch heute gleich getan. Im Schneckenzaunbeet und auch auf den anderen Flächen.

Ja die anderen Flächen. Wie wird da wohl das Jahr 2014? Regelt sich die Population auf ein vernünftiges Maß ein? Werde ich auf den ungeschützten Flächen Pflanzen großziehen können?

Schneckenfreie Zone (c) by Joachim Wenk
Schneckenfreie Zone

Und weil ich diese Bilder-Reihen immer sehr schön finde beginne ich hier eine neue Serie an Bildern. Das ist meine Blumenzwiebel-Wiese im Februar. Schneeglöckchen und Krokusse blühen. Narzissen spitzen aus der Erde und Tulpen schlafen noch.

Blumenwziebelwiese im Februar (c) by Joachim Wenk
Blumenwziebelwiese im Februar
Und damit es auch noch ein paar richtige Blüten zu sehen gibt, die man nicht erst auf dem Foto suchen muß, zeige ich hier meine Orchideen an meinem Sekretär an dem ich gerade diesen Text hier schreibe.

Orchideen neben dem Schreibplatz (c) by Joachim Wenk
Orchideen neben dem Schreibplatz

Montag, 24. Februar 2014

Auflösung Bilderrätsel

Hallo ihr Lieben und einen sonnigen Start in die neue Woche. Sie soll ja zumindest Frühlingswettertechnisch ganz hervorragend werden.

Da man ja bei Goggle leider im Kommentar keine Bilder reinpacken kann, muß ich die Auflösung als extra Beitrag schreiben.

Hier seht ihr ein Foto der gesamten Pflanze. Ja ihr hattet  recht, es ist ein Korkenzieherhasel. Ca 30 Jahre alt,etwa 3,5-4m hoch und mit sehr imposanten Stamm. Um den zu fotografieren mußte ich auf allen Vieren unter den Zweigen durch krabbeln. Dort mußte ich ohnehin vordringen, da ich eben die geraden Schosse aus der Wurzel der veredelten Haselnuß abschneiden mußte. Das muß sein, weil sonst die Optik nicht mehr stimmt und, wie ich gelesen habe, weil sonst die Korkenzieherhasel kaputt geht. Die Korkenziehervariante ist auf normale Haselnußwurzeln veredelt. Da die normale Haselnuß deutlich wüchsiger ist als die Variante mit gedrehten Zweigen würde die Unterlage also die Veredelung überwuchern, wenn man sie nicht entfernt.


Wie wüchsig normale Haselnüsse sind, seht ihr auf den weiteren Fotos. Wir haben ganz viele ausgewachsenen Haselnusssträucher in der verwilderten Hecke am Zaun gehabt. Auch die Überdachung der Terrasse besteht aus einem Haselnussstrauch. Und dessen Zweige beschatten fast die gesamte  Terrasse. 6m Höhe erreichen diese Sträucher locker und in der Breite, wenn sie frei wachsen können auch fast.



Korkenzieherhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Korkenzieherhaselnuß

Korkenzieherhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Korkenzieherhaselnuß


Und hier ein Blick vom Boden vor dem Stamm nach oben. Nebenbei bemerkt ist es garnicht so einfach hier ein unverwackeltes Bild zu schiessen, wenn einem ständig jemand an der Hose zieht und man frech angestuppst wird. Und das nur weil mein Max (Labradormischling) es sehr witzig findet, wie ich hier am Boden im Gebüsch herumkrieche......



Korkenzieherhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Korkenzieherhaselnuß

Normale Haselnußsträucher werden wirklich viel größer als Korkenzieherhaselnüsse.

Haselnußhecke (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke
 Diese beiden Haselnüsse sind der lebende Sonnenschirm über unserer Terrasse, leider habe ich kein Foto wo sie ganz darauf zu erkennen sind. Aber man sieht die Stämme und wie die vordersten Blätter bis zum Rand der Terrasse reichen so ausladend sind sie.

Terrasse mit Hasenußüberdachung (c) by Joachim Wenk
Terrasse mit Hasenußüberdachung




Sonntag, 23. Februar 2014

Was ist das für eine "Pflanze"?


Ein wunderbares Wochenende geht zu Ende. Ich sitze hier am PC und lass alles noch einmal an meinem inneren Auge passieren. Für mich war es das erste schöne sonnige Wochenende an dem ich dieses Jahr im Garten arbeiten wollte und konnte.

Es mußten noch einige Dinge zurück geschnitten werden. Eine, ich nenne sie einmal einfach nur Pflanze, ist immer etwas mit Gymnastik verbunden, wenn ich ihr mit der Astschere zu Laibe rücken muß. Und dass muß jedes Jahr geschehen. Sie ist aber ein solches Prachtexemplar, der Stolz meines Gartens. Sie steht an der Treppe zum Haus hinauf und jeder, der zu Besuch kommt muß an ihr vorbei. Oft wird sie bewundert. Hier ein Foto vom Stamm der Pflanze. Wer weiß was es für eine Pflanze ist? Und wer das errät, weiß auch was ich mit der Astschere daran schnippeln musste.

Prachtexemplar (c) by Joachim Wenk
Prachtexemplar

Im Gemüsegarten habe ich ein kleine Fläche gegrabegabelt. Der Boden war garnicht so naß wie ich dachte. Es ließ sich gut arbeiten. Etwas Unkraut darauf entfernt und die Blattsellerie und den Hirschhornwegerich. Beides letzten Sommer gesät, dann ausgepflanzt und dann - typisch für meinen Boden  - nicht mehr gewachsen zum Ernten. Dann kam der Winter. Jetzt, wo ich die Fläche wieder brauche sind aus den Blattsellerie wunderbare, kräftige Pflanzen geworden. Ich habe sie einfach versetzt, denn untergraben wollte ich sie nicht. Der Hirschhornwegerich ist auch noch da und mehrjährig. Ich habe ihn auch versetzt in Ecken gepflanzt, wo so schnell nichts anderes hin kommt. Seine Blätter schmecken gut im Salat (oder für den grünen Smoothie). Ein Verwandter von Spitz- und Breitwegerich, aber mit Blättern die wie kleine Ausgaben vom Hirschgeweihfarn aus dem Wohnzimmer aussehen. Er säht sich dann wohl wie die anderen Wegeriche selbst aus und ich muß ihn nicht immer selbst neu sähen.

Blattsellerie (C) by Joachim Wenk
Blattsellerie

Hirschhornwegerich (c) by Joachim Wenk
Hirschhornwegerich
Auf die nun gut vorbereitete Fläche kommt in den nächsten Tagen der Meerrettich. Oder was von ihm übrig ist. Ich hoffe auf seine Lebenskraft, daß er wieder kommt. "Du tust dir Meerrettich an? Der ist wie Unkraut den bekommst du nie wieder weg" sind immer die Reaktionen. Was ist das? Das ist die Frage, meine Antwort lautet "Meerrettich" und dann die genannten Reaktionen. Und weil ihn niemand im Garten haben will, habe ich jahrelang vergebens versucht Wurzeln zu bekommen. Dann war es endlich einmal so weit, seither habe ich endlich den geliebten Meerrettich im Garten. Schon im Feld-Garten, jetzt im Hausgarten. Und nie war es ein Problem wie Giersch oder so. Ich kam immer gut mit ihm aus. Nur letztes Jahr, dieses unsägliche 2013 hat es sogar geschafft, daß gar mein Meerrettich fast kaputt ging. Er wuchs nicht. Im Herbst dann, wenn ich überhaupt noch Blätter fand die "Ernte" keine einzige brauchbare Wurzel. Ich war schon froh ein paar kleine Fechser zu bekommen, die ich jetzt dann wieder stecken werde. Sie waren sehr dünn und haben den Winter aber ganz gut überstanden im feuchten Torf. Toi Toi Toi, daß ich im Herbst wieder meinen geliebten Kren ernten kann.

Auch am Hüttenzauber wurde wieder gerackert. Wieder ist ein Stück Wand verschwunden.

Hüttenzauber - Abriss (c) by Joachim Wenk
Hüttenzauber - Abriss
Ansonsten haben wir noch hier und da einiges erledigt, einen Weiher der seit über einem Jahr "trocken" lag wieder "gesteckt" dass er sich wieder füllen kann. Es war ein schönes Wochenende und es ist ein schönes Gefühl es genutzt zu haben und wieder etwas geschafft zu haben.

So wir gehen jetzt jedenfalls erstmal ganz in Ruhe zum Stammtisch und ich bin gespannt, ob jemand die Pflanze aus dem ersten Bild erkennt......

Donnerstag, 20. Februar 2014

Die 4 macht's!

Allerorten wird davon geredet. Der Winter 2013/14 soll vorbei sein. Die ersten Störche sind wieder da, im Radio lassen sie Hörer anrufen, die von "ihren" ersten Anzeichen für Frühling berichten. Die Wetterprognose für die nächsten zwei Wochen nennt nur ab und an Nachts ein oder zwei Grad unter Null. Ich glaube auch dass der Winter vorbei ist. Zumindest so richtig mit Dauerfrost und Schnee.

Es gab einmal ein Jahr, an das ich mich sehr gut erinnere, da es ein beruflicher Umbruch war und viel bei mir geschehen ist. In eben diesem Jahr hatte ich im Frühjahr freie Zeit und weiß dass wir bereits im März fleißig in Mutters Schrebergarten werkelten. Damals hatte sie ihn noch.

Es war 2004. Ein Jahr mit einer 4 am Ende.

Hier seht ihr Bilder von damals.

Mutters Garten im März 2004 (C) by Joachim Wenk
Mutters Garten im März 2004

Mutters Garten im März 2004 (C) by Joachim Wenk
Mutters Garten im März 2004 

Mutters Garten im März 2004 (C) by Joachim Wenk
Mutters Garten im März 2004 
Mutter in ihrem Garten 2004 (c) by Joachim Wenk
Mutter in ihrem Garten 2004

Seitdem sehe ich mir wirklich und ungelogen jedes Jahr die Fotos an und kann es nicht glauben. Immer später kam der Frühling mit Sonnenschein. Manchmal kam anstatt des Frühlings mit langsamen Erwachen der Natur gleich der Hochsommer mit Hitze und Trockenheit. Aber nie so früh!



2005 im März sah es so aus:

Mutter Garten im März 2005 (c) by Joachim Wenk
Mutter Garten im März 2005

Mutter Garten im März 2005 (c) by Joachim Wenk
Mutter Garten im März 2005 

Mutter Garten im März 2005 (c) by Joachim Wenk
Mutter Garten im März 2005 



März 2007:  Wintereinbruch Ende März. Davor war es schon einmal sonnig und frühlingshaft
Wintereinbruch Ende März 2007 (c) by Joachim Wenk
Wintereinbruch Ende März 2007



2008 Ende März sah die Landschaft so aus:

Winterlandschaft mit Hund März 2008 (c) by Joachim Wenk
Winterlandschaft mit Hund März 2008

Winterlandschaft ohne Hund März 2008
Winterlandschaft ohne Hund März 2008


Und im März 2009 war doch tatsächlich kein Schnee gelegen! Das habe ich dann wohl verdrängt in meiner Erinnerung an das Ausnahmejahr 2004. Aber immerhin sieht wenigstens das Wetter nicht ganz so toll aus. 

März 2009 (c) by Joachim Wenk
März 2009



Von 2010 habe ich keine Fotos von Gärten oder Landschaft im März.






Dafür habe ich wieder vom März 2011 Fotos. Die Karpfenweiher wurden zu der Zeit abgefischt. Gut, ich gebe es zu, wieder kein Schnee. Allerdings sprechen manche Fotos Bände. So warm wie 2004 in Mutters Garten war es dann wohl eher nicht!

März 2011 bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
März 2011 bei den Karpfenweihern

März 2011 bei den Karpfenweihern (c) by Joachim Wenk
März 2011 bei den Karpfenweihern 








2012 im März, das erste Jahr im jetzigen Garten. Es war kein Schnee. Gut, die Jacken waren aber (zumindest am Morgen) noch immer dick. Und wieder ist die altgediente Motorhacke vom Bild 2004 im Einsatz. Mein Gemüsegarten im ehemaligen Hühnerlauf wird kultiviert. Mutter hat ihren Schrebergarten nicht mehr.

März 2012, erstes Jahr im aktuellen Garten (c) by Joachim Wenk
März 2012, erstes Jahr im aktuellen Garten

März 2012, erstes Jahr im aktuellen Garten (c) by Joachim Wenk
März 2012, erstes Jahr im aktuellen Garten 





Und dann kam das unsägliche Jahr 2013. Gut das Märzfoto zeigt nur ein wenig Schnee. Aber ihr erinnert euch sicherlich, wie lange sich der Winter dann doch noch hinzog. Dann kam ein kalter Frühling mit Frost bis Anfang Juni, daß die Tomaten erfohren sind. Dann kam der Dauerregen mit Jahrhunderthochwasser bis Juli. 4 -6 Wochen Sommer mit Gluthitze und bei uns 0 Regen. Und dann ging alles in feuchten kalten Herbst über. Igitt!
März 2013 (c) by Joachim Wenk
März 2013



So und nun warten wir einfach einmal auf den März 2014. Noch 8 Tage dann ist er da. Ich  bin einmal gespannt. Das Jahr endet ja wieder einmal mit einer 4. Vielleicht macht`s die 4  und wir bekommen 2014 einen traumhaften langen Frühling.




Sonntag, 16. Februar 2014

Erste Frühlingssaaten sind getätigt - ich konnte mich einfach nicht länger zurückhalten

Eigentlich sollte ja gestern ein sehr schöner und warmer Frühlingstag werden. Die lokalen Vorhersagen versprachen 14°C. Also bei uns jedenfalls waren es dann aber nur 7°C, kalter Wind und Regen von früh bis weit in die Nacht. Ein ganz scheußliches Wetter. Dennoch habe ich nachmittags nach dem Geburststagskaffee und vor dem Geburtstagsabendessen doch noch meine ersten Aussaaten gemacht. Paprika "Yolo Wonder" und Wildchili habe ich im Zimmergewächshaus ausgesät und auf die warme Fensterbank ins Wohnzimmer gestellt. Ich habe noch nie Paprika selber gezogen, aber überall lese ich von Aussaat ab Februar. Normalerweise würde ich so früh noch nichts im Warmen sähen. So warte ich mit den Tomaten auch noch eine ganze Weile. Aber ebenfalls auf den Samentüten der Paprika steht, daß sie 14 Tage zum Keimen benötigen. Als ich das las, habe ich mich doch entschlossen bereits jetzt zu sähen.

Wildchili und Gemüsepaprika im Zimmergewächshaus (C) by Joachim Wenk
Wildchili und Gemüsepaprika im Zimmergewächshaus


Tomaten keimen ja binnen weniger Tage. Dann, wenn sie weiter so warm über der Heizung am Wohnzimmerfenster stehen, werden sie sehr rasch sehr lang und gakelig. Sie müssen umgetopft werden und brauchen dann mehr Platz und immer mehr Platz. Das ist auf der Fensterbank nicht mehr so leicht möglich. Daher warte ich mit der Aussat bei Tomaten bis bestimmt Ende März. Wenn sie dann keimen, kann ich sie bald kühler stellen. Bei mir im Palmenüberwinterungshaus. Dort werden sie dann kräftiger. Später werden sie ins Gewächshaus gestellt. Das gibt das nötige Licht und härtet ab, damit sie nicht schießen sondern schöne kräftige Pflanzen werden. Letztes Jahr hatte ich im April nocheinmal welche gesät und dann Ende Mai ausgepflanzt. Die holen die "verlorene" Zeit der späten Aussaat leicht wieder ein und man hat nicht die hellgelb schwächlichen Tomatenpflanzen, die man, wenn nicht optimale Bedingungen irgendwo in Haus und Garten schaffbar sind, ansonsten bei früher Aussaat am Zimmerfenster bekommt. Wenn die Paprika schon 2 Wochen zum Keimen brauchen, ist es bei ihnen aber wohl sinnvoll doch früher mit der Aussaat zu beginnen.

Heute habe ich jetzt noch in Schalen "Deutschen Bertram" und "Gelbe Melde" gesät. In Torfquelltöpfchen habe ich Knoblauch gesteckt. Aber nicht die normalen Zehen, sondern diese kleinen "Zehen" oder wie man die dann nennt, die manchmal beim Knoblauch am Blütenstiel entstehen. Also Samen sind es nicht, sonder wie winzige Zehen ausgestaltete kleine Knöllchen. Die habe ich im Herbst von einer Nachbarin bekommen, im Keller in einem Glas aufbewahrt und bei genauem Hinsehen wollen sie sogar schon treiben. Die ziehe ich jetzt einmal versuchsweise in den Töfpchen heran und pflanze sie später aus.

Knoblauch, Melde und Bertram kommen aber gleich raus ins Palmenhaus zum Keimen, die bleiben nicht im warmen Wohnzimmer.


Mini Knoblauchzehen in Torfquelltöpfchen (c) by Joachim Wenk
Mini Knoblauchzehen in Torfquelltöpfchen

deutscher Bertram und gelbe Melde (C) by Joachim Wenk
Bertram und Melde

Fürs Aussähen oder Pflanzen im Freiland habe ich momentan noch keinen Platz. Ich wollte ja versuchen, ob man ohne Umgraben und Umackern auskommt, daher sind die Beetflächen jetzt noch mit altem Kartoffelstängel belegt, die noch nicht verrottet sind, mit dem - wegen geringer Kälte nicht richtig - abgefrorenen Ölrettich und auch noch Unkrautreste. Der Boden wäre garnicht so schlecht, auch relativ locker, aber ich hätte doch im Herbst einmal mit der Motorhacke durchfahren sollen. Einmal um die Schneckeneier aus- oder unterzugraben und dann um die Pflanzenreste ein wenig einzuarbeiten. Dann wäre der Boden jetzt eher bereit zum Sähen oder Pflanzen oder Stecken (z.B. Meerrettich). Jetzt muß ich warten bis er so weit abgetrocknet ist, daß ich mit der Hacke durch kann. Das dauert dummerweise noch länger und eben Melde, Puffbohnen, Baumspinat, Meerrettich, Möhren etc. könnte alles schon an Ort und Stelle. Gut, habe ich wieder eine Erfahrung gemacht und werde das diesen Herbst ändern. Da werde ich nach der Ernte noch einmal mit der Motorhacke durch die Beete gehen.

Ansonsten ist es zwar fast frostfrei auch nachts. Aber die Blumenzwiebeln treiben so gut wie noch garnicht. Vielleicht wissen die mehr und es kommt doch noch einmal kalt? Lediglich meine Monster-Ramblerrose die "Pauls Himalayan Musk" fängt schon wieder an zu wachsen und auszutreiben. So viel Wachs-Energie wie bei dieser Rose habe ich auch noch nie erlebt. Hoffentlich blüht sie dann dieses Jahr auch einmal.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Arbeiten am Hüttenzauber

Wir haben heute das schöne Wetter genutzt um etwas im Garten zu werkeln. Ich habe die alten Asternbüsche vom Herbst abgeschnitten. Die lasse ich immer stehen, weil in den abgestorbenen Stängeln der Stauden Insekten für den Winter Unterschlupf finden. So habe ich es einmal gelesen. Aber jetzt treiben die Zwiebeln im Staudenbeet und bevor ich dann alles zertrampele was gerade ans Licht kommt, habe ich heute alle abgeschnitten.

Unseren Partyraum den "Hüttenzauber" haben wir auch weitestgehend ausgeräumt. Jetzt stehen alle freien Räume voller Umzugskartons und Mobiliar. Ein paar Bretter haben wir auch schon herausgerissen und einen Teil einer Wand entfernt. Jetzt sieht es langsam nach Umbau aus. Bis Mai soll der Hüttenzauber ja wieder einsatzbereit sein für die Geburtstagsfeiern und sonst netten Besuch.

Hüttenzauber Renovierung (c) by Joachim Wenk
entfernte Wand 
Hüttenzauber Renovierung (c) by Joachim Wenk
entfernte Wand von Innen

Hüttenzauber Renovierung (c) by Joachim Wenk
das muß alles noch raus und zwischengelagert werden


Hüttenzauber Renovierung (c) by Joachim Wenk
Innenverkleidung teilweise entfernt


Panoramabild vom Garten (c) by Joachim Wenk
Panoramabild vom Garten

Hüttenzauber Renovierung (c) by Joachim Wenk
Außenansicht Hüttenzauber

Dienstag, 11. Februar 2014

Früher wollte ich immer zaubern können - heute kann ich zumindest die Zukunft voraussagen!

Ja das habe ich mir immer gewünscht. Zaubern:, was hätte ich dafür gegeben, zaubern zu können. Nun heute würde ich sagen, daß ich  weißer Magier geworden wäre, kein böser schwarzer Zauberer. Ich wollte immer alles schön  machen, friedlich, harmonisch. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es schon erstaunlich, daß ich schon damals - und es ist leider wirklich schon lange her - nicht nur eigennützig dachte sonder sogar über meine Person hinaus. Und weil es heute wirklich schon lange her ist, daß ich mir das wirklich wünschte und  die Zeit natürlich nicht spurlos an mir vorüber ging, kann ich heute sagen: vielleicht ist es gut, daß ich eben nicht über Zauberkräfte verfüge. Oder könnte einer von euch guten  Gewissens versichern, könnte er oder sie zaubern, immer ein guter, weißer Zauberer zu sein und nichts zum Schaden anderer zu machen?

Da könnt ihr ja jetzt mal in die Tiefen eurer Psyche vordringen und forschen. Bis dahin prahle ich einfach ein wenig über meine Weissagekunst.

Also gut, aufgemerkt: Die Forsythie wird in meinem Garten genau am Frühlingsanfang blühen. Der geliebte duftende Flieder wird bereits in der ersten Maiwoche den Garten in ein Frühjahrsparadies verwandeln.

So, das muß für's Erste ausreichen. Jetzt warten wir einmal ab. Und dann sehen wir, ob meine seherischen Kräfte verlässlich sind.

phänologischer Kalender (c) by Joachim Wenk
Phänomenologischer Kalender


Ok, ich weiß, jetzt wollt ihr sicher wissen, wie ich auf diese Vorhersagen komme. Das ist schnell erklärt. Ich habe meinen phänologischen Kalender befragt. Am Wochenende blühten die Schneeglöckchen und die Haselnuss stand endgültig in voller  Blüte. Also habe ich am Rad des Kalenders gedreht und diese Ereignisse auf den 9. Februar eingestellt. Jetzt kann ich ablesen, wann also in diesem Jahr weitere Wachstums- und Entwicklungserscheinungen in der Natur stattfinden werden. Die Phänologie ist die Lehre von Erscheinungen, so steht es auf dem Kalender. Gemeint sind hier die Blütezeit, Blattenfaltung oder die Fruchtreife der für eine Jahreszeit typischen Pflanzen. Man unterscheidet hier allerdings nicht vier Jahreszeiten sondern 10. Vorfrühling, Erstfrühling, Vollfrühling, Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer, Frühherbst, Vollherbst, Spätherbst und Winter.

Den Vorfrühling läuten die blühenden Schneeglöckchen und Haselsträucher ein. Dann geht es "Schlag auf Schlag", in durch langjährige Beobachtungen ermittelter Reihenfolge öffnen sich dann Erlenkätzchen, Huflattichblüte oder die Stachelbeere treibt aus. Die Forsythienblüte markiert den Erstfrühlingsbeginn und der Flieder öffnet seine Blüten zum Höhepunkt des Vollfrühlings.

Die Reihenfolge ist wohl recht zuverlässig. Wie genau meine Weissagung also sein wird, bin ich selbst einmal wieder gespannt. So wie es in der Kalender-Anleitung beschrieben wird können diese vorhersagbaren Zeitpunkte dann allerdings doch wieder um bis zu ein paar Wochen schwanken. Aber eines hat es für sich. Ich warte jetzt auf die  Erlen, die ihre Kätzchen oder Zapfen öffnen, dann den Huflattich mit den gelben Blüten und den wunderbar frühlingsgrünen Austrieb der Stachelbeeren. So soll der Ablauf sein bis dann die  Forsythie im Blütenrausch den Garten erleuchtet. Jedenfalls das hat der Kalender korrekt vorhergesagt, das Interesse für die Rhythmen in der Natur werden geweckt.

phänologischer Kalender (c) by Joachim Wenk
aktueller Ausschnitt

Samstag, 8. Februar 2014

Die Ergebnisse der Bodenproben liegen nun vor.

Nachdem vorgestern per Mail von dem Bodenanalyseinstitut die Ergebnisse bei mir eintrudelten, lag gestern der Brief vom Institut Koldingen in meinem Briefkasten.

Die Ergebnisse beschäftigen mich sehr stark und ich habe dieses Wochenende keine Zeit mich ordentlich damit zu befassen. Nichts desto trotz will ich den Stand der Dinge mitteilen und wir werden sehen wie es weiter geht. Jedenfalls habe ich mich mit dem Eindruck, daß Wachstumsstörungen - über die ich einen Post geschrieben habe im Herbst - vorliegen, nicht getäuscht. Die Ergebnisse sagen das sogar vorher, daß es zu Wachstumsstörungen kommen wird. 

Aber hier zunächst einmal die Ergebnisse. Leider steht auch auf dem zweiten Bericht, daß man ihn nicht veröffentlichen darf. Daher werde ich ihn hier nicht hochladen sondern nur die Ergebnisse darstellen und dann können wir überlegen und diskutieren, was man unternehmen könnte. 

Ein Gemüsegartenteil war über Jahrzehnte Gemüsegarten der Vorbesitzer und wurde dann vor einigen Jahren aus Altersgründen in Rasen umgewandelt. Ich habe ihn im Frühjahr 2013 wieder umgeackert und baue dort wieder Gemüse an. Die folgenden Werte wurden untersucht. (In den Klammern nenne ich die optimalen Werte). Die Zahlen ohne (Klammer) sind die bei mir gemessenen Werte. 

Calcium 4660 mg/kg Boden (2000-150000 mg/kg) ==> optimal versorgt

Magnesium 383 mg/kg Boden (80 -200 mg/kg) ==> "Luxusversorgung, Wertl liegt über dem Optimum

Kalium 450 mg/kg Boden (108-156 mg/kg) ==> "Luxusversorgung", Wert liegt üer dem Optimum

Phosphor 1920 mg/kg Boden (345 - 575 mg/kg) ==> Wert liegt über dem Grenzwert und überschreitet den Grenzwert nach Klärschlammverordnung

Nitrat 13,6 mg/kg Boden (10-40 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Eisen 1360 mg/kg Boden (500-4000 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Bor 1,7 mg/kg Boden (0,10 - 2,10 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Kupfer 11,4 mg/kg Boden (2,0 - 50 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

Zink 42,4 mg/kg Boden (10,0 - 100 mg/kg) ==> Wert liegt im Optimum

ph-Wert 6,6 (5,5 -7) ==> Wert liegt im Optimum

Bodenart: sandiger Schluff, mittel humos

Bei jedem Wert sind ein paar Worte zur Bedeutung des Minerals genannt. Sie sind nicht sonderlich aussagekräftig. Vor allem wird dort nichts direkt verwertbares zum eigenen Wert und den Konsequenzen gesagt. So steht beim drastisch erhöhten Phosphor, nur dass erhöhte Werte den Pflanzen schaden. Am Ende der Analyse wird auf die Hauptnährstoffe in einem Satz eingegangen. Das sind Phosphor, Kali und Nitrat. Ich bekomme die Aussage: "eine Düngung mit Handelsdüngern ist nicht erforderlich". Und dass Kompostwirtschaft im Garten sinnvoll ist. 




Der zweite Gemüsegartenteil war über Jahrzehnte der Hühnerlauf und Kaninchengehege der Vorbesitzer. Hühner lebten dort bis 2011. Ich habe 2012 im Frühjahr alles gerodet und umgeackert und baue dort seither Gemüse an. Untersucht hat das Institut Kaldingen. 

Kalk (Kalzium ) hier wird kein Wert angegeben, nur der ph-Wert.6,3. ==> Wert hoch

Phosphor 47mg / 100g Boden (hier 100g, oben 1kg Boden als Referenz!) das würde bedeuten 470mg/kg Boden (Im Vergleich zu 1920mg/kg im anderen Gartenteil). ==> Wert sehr hoch

Kali 38mg/100g  Boden ==> Wert ist hoch. 

Magnesium 22mg/100g Boden ==> Wert hoch. 

Bodenart sandige Lehm, Humuszustand: schlecht.

Mehr wurde nicht untersucht. Umfangreicher und praxisbezogener sind die Hinweise zur Bodenprobe. So wird bei den hohen Werten erwähnt, daß ich keine Dünger verwenden soll, die diese Bestandteile beinhalten. Beim sehr hohen Phosphatwert wird zum Beispiel erläutert, dass dieser Wert die Versorgung mit Eisen und Kupfer beeinträchtigt und damit das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigt. 

Es wird empfohlen nicht zu düngen, nur einen reinen Stickstoffdünger herzunehmen. Da diese Untersuchung zwar von dem genannten Institut erfolgt, aber über den Biogarten-Versand erworben wird, bekommt man spezielle Düngeempfehlungen mit Düngern, die man  beim Biogartenversand erwerben kann. Das stand schon im Katalog und das finde ich auch sehr gut. Vor allem weil ich Empfehlungen für Kunstdünger sowieso nicht umsetzen würde. Hier wird mir empfohlen Hornmehl zu streuen. Es wird auch vorgeschlagen die genaue Menge pro Quadratmeter, der Monat in dem ich Düngen sollte und das aufgeschlüsselt nach Schwachzehrern, Mittelzehrern und Starkzehreren. Es wird auch aufgelistet, welches Gemüse zu der jeweiligen Klasse gehört. 


Also was sagt mir das jetzt. 

Der hohe Phosphatwert macht mir Sorgen. Soweit meine Recherchen sind unterstützen alle Aussagen die Formulierung vom Institut Kaldingen, daß die Aufnahme anderer Stoffe dadurch blockiert wird und es zu Wachstumsstörungen kommt. So habe ich ja letztes Jahr im August Asiasalate gesät (Herbstaussaaten). Die sind 4-6 Wochen nach der Aussaat erntereif. Was soll ich sagen, ich konnte nichts ernten, da sie nicht wuchsen. Mairüben im März oder April im Gewächshaus gesät, haben vielleicht Ende Juli oder August dann holzigen erntereife Knollen. Immer wieder beobachtete ich dass Pflanzen einfach nicht wachsen. Im Gemüsegarten und auch im Stauden und Rosenbereicht. Kein Zuwachs und das nach 2 Standjahren. Das kenne ich von meinen anderen Gärten nicht. Wenn ich was gepflanzt habe ist es gewachsen. Hier bleibt so vieles einfach stehen oder wird krank. Die Tomaten im Gewächshaus waren von Anfang an gelbblättrig und kränklich, aber nicht so kränklich wie wenn Braunfäule sie dahinrafft. Sie wuchsen aber soooooo langsam und mit so gelben verdorrtem Laub. Damals hat die Recherche im Internet mich zu einem Photo geführt, wie Tomaten mit Magnesiummangel aussehen und wachsen. Da fand ich meine wieder. Das war der Beginn meiner Gedanken zur Bodenbeschaffenheit und der Überlegung, ihn analysieren zu lassen. 

Und was erfahre ich unter anderem. Hohe Kaliversorgung im Boden, die allerdings die Aufnahme von Magnesium beeinträchtigt. Also mit dem Boden ist noch nicht alles im Gleichgewicht. Das wird wohl noch dauern bis ich schöne Pflanzen ziehen kann. 

Nun war daheim gleich die Diskussion, woher das kommt, der Vorbesitzer hat doch den Boden nicht überdüngt und wohl auch (nicht viel?) Blaukorn oder sonst Kunstdünger verwendet. 

So weit ich es zum jetzigen Stand beurteilen kann liegt es einfach an der Vorgeschichte des Gartens. Wenn man sich die Tabellen ansieht, welcher Dünger ob natürlich oder künstlich hohe Kalium und Phosphatwerte hat kommt man immer auf ganz bestimmte Dünger. Egal wo man nachliest. Welche sind das wohl? Geflügelmist. Da haben wir es doch schon. Wenn man im Hühnerlauf gärtnert ist es wohl nur natürlich, daß dort über die Jahrzehnte sich der Hühnerkot angesammelt hat, verrottet ist und eben diese Werte hervorruft. Warum allerdings im ehemaligen Gemüsegarten dies extrem hohen Phosphatwerte vorliegen weiß ich auch nicht. Fest steht, daß der Hühnerkot mit Sägemehl immer über den "Kompost" entsorgt wurde und das alles, wenn verrottet wieder im Gemüsegarten landete. So kommen sicher auch hohe Werte im Nicht-Hühnerlauf zustande. Das war aber schon einige Jahre in dem als Rasen genutzten Gartenteil nicht der Fall. Jetzt bin ich am überlegen. Da waren noch zwei verrottete Haufen am Kompostplatz die ich im Gemüsegarten (und Gewächshaus!) verteilt hatte. Sie waren vollständig verrottet, rochen auch nach "Waldboden" und so habe ich sie verteilt um Platz für meine Kompostmieten zu haben. Wahrscheinlich waren das auch wieder Phosphat-Bomben. 

Also wo es herkommt weiß ich, was falsch ist auch. Jetzt muß ich nur noch wissen wie ich es wieder hin bekomme. Den Stickstoffdünger Hornmehl werde ich kaufen. Sonst werde ich nichts düngen. Die Holzasche aus dem Kaminofen werde ich auch nicht mehr auf den Kompost tun (Kalium!). Und dann heißt es abwarten ob sich das Phosphat abbaut und ob sich das Bodenleben aufbaut und somit der Humusanteil und auch wieder biologische Puffer die erhöhte Werte ein wenig puffern würden. Jedenfalls werde ich wohl in vielleicht 2 Jahren den Boden wieder untersuchen lassen. 

Und wenn von euch jemand Internetseiten  zu alledem kennt, freue ich mich, wenn ihr mir die links zukommen lasst. Oder auch gute Literatur würde ich zu schätzen wissen. 


Und damit es dem schönen Frühlingswetter mit Sonnenschein und 9°C gerecht wird, habe ich auch noch etwas schönes gemacht. Ich habe den Versuch gestartet, jetzt schon Möhren zu sähen. Zwei klein Reihen Nantaise2/Milan habe ich gesät. Jetzt bin ich gespannt ob sie keimen und ob ich das beobachten werde, oder ob dann die Schnecken schon wieder alles abfressen, wenn es so weit ist. 

Das ist sie also die allererste Aussaat 2014 mit neuer Schnur für gerade Reihen und neuer Schaufel. Wenn das nicht gut wird......

erste Aussat 2014 (c) by Joachim Wenk
Erste Aussaat 2014




Freitag, 7. Februar 2014

Frühling im Büro

Vielleicht habt ihr verfolgt, wie ich meinen Jiaogulan im Gewächshaus ausgrub. Ein Stück Wurzel habe ich ausgebuddelt. Der wuchert ohnehin ganz schön mächtig. Eingetopft und im Palmenhaus ans Fenster gestellt. Letztes Wochenende ins Büro mitgenommen. Dort habe ich dann ein geschenktes Mini-Primel mit in die Schale gesetzt.

Also so ein winziges Primel habe ich echt noch nie gesehen. Das war ein Mitbringsel von einem lieben Menschen. Jetzt erfreuen mich Primel und Jiaogulan am Schreibtisch. Vorm Jiaogulan werde, wenn er noch etwas mehr gewachsen ist, immer wieder Blätter naschen. Soll ja sehr gesund sein. Und dann kommt er später wieder in den Garten irgendwo hin. Bisher war er auch im Freiland winterhart.

Jiaogulan und Primel im Büro (c) by Joachim Wenk
Jiaogulan und Primel im Büro
Ach ja und gestern bekam ich vom ersten Institut meine Bodenanalyse. Interessant und einige Fragen offen. Jetzt steht auf dem Prüfbericht, daß ich ihn nicht ohne Einwilligung des Instituts veröffentlichen darf. Ist ja komisch und verstehe ich nicht. Ich habe eine Mail mit der Bitte um die Erlaubnis zum Veröffentlichen geschickt. Da bin ich ja gespannt, ob ich eine Antwort bekomme. Wenn ich ihn nicht veröffentlichen darf werde ich euch dennoch schildern was darin steht und ob jemand etwas dazu weiß. Jedenfalls weiß ich jetzt, daß ich einen mittelhumosen, sandigen Schluff als Boden habe. Und zu viel Magnesium, zu viel  Kalium, zu viel Phosphat. Vielleicht hängen damit meine Wachstumsstörungen zusammen (also die der Pflanzen nicht bei mir!). Ich muß da wohl noch einiges googlen. Aber ich werde noch ausführlicher darüber berichten.

Sonntag, 2. Februar 2014

Alfa und Omega - Anfang und Ende

Hallo zusammen. Es wird wohl Zeit, wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben. Es ist eben gerade so eine Zeit. Da ist so garnichts im Garten zu machen und auch darum herum nicht. Es ist kalt, es liegt Schnee und darunter Matsch. Die Samen sind bestellt. Mit dem Anbauplan komme ich nicht wirklich voran und erkältet bin ich auch noch.

Aber keine Angst das Omega bezieht sich nicht auf meine Erkältung und mich. So schlimm ist sie nun auch nicht. Nein das Omega, der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet ein Symbol für Ende, bezieht sich auf das Leben ansich. 

Ich war heute im Palmenhaus, habe das wöchentliche Gießen vorgenommen, die Läuse auf den Geranien und der Datura habe mit Spruzit besprüht. Für die sicherlich ein Omega. Mein Jiaogulan den ich vor gut zwei Wochen ausgegraben habe und in Erde gesetzt treibt fleißig. Ich hatte ihn im Palmenhaus bei 10°stehen. Das genügt ihm scheinbar auch schon zum Wachsen. Ich werde ihn mit ins Büro nehmen und ans Fenster stellen. Dann habe ich zwischendurch immer etwas gesundes zum Knabbern. Soll ja auch Nervennahrung sein seine Blätter. Und die brauche ich dort ganz besonders. 

frischer Jiaogulan (c) by Joachim Wenk
frischer Jiaogulan
Und ich habe entdeckt, daß mein Olivensteckling, den wir vor Jahren von der  fattoria la Vialla geschenkt bekommen hatten, als wir dort bestellten, Blühten angesetzt hat. Das freut mich sehr. Mein Olivenbäumchen vom Gardasee habe ich einige Jahre länger,  und es ist viel größer. Das hat aber noch nie geblüht. Es ist so eng vor den Fenstern im Palmenhaus, daß ich mit der Kamera kaum hinkam. Man erkennt die Blütenknospen der Olive in der Mitte des Bildes 

Olive mit Knospen (c) by Joachim Wenk
Olive mit Knospen
Der Neubeginn, der Frühling ist also zu spüren. Und dann komme ich aus dem Palmenhaus und höre es läuten. Ein leises kleines Glöckchen bimmelt vor sich hin. Man hört es kaum. Obwohl in der Kirche hat es mit Kirchenglockenklang nichts gemein. Wie immer wenn es bimmelt muß ich kurz innehalten und stillhalten. Irgendwie ergreift mich das leise Bimmeln und holt mich aus dem Alltag heraus. Vielleicht kennen manche von euch so ein Glöckchen auch. 

Bei uns im Ort läutet das "Totenglöckchen" zu genau drei Anlässen: bei einer Taufe, bei einer Hochzeit oder eben auch vor allem wenn jemand im Dorf gestorben ist. So nah liegen sie eben beieinander. das Alfa und das Omega. Von einer Sekunde zur anderen kann man mit beidem konfrontiert werden. Gerade noch der hübsche Anblick meines kraftvoll durchtreibenden Jiaogulans und vor der Tür das Bimmeln des Totenglöckchens. Aber vielleicht ist heute ja auch eine Taufe der Anlass, der Uhrzeit nach könnte es sein. Ich werde es schon noch erfahren, was der Anlass war. Für mich beeindruckend ist und bleibt die Wirkung dieses leisen gleichmäßigen Bimmelns im Alltag, das mich immer wieder aufs Neue zum Innehalten veranlasst.