Sonntag, 19. Januar 2014

Bodenanalyse zweiter Schritt und das Bodenexperiment

Vor ein paar Monaten habe ich mir bei zwei Analyseinstituten Bodenproben-Sets geordert und hier auch darüber berichtet. Hier könnt ihr das noch einmal nachlesen. 

Heute habe ich mich bei blauem Himmel, viel Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen mit Eimern, Schaufeln, Blumenzwiebelstecher und Analysesets ausgerüstet in meinen Gemüsegarten begeben.

Nach kurzem Studium der Anleitungen konnte ich starten. Im Prinzip ist es ganz einfach. Man hat im Garten eine Fläche über deren Bodenzustand man genauer Bescheid wissen möchte. Das kann ein Staudenbeet sein, der Obstgarten, das Beerenbeet, der Rasen oder wie eben bei mir der Gemüsegarten. Über diese Fläche verteilt nimmt man dann mehrere Bodenproben. Vorgeschlagen werden 15-20 Entnahmestellen. In der Anleitung steht, daß man mit dem Spaten einstechen und den Boden ausheben soll. Es entsteht ein Loch mit hoffentlich wenigstens einer relativ glatten Wand. An dieser Wand soll man mit einem Löffel oder Schäufelchen von Unten nach Oben entlang fahren und dadurch Erde abschaben. Das dann an den genannten 15-20 Orten über die Fläche verteilt. Ich habe diese Methode etwas abgewandelt. Ich habe mit meinem Lochstecher für Blumenzwiebeln an 20 Stellen tief in die Erde gestochen  und diesen Erdaushub dann im Eimer gesammelt. Für Gemüsegartenanalysen sollte man etwa 20 cm tief mit dem Spaten stechen. Somit habe ich meinen Lochstanzer so weit es nur ging in den Boden getrieben. Das dürften ungefähr 20 cm sein. Den gesammelten Aushub habe ich gründlichst durchgemischt.

Lochstecher (beim Zwiebelstecken im Herbst) (c) by Joachim Wenk
Lochstecher (beim Zwiebelstecken im Herbst)


In den Bodenanalysesets waren jeweils ein Tütchen enthalten. Das wird mit Erde aus diesem Erdaushubgemisch gefüllt. Im Labor wird es dann analysiert und man bekommt einen Wert der durchschnittlich in der betrachteten Fläche vorherrscht.

Ich habe für meine ersten Bodentests überhaupt, mir den Gemüsegarten ausgesucht. Der besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen. Der erste Teil war bis 2011 der Hühnerlauf und jahrelang Kaninchengehege. 2012 habe ich ihn dann in Gemüsegarten umgewandelt. Der zweite Teil war bis 2013 Rasen. Das seit einigen Jahren. Davor war es der ursprüngliche Gemüsegarten der Vorbesitzer. Aus der Beschreibung ist leicht erkennbar, daß es gut sein kann, daß in den beiden Teilen durchaus unterschiedliche Bodenzustände und Mengen an Nährstoffen  vorhanden sein können. Ich musste also sowieso zwei getrennten Proben analysieren lassen. Das nahm ich zum Anlass mir auch gleich zwei unterschiedliche Institute und deren Auswertungen und Analysen anzusehen.

Die Probe aus dem ehemaligen Hühnerlauf habe ich an das Institut Koldingen GmbH (erhältlich über Biogarten-Versand.de) geschickt.  Hier dient ein adressierter Papierumschlag als Rücksendemedium. Die Portkosten sind im Kaufpreis nicht enthalten und müssen jetzt noch geleistet werden.



Bodenprobe an das Institut Koldingen über Biogarten-Versand (c) by Joachim Wenk
Bodenprobe an das Institut Koldingen über Biogarten-Versand


Der Boden aus dem zweiten und neueren Teil meines Gemüsegartens geht an das Bodenalyse-Zentrum. Die Probe wird im damals mitgelieferten Pappkarton fertig adressiert aber ebenfalls unfrankiert Versand. Portokosten müssen noch bezahlt werden.
Bodenprobe an das Bodenalayse-Zentrum (c) by Joachim Wenk
Bodenprobe an das Bodenalayse-Zentrum
Gleich ist beiden Instituten, daß ein Fragebogen auszufüllen und mitzuschicken ist. Die hier abgefragten Daten beziehen sich aber lediglich auf das Datum der Entnahme, der Adresse und der Art des Bodens (Rasen, Obstbäume, Gemüsegarten etc. ).

Morgen werde ich die Päckchen zur Post bringen und dann bin ich sehr gespannt, was die Analysen aussagen werden. Welche Stoffe fehlen? Wie ist der PH-Wert? Was ist zu tun?

Sobald ich die Ergebnisse habe werde ich hier darüber berichten.

Etwas durchaus erwähnenswertes ist mir heute bei der Bodenentnahme aufgefallen. Der Boden ist an jeder stelle wunderbar locker und von guter Struktur. Es sind sehr viele Regenwürmer darin. Egal wo ich hineingestochen habe traf ich auf Regenwürmer. Warum ich das erwähnenswert halte fragt sich vielleicht der eine oder andere. Das ganze ist noch ein Experiment von mir und genau dieser Bodenzustand erfreut mich wirklich sehr.
Den Boden im Hühnerlaufgemüsegarten habe ich im zeitigen Frühjahr 2012 mit meiner Motorhacke gründlich umgeackert. Das darauf wuchernde Gras und Unkraut - wie es in Hühnerläufen so üblich ist, wächst  nur das sehr Robuste und  Pflanzen, die hart im Nehmen sind - habe ich eingearbeitet. Danach habe ich mit dem Gemüseanbau begonnen. Zwischen den Reihen habe ich versucht den Boden ständig mit Mulch zu bedecken. Gründünger wie Spinat, Ölrettich, Phacelia, Buchweizen oder Sommerwicke  habe ich auf offene und abgeerntete Stellen gesät. Im Herbst habe ich alles Laub, das im Garten weggerecht werden musste (manches bleibt einfach auch liegen, da es zu viel ist)  im Gemüsegarten verteilt. Aha. Dämmert es schon jemandem? Wann hat der faule Hund denn umgegraben fragt ihr euch sicherlich. Genau das ist ja mein Experiment als "fauler Hund". Ich will es jetzt wissen, ob es ohne das Umgraben geht. Das macht mir einfach zu viel Arbeit. Und daher hatte ich schon in meinem Feld-Garten davor eine Motorhacke. Jetzt probiere ich, ob man auch das lassen kann. Durch den ständigen Mulch, das Aufbringen des fast verrotteten Kompost und der übrigen Blätter vom geernteten sollte der Boden durch die Bodenlebewesen ausreichend gelockert sein. Und die sind reichlich sogar sichtbar vorhanden. Die unsichtbaren sind hoffentlich auch reichlich vorhanden. Und beides soll laut Literatur ja umso reichlicher vorhanden sein, je weniger man die bestehenden Bodenschichtung stört.  Umgraben oder Motorhacken wären ja hier ein ungemein gigantischer Eingriff.

2012 im Frühjahr das letzte mal geackert. Im Frühjahr 2013 habe ich immer die jeweils gerade zu bearbeitende Reihe mit einer Schnur markiert und mit der 50cm breiten Grabegabel gelockert. Das Unkraut das darauf war habe ich ausgerissen, dann gesäht oder gepflanzt.

Bodenbearbeitung im Frühjahr 2013 (c) by Joachim Wenk
Bodenbearbeitung im Frühjahr 2013
Das ging relativ zügig, leicht und brachte gute Ergebnisse. Im laufe des Sommers habe ich zum Beispiel beim Wechsel von einer zur nächsten Kultur auch nochmal mit der Gabel gearbeitet, entunkrautet und wieder besäht oder bepflanzt. Im Herbst 2013 habe ich wieder Laub und fast fertigen Kompost (ich brauchte das Silo für die ganzen im Herbst anfallenden Materialien) verteilt. Der Ölrettich ist gerade am Abfrieren und die Sommerwicke ist am verrotten. Und wie eben heute feststestellt ist der Boden begeisternd locker und von krümeliger Struktur. Ich werde das Experiment also weiter führen und bin gespannt wie im Frühjahr und Sommer der Boden ist und wie die Pflanzen wachsen. Meine Pflanzreihen sind ja immer 50 cm voneinander entfernt. Ja! ich messe das tatsächlich mit dem Zollstock und arbeite mit der Schnur, damit die Reihen gerade werden. Dieses Jahr, also 2014 werde ich versetzt beginnen Reihen  zu ziehen. Somit ist der Boden auf dem letztes Jahr das Gemüse stand dieses Jahr der  Zwischenraum auf dem gemulcht und verrottet wird. Dort wo letztes Jahr das Bodenleben organisches Material in Humus umgewandelt hat (zwischen den damaligen Reihen unter dem Mulch) werden also dieses Jahr die Gemüsereihen stehen. Das liefert den Pflanzene Nährstoffe, lockeren Boden und man muß auf die Fruchtfolge nicht so genau aufpassen, ja nie die Pflanzen direkt auf der Stelle stehen wie im Vorjahr.

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