Sonntag, 26. Januar 2014

Zubehör für die Frühlingsaussaat - schöne neue Produkte für den Garten

Meine Samen für das Gartenjahr 2014 sind schon seit einiger Zeit geliefert,  sortiert und im Samenordner nebst Kulturanleitung abgeheftet.

Heute sind es in erster Linie Zutaten für die Aussaat und Pflege, die in den Kartons mit der Post geliefert wurden.

Es ist immer wieder wie Weihnachten, wenn man solche Pakete bekommt. Dabei weiß man doch genau was drin ist, da man es ja selbst bestellt hat. Trotzdem sind ja doch aber auch neue Dinge dabei, auf die man neugierig ist. Ich jedenfalls bin es.
(c) by Joachim Wenk
weitere Garten-Lieferung

Und was so Neues dabei ist, will ich euch gleich zeigen.

Die Topfplatten sollen meine selbst gesäten Jungpflanzen beherbergen. Das Schneckenkorn ist die erste Ladung gegen die Schnecken im Garten. Im 5l Kübel ist Melasse-Dünger für meine Kübelpflanzen. Den hatte letztes Jahr bereits. Die 5l haben den ganzen Sommer für alle meine großen Kübelpflanzen ausgereicht. Und das für ca. 20€ und natürlicher Dünger. Den habe ich mir sofort wieder bestellt. Die Kübelpflanzen sind ganz prächtig gewachsen damit.

Neu ist meine Pflanzkelle. Herrlich robust. In der "Kinder-Ausgabe" habe ich sie seit 2 Jahre in der Gartenhose einstecken und im Dauereinsatz. Die wird sich nicht auf 90° biegen, wenn man in die Erde sticht und der Boden etwas fester ist, aber mit der Kelle herausbefördert werden muß. Jede Pflanzschaufel im Garten-Baumarkt auch von namhaften Herstellern verbiegt sich. Ich habe noch keine gefunden, die dort standhaft ist. Gleiches gilt für die Schaufeln vom Discounter.

So und nun bekommt man diese Qualitätsware von SHW (Schwäbische Hüttenwerke) für unter 17€. ch habe von SHW schon eine Hacke und die ist auch etwas ganz anderes als die Üblichen. Und die werden mich wohl aushalten, da muß man nicht jedes Jahr neue Gerät kaufen.

Neu sind die sehr geschmeidigen Gärtnerhandschuhe aus pflanzlich gegerbten Ziegenleder. Ein Traum für die Hände. Fast zu schade fürs Gärtnern.

Neu ist ein hoöopathisches Pflanzenstärkungsmittel für meine Rosen von Neudorff. Hier bin ich sehr gespannt, ob es ihnen wirklich Lebens- und Blühkraft gibt.

Neu ist der edle hölzerne Pikierstab und die eichernen Hölzer mit Schnur, die Pflanzleine um wieder schöne gerade Reihen im Gemüsgarten ziehen zu können.





Und das hier ist das Schönste. Solche Dinge liebe ich immer wieder. Kein Wegwerfartikel, massiv und in guter Qualität hergestellt. Geeignet um mich als praktischer Helfer viele Jahre zu begleiten. Und dann finde ich es auch optisch noch schön anzusehen. 

Es ist ein Untersetzer mit 30 "Töfpchen" darin. Alles ist aus verzinktem Stahl. Die Töpfchen sind ohne Boden, also eigentlich nur Rahmen. Sie stehen eng an eng eingepasst in den Untersetzer. Befüllt mit Erde kann  hier meine Tomaten und Zucchini oder Kürbis aussähen.Wenn die Pflänzchen die Erde gut durchwurzelt haben und um- oder ausgepflanzt werden sollen, kann man den Erdballen sicher leicht nach oben herausdrücken. Hier hilft der fehlende Boden und die leicht konische Form. Und warum ich hier gerade die Tomaten vorziehen will ergibt sich aus der praktischen Form. Die Anzuchtschale mit Einzeltöpfchen hat genau die passende Größe für die Fensterbank. Dort passt sie genau hin und man nutzt die Heizungswärme von Unten. Jetzt kann ich es bald nicht mehr erwarten loszulegen. 

Anzuchtschale mit Einzeltöpfchen feuerverzinktes Stahlblech (b) by Joachim Wenk
Anzuchtschale mit Einzeltöpfchen feuerverzinktes Stahlblech


Anzuchtschale mit Einzeltöpfchen feuerverzinktes Stahlblech (c) by Joachim Wenk
Anzuchtschale mit Einzeltöpfchen feuerverzinktes Stahlblech

Samstag, 25. Januar 2014

Leserjury

Vor ein paar Wochen las ich in einem Post von "Mein schöner Garten", daß sie Mitglieder für die Leserjury des deutschen Gartenbuchpreises suchen. Das hat mich interessiert. Zumal ich ja schon das eine oder andere Gartenbuch gelesen habe, besitze oder in den Buchhandlungen der Nation durchstöbert habe.

Der Preis wird im Schloß Dennenlohe verliehen. Ach! Das ist ja witzig. Das ist ja bei uns "um die Ecke". Und die Leserjurymitglieder werden eingeladen, die Kosten für Anreise und Hotel übernommen. Das klingt doch immer besser.

Was ist also zu tun, damit man sich bewerben kann? In diversen Fernsehsendungen wäre irgendwo eine Frage gestanden wie:

Wer liest ein Gartenbuch ?
a) der Gärtner
b) der Metzger

Nun, so eine Frage habe ich nicht gefunden. Die  Aufgabe war schon etwas umfangreicher. Da steht:

"melden Sie sich einfach auf unserer Website an und schreiben Sie uns bis zum 20. Januar 2014 im Gartenforum mit einer kurzen Begründung, welches Gartenbuch Ihr aktueller Favorit ist. Die Redaktion von MEIN SCHÖNER GARTEN wählt anschließend unter allen Bewerbern drei Jury-Mitglieder aus."

Es gibt ein Buch, das ich mir gekauft hatte, das mir sehr gefällt und über das ich ein paar Worte schreiben könnte. Und Mitglied de Website bin ich bereits. Es ist ja noch Zeit bis zum 20. Januar. Lege ich das erstmal beiseite, so spontan fällt mir nichts Vernünftiges ein. Später kam mir ein Idee, wie ich das schreiben könnte. Als ich Zeit hatte, setzte ich mich an den PC und verfasste einen schönen Text zu dem Buch. Ich habe mich eingeloggt und ihn eingetippt. Absenden und warten. Jetzt bin ich mal gespannt. Ich lese noch die Beiträge der anderen und welche Bücher die so interessant finden. Ist ja eine schöne Mischung.

Es ist nun Ende Januar, ich bin tatsächlich gespannt, ob ich eine Mail von "Mein schöner Garten" bekomme.

Und am Donnerstag kam mitten am Tag und ohne Vorwarnung eine Mail.

Und: ich bin dabei!


Ich habe mich so sehr darüber gefreut. Ich hatte den ganzen Tag nur noch das im Kopf. Es ist so schön, wenn man ab und zu im Alltag so etwas schöne überraschendes erlebt. Ich genieße es. Jetzt freue ich mich auf 20.-22. März und 2 schöne Tage in Dennenlohe.

Ich werde natürlich hier ausführlich darüber berichten. Wie die Tage verlaufen, was es für neue Gartenbücher gibt und was wir so erlebt haben. Also einfach immer wieder einmal hier auf meine Blog vorbeischauen.

Sonntag, 19. Januar 2014

Bodenanalyse zweiter Schritt und das Bodenexperiment

Vor ein paar Monaten habe ich mir bei zwei Analyseinstituten Bodenproben-Sets geordert und hier auch darüber berichtet. Hier könnt ihr das noch einmal nachlesen. 

Heute habe ich mich bei blauem Himmel, viel Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen mit Eimern, Schaufeln, Blumenzwiebelstecher und Analysesets ausgerüstet in meinen Gemüsegarten begeben.

Nach kurzem Studium der Anleitungen konnte ich starten. Im Prinzip ist es ganz einfach. Man hat im Garten eine Fläche über deren Bodenzustand man genauer Bescheid wissen möchte. Das kann ein Staudenbeet sein, der Obstgarten, das Beerenbeet, der Rasen oder wie eben bei mir der Gemüsegarten. Über diese Fläche verteilt nimmt man dann mehrere Bodenproben. Vorgeschlagen werden 15-20 Entnahmestellen. In der Anleitung steht, daß man mit dem Spaten einstechen und den Boden ausheben soll. Es entsteht ein Loch mit hoffentlich wenigstens einer relativ glatten Wand. An dieser Wand soll man mit einem Löffel oder Schäufelchen von Unten nach Oben entlang fahren und dadurch Erde abschaben. Das dann an den genannten 15-20 Orten über die Fläche verteilt. Ich habe diese Methode etwas abgewandelt. Ich habe mit meinem Lochstecher für Blumenzwiebeln an 20 Stellen tief in die Erde gestochen  und diesen Erdaushub dann im Eimer gesammelt. Für Gemüsegartenanalysen sollte man etwa 20 cm tief mit dem Spaten stechen. Somit habe ich meinen Lochstanzer so weit es nur ging in den Boden getrieben. Das dürften ungefähr 20 cm sein. Den gesammelten Aushub habe ich gründlichst durchgemischt.

Lochstecher (beim Zwiebelstecken im Herbst) (c) by Joachim Wenk
Lochstecher (beim Zwiebelstecken im Herbst)


In den Bodenanalysesets waren jeweils ein Tütchen enthalten. Das wird mit Erde aus diesem Erdaushubgemisch gefüllt. Im Labor wird es dann analysiert und man bekommt einen Wert der durchschnittlich in der betrachteten Fläche vorherrscht.

Ich habe für meine ersten Bodentests überhaupt, mir den Gemüsegarten ausgesucht. Der besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen. Der erste Teil war bis 2011 der Hühnerlauf und jahrelang Kaninchengehege. 2012 habe ich ihn dann in Gemüsegarten umgewandelt. Der zweite Teil war bis 2013 Rasen. Das seit einigen Jahren. Davor war es der ursprüngliche Gemüsegarten der Vorbesitzer. Aus der Beschreibung ist leicht erkennbar, daß es gut sein kann, daß in den beiden Teilen durchaus unterschiedliche Bodenzustände und Mengen an Nährstoffen  vorhanden sein können. Ich musste also sowieso zwei getrennten Proben analysieren lassen. Das nahm ich zum Anlass mir auch gleich zwei unterschiedliche Institute und deren Auswertungen und Analysen anzusehen.

Die Probe aus dem ehemaligen Hühnerlauf habe ich an das Institut Koldingen GmbH (erhältlich über Biogarten-Versand.de) geschickt.  Hier dient ein adressierter Papierumschlag als Rücksendemedium. Die Portkosten sind im Kaufpreis nicht enthalten und müssen jetzt noch geleistet werden.



Bodenprobe an das Institut Koldingen über Biogarten-Versand (c) by Joachim Wenk
Bodenprobe an das Institut Koldingen über Biogarten-Versand


Der Boden aus dem zweiten und neueren Teil meines Gemüsegartens geht an das Bodenalyse-Zentrum. Die Probe wird im damals mitgelieferten Pappkarton fertig adressiert aber ebenfalls unfrankiert Versand. Portokosten müssen noch bezahlt werden.
Bodenprobe an das Bodenalayse-Zentrum (c) by Joachim Wenk
Bodenprobe an das Bodenalayse-Zentrum
Gleich ist beiden Instituten, daß ein Fragebogen auszufüllen und mitzuschicken ist. Die hier abgefragten Daten beziehen sich aber lediglich auf das Datum der Entnahme, der Adresse und der Art des Bodens (Rasen, Obstbäume, Gemüsegarten etc. ).

Morgen werde ich die Päckchen zur Post bringen und dann bin ich sehr gespannt, was die Analysen aussagen werden. Welche Stoffe fehlen? Wie ist der PH-Wert? Was ist zu tun?

Sobald ich die Ergebnisse habe werde ich hier darüber berichten.

Etwas durchaus erwähnenswertes ist mir heute bei der Bodenentnahme aufgefallen. Der Boden ist an jeder stelle wunderbar locker und von guter Struktur. Es sind sehr viele Regenwürmer darin. Egal wo ich hineingestochen habe traf ich auf Regenwürmer. Warum ich das erwähnenswert halte fragt sich vielleicht der eine oder andere. Das ganze ist noch ein Experiment von mir und genau dieser Bodenzustand erfreut mich wirklich sehr.
Den Boden im Hühnerlaufgemüsegarten habe ich im zeitigen Frühjahr 2012 mit meiner Motorhacke gründlich umgeackert. Das darauf wuchernde Gras und Unkraut - wie es in Hühnerläufen so üblich ist, wächst  nur das sehr Robuste und  Pflanzen, die hart im Nehmen sind - habe ich eingearbeitet. Danach habe ich mit dem Gemüseanbau begonnen. Zwischen den Reihen habe ich versucht den Boden ständig mit Mulch zu bedecken. Gründünger wie Spinat, Ölrettich, Phacelia, Buchweizen oder Sommerwicke  habe ich auf offene und abgeerntete Stellen gesät. Im Herbst habe ich alles Laub, das im Garten weggerecht werden musste (manches bleibt einfach auch liegen, da es zu viel ist)  im Gemüsegarten verteilt. Aha. Dämmert es schon jemandem? Wann hat der faule Hund denn umgegraben fragt ihr euch sicherlich. Genau das ist ja mein Experiment als "fauler Hund". Ich will es jetzt wissen, ob es ohne das Umgraben geht. Das macht mir einfach zu viel Arbeit. Und daher hatte ich schon in meinem Feld-Garten davor eine Motorhacke. Jetzt probiere ich, ob man auch das lassen kann. Durch den ständigen Mulch, das Aufbringen des fast verrotteten Kompost und der übrigen Blätter vom geernteten sollte der Boden durch die Bodenlebewesen ausreichend gelockert sein. Und die sind reichlich sogar sichtbar vorhanden. Die unsichtbaren sind hoffentlich auch reichlich vorhanden. Und beides soll laut Literatur ja umso reichlicher vorhanden sein, je weniger man die bestehenden Bodenschichtung stört.  Umgraben oder Motorhacken wären ja hier ein ungemein gigantischer Eingriff.

2012 im Frühjahr das letzte mal geackert. Im Frühjahr 2013 habe ich immer die jeweils gerade zu bearbeitende Reihe mit einer Schnur markiert und mit der 50cm breiten Grabegabel gelockert. Das Unkraut das darauf war habe ich ausgerissen, dann gesäht oder gepflanzt.

Bodenbearbeitung im Frühjahr 2013 (c) by Joachim Wenk
Bodenbearbeitung im Frühjahr 2013
Das ging relativ zügig, leicht und brachte gute Ergebnisse. Im laufe des Sommers habe ich zum Beispiel beim Wechsel von einer zur nächsten Kultur auch nochmal mit der Gabel gearbeitet, entunkrautet und wieder besäht oder bepflanzt. Im Herbst 2013 habe ich wieder Laub und fast fertigen Kompost (ich brauchte das Silo für die ganzen im Herbst anfallenden Materialien) verteilt. Der Ölrettich ist gerade am Abfrieren und die Sommerwicke ist am verrotten. Und wie eben heute feststestellt ist der Boden begeisternd locker und von krümeliger Struktur. Ich werde das Experiment also weiter führen und bin gespannt wie im Frühjahr und Sommer der Boden ist und wie die Pflanzen wachsen. Meine Pflanzreihen sind ja immer 50 cm voneinander entfernt. Ja! ich messe das tatsächlich mit dem Zollstock und arbeite mit der Schnur, damit die Reihen gerade werden. Dieses Jahr, also 2014 werde ich versetzt beginnen Reihen  zu ziehen. Somit ist der Boden auf dem letztes Jahr das Gemüse stand dieses Jahr der  Zwischenraum auf dem gemulcht und verrottet wird. Dort wo letztes Jahr das Bodenleben organisches Material in Humus umgewandelt hat (zwischen den damaligen Reihen unter dem Mulch) werden also dieses Jahr die Gemüsereihen stehen. Das liefert den Pflanzene Nährstoffe, lockeren Boden und man muß auf die Fruchtfolge nicht so genau aufpassen, ja nie die Pflanzen direkt auf der Stelle stehen wie im Vorjahr.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Destruktives und Konstruktives

So schön das warme Wetter für uns auch ist. Die Natur scheint langsam durchzudrehen. Also zumindest die Amsel  in meinem Fliederbeet. Die tobt darin herum auf der Suche nach Würmern dass es aussieht als hätte eine Bombe dort eingeschlagen. Zuerst dachte ich, daß ein Nachbars-Huhn das war. Da ist eines sehr mutig und vorwitzig und kommt immer zu uns in den Garten. Scheinbar schmecken unsere Würmer, Schnecken oder was auch immer es hier unter den Sträuchern findet besser als zu Hause. Und wenn so ein Huhn einmal einen Weg über den Zaun gefunden hat nutzt es jede ruhige Minute den auch zu gehen. Aber sonderlich schlau scheint so ein Huhn nicht zu sein, dabei aber doch ein Herdentier. Jedenfalls läuft es dann dauernd den Zaun auf und ab und findet nicht mehr nach Hause. Ich hatte immer Angst, daß unser Hund ihm was antut, wenn ich nicht schneller bin als er. Aber der ist immer so verdutzt über das komische Tier in unserem Garten, dass er es nur ganz fassungslos anschaut. Gottseidank. Ist eben ein friedlicher Wachhund. Labrador eben. Arme Nachbarin, die weiß schon nicht mehr wie, sie ihr Huhn auf ihrer Seite des Zauns halten soll. Aber wie immer hat alles auch einen Nutzen. Wenn der Nachbar den Zaun dort erneuert und erhöht, machen wir die dortige Hecke weg. Die besteht ohnehin nur noch aus Totholz und Gestrüpp und ich bekomme eine Hainbuchenhecke. So eine wollte ich schon immer einmal. Braves Huhn, dir habe ich das zu verdanken.

Also jedenfalls war es nicht das Huhn in meinem Fliederbeet, sondern diese Monster-Amsel. Ich habe sie beobachtet. Es ist schon beachtlich was so ein kleines, leichtes, zartes Tier für destruktive Arbeit leisten kann. Jedenfalls war es das jetzt mit den Blüten meiner Christrosen. Die haben den Angriff nicht überstanden....

destruktive Amselarbeit (c) by Joachim Wenk
destruktive Amselarbeit

zerzupfte Christrose (c) by Joachim Wenk
zerzupfte Christrose


Und weil man gerade bei so dollem Wetter auch langsam wieder Lust auf Garten oder irgendetwas aktives im Garten bekommt, habe ich aus dem Gewächshaus vom dort wuchernden Jiaogulan eine Wurzel aus der Erde geholt und eingetopft (bereits am Wochenende). Heute habe ich einen meiner Hirschhornwegeriche ausgegraben und in einen Topf gepflanzt. Beides stelle ich ans Fenster ins  Palmenhaus und warte auf frisches Grün zum Knabbern. Juchhu: mal wieder gegärtnert!

Jiaogulan und Hirschhornwegerich (vorne) zum Treiben
Jiaogulan und Hirschhornwegerich (vorne) zum Treiben


Ein wenig Sorge macht mir aber wirklich das Wetter. Ich habe heute die ersten Narzissen mit Knospen entdeckt. Wenn das mal gut geht. 
Narzissen mit Knospen im Januar (c) by Joachim Wenk
Narzissen mit Knospen im Januar

Fehlt nur noch das Konstruktive in diesem Post, wie in der Überschrift angekündigt:

Ich habe mir einmal vor vielen, vielen Jahren (also bestimmt und mindestens 15 Jahren) Buxe aus Stecklingen gezogen. Sie standen jahrelang im Innenhof in der Stadt in Töpfen auf einer Mauer. Ich wollte daraus schöne runde Kugeln erziehen. Dann habe ich sie einmal in meinen Feldgarten ausgepflanzt und jetzt stehen sie seit zwei Jahren in meinem Gemüsegarten. Aber ich  es gelingt mir einfach nicht daraus Kugeln zu schneiden. Wie geht man das denn an?  Hat das schon einmal jemand probiert? 

potenzielle Bux-Kugeln im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
potenzielle Bux-Kugeln im Gemüsegarten

Mittwoch, 8. Januar 2014

Frühling im Januar, reiche Ernte ohne Verwendung und ein grummelnder Mönch: die Themen des heutigen Tages

12°C im Schatten und pur. Dieses Wetter hält doch kein Hobbygärtner in der Stube aus. Und ich hatte mir ja auch ein paar Aufgaben für heute in den Kalender geschrieben.  Wie schön, daß das Wetter mich so unterstützt.

Topinambur in Eimer, steht im Kalender. Ich habe die Tage gelesen, daß man den Topinambur einfach mit Erde in Eimer schlichten soll und die im Freien oder am Haus etwas geschützt aufstellen kann. Ernten und  Einlagern wie Kartoffeln geht nicht, da er zu schnell schrumpelt und vertrocknet. Er ist frostfest und kann draußen überwintern. Nur, wenn jetzt dann der Schnee und Frost kommen, kann man ihn nicht mehr ausgraben. Obwohl er ja sehr nahe an der Oberfläche liegt, wie auf dem ersten Foto zu sehen ist.


Topinambur im Beet (c) by Joachim Wenk
Topinambur im Beet


Der Topinambur ist also rund ums Jahr so pflegeleicht wie nicht gleich wieder eine Gemüsepflanze. Keine Schädlinge, nicht düngen, keine Beete wie bei Kartoffeln, blüht sehr schön und muß nicht zu einer bestimmten Zeit geerntet werden und absolut frosthart. Ein Traum jedes Gemüsegärtners.

Ja aber klar doch hat so viel Positives einen Haken. Und der wiegt, wie ich finde, schon einiges. Er schmeckt mir nicht. Und ich esse doch alles was so wächst inklusive Wildkräuter. Aber mein Topinambur - vielleicht ist es auch nur die Sorte, die ich habe - hat eine Geschmack der schwer zu  beschreiben ist, da sonst nirgends wieder findbar. Und die komische Konsistenz, wenn er gegart ist hilft da auch nicht unbedingt weiter. Am neutralsten ist er noch als Rohkost. Ich habe im Internet so schöne Rezepte gefunden. Zum Beispiel auch gebraten mit Knoblauch in Olivenöl, da ginge der Geschmack ja halbwegs, aber irgendwie ist er gegart einfach komisch matschig. Schade und jetzt habe so viel davon. Heute habe ich, um meinem Kalendereintrag genüge zu sein, zwei Eimer voll geerntet und ins Hühnerhaus gestellt. Vielleicht finde ich ja noch eine Verwendung dafür. Die Schwiegeroma, hatte ihn im Sommer im Garten gesehen und sofort mit einem gewissen Lächeln im Gesicht gesagt, die Schnapskartoffel hast du ja auch..... Ob er mir in dieser Form schmecken könnte?

Topinamburernte (c) by Joachim Wenk
Topinamburernte


Topinambur abgehackt. Was steht noch im Kalender?

Unkraut im "Mäuerchen-Beet" rupfen. Na gut, dann mal an die Arbeit. Ich schwitze schon vom Topinambur ernten. Man erinnere sich, wir haben Anfang Januar! Die Wärme gefällt meinem Unkraut auch ganz besonders. Das sprießt und gedeiht gar prächtig.

Während ich so in der Sonne vor mich hinbuddele mache ich mir den einen oder anderen Gedanken. Die Wildkräuter hier und überall im Garten wachsen, sogar jetzt im Winter. Sie wachsen im Sommer bei großer Trockenheit und vermehren sich und kommen wieder und wieder, selbst wenn man meint, man hat sie ausgegraben. Ist das nicht faszinierend, welche Lebensenergie und Vitalität in ihnen steckt? (Daher nehme ich sie auch immer in meine grünen Smoothies). Und jetzt im Vergleich meine Gemüse- und sonstigen Kulturpflanzen. Schädlinge, Krankheiten, Trockenheit oder Kälte. Immer ist irgendetwas warum sie selbst  bei viel investierter Arbeit nicht so üppig gedeihen wollen, wie ich mir das vorstelle. Außer natürlich der Topinambur. Sind die kultivierten Pflanzen so schwach und degeneriert, dass sie so viel schwächer sind als die Wildkräuter?

Und mir ist eine Geschichte eingefallen, die ich einmal gehört habe und die mir ein verständiges Grinsen gerade in diesem Moment ins Gesicht zauberte.
Ein Wanderer kommt an einem Kloster vorbei und am traumhaft schönen Klostergarten. Darin rackert und wühlt ein Mönch in der Erde (genau wie ich gerade). Der Wanderer spricht den Mönch an und ist begeistert von der Oase des Klostergartens, wie alles blüht, der Bux als Hecklein geschnitten ist und die herrlichsten Gemüse in den Beeten reifen. Er sagt dem Mönch, daß er da ja mit Gottes Hilfe ein Paradies erschaffen hat. Der verschwitzte  und schwer gartelnde Mönch aber grummelte nur: Gottes Hilfe, sie hätten mal vor langer Zeit hier vorbei kommen müssen als der Herrgott den Garten noch allein bewirtschaftet hat, da hat's vielleicht ausgesehen hier. Alles verwildert......

Jedenfalls habe ich aus meinem Beet hier an der Süd-Westseite des Hauses zwei große Säcke mit Unkraut entfernt. Das muß ich schon im Frühjahr nicht mehr machen. Gerade dieses Beet hat mir die letzten beiden Jahre viele Sorgen im Sommer gemacht. Es sollte schön bunt und gepflegt sein, weil es an der Seite des Hauses ist, die man als Passant sieht. Und man will sich ja nicht blamieren mit seinem Garten. Aber da es Hang ist und Süd-West-Seite, läuft Wasser schnell ab und die Sonne strahlt intensiv darauf. Und den ganzen Sommer war ich am Jammern, dass es zu trocken ist. Vorletztes Jahr stand ich am Wochenende stundenlang mit dem Gartenschlauch und letztes Jahr habe ich Schwitzschläuche auf die Erde gelegt. Immer noch was alles zu trocken.

Dann habe ich im Herbst angefangen Stauden zu pflanzen die Hitze mögen und Trockenheit vertragen. Dass ich da nicht früher darauf gekommen bin. Katzenminze, Lavendel, Cistus, Färberkamillen und Witwenblume stehen schon im Beet.Diesjahr kommen noch Pflanzen hinzu.  Das sieht bestimmt schön aus im Sommer und ich muß mir wegen der Trockenheit keine Gedanken mehr machen.


Unkraut wächst selbst im Januar (c) by Joachim Wenk
Unkraut wächst selbst im Januar


Unkraut wächst selbst im Januar (c) by Joachim Wenk
Unkraut wächst selbst im Januar 
So und jetzt ist das Beet, das ich auch immer direkt vor mir habe, wenn ich im Wohnzimmer oder der Küche aus dem Fenster sehe, fertig für das Frühjahr.

Staudenbeet im Winter (c) by Joachim Wenk
Unkraut beseitigt

Staudenbeet im Winter (c) by Joachim Wenk
Unkraut beseitigt

Jetzt, das Mittagessen war köstlich und der Espresso schmeckt hervorragend, sitze ich am Laptop und schreibe diese Zeilen. Draußen wird es von Stunde zu Stunde schöner und die Sonne brennt vom Himmel, wie im April. Dieses Ausnahmewetter und was ich heute gemacht habe im Garten wird auch in unseren 10-Jahres-Buch notiert. Das Buch war ein Weihnachtsgeschenk meiner Schwägerin. Das ist eine ganz tolle Idee, die ich selbst noch nirgends gesehen habe. Ein schönes in Leinen gebundenes dickes Buch. Innen ist jeder Tag eine Seit und ähnlich einem Terminkalender stehen an der Seite Zahlen. Immer eine 20. Man fängt das Buch irgendwann an. Dann macht man aus der obersten 20 eine 2014 - wenn man d´Diesjahr anfängt. Dann kann man in der Zeile kurz etwas schreiben. Heute zum Beispiel "12 °C Unkraut im Mäuerchen-Beet gerupft". Wenn es dann 2015 oder 16 oder 17 ist und man am 8.Januar ist, sieht man auf einen Blick - eben auf dieser Seite - was so in den letzten Jahren genau an dem Tag geschah und was man gemacht hat. Wirklich sehr schöne Idee. Ich werde es ausfüllen. Und jetzt habe ich recherchiert. Das Buch hat eine ISBN Nummer (9783760763477) unter der man es zum Beispiel hier (Buchhandlung am Turm )bestellen kann. Für 19,95€ auch eine echt gute und geistreiche Geschenkidee.

Apropos Kalender, ich habe meine Arbeit für heute erledigt und den Punkt der noch drin stand im Tagesplan, den verschiebe ich. Darüber berichte ich dann, wenn es so weit ist.

10-Jahres-Buch (c) by Joachim Wenk
10-Jahres-Buch

10-Jahres-Buch (c) by Joachim Wenk
10-Jahres-Buch 

10-Jahres-Buch (c) by Joachim Wenk
10-Jahres-Buch 


Sonntag, 5. Januar 2014

Vögel fressen überhaupt keine Erbsen

Ist das nicht eine wunderbare Blüte? Passend für ein Blumenbeet?

Blauwschokker (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker
Diese Blüte gehört zu einer Pflanze, die das Gartenjahr 2013 für mich verkörpert. Auf und Ab und Erfolg und Misserfolg.

Aber alles der Reihe nach. Die Pflanze - manch einer kennt vielleicht den Namen - ist eine Erbse. Ich kannte bisher nur die üblichen weiß blühenden Sorten. Dann sah ich im Katalog diese alte Sorte. Kurz darauf in einem Mittelalter - Projekt im Fernsehen in dem mittelalterlich gekleidete Menschen in mittelalterlichen Gemüsegärten werkelten kam sie auch vor. Das hat mein Interesse geweckt und ich bestellte sie.

Es ist eine Pahlerbse, die ja schon ab März gesät werden.  Gut -  2013 und März dürfte jedem Gärtner in Erinnerung sein. Ich konnte also nicht sähen. Ich glaube es war Ende April bis ich den Boden bearbeiten konnte. Die Erbse wird laut Katalog etwa 120-150cm hoch. Also habe ich extra ein höheres Gitter gekauft und mit viel Liebe und Hoffnung diese spannende Erbse gesät.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sie endlich an der Erdoberfläche erschien. Dann wuchs sie aber sehr vielversprechend. Nur die Blüten. Da waren keine. Ich untersuchte die Triebspitzen um eventuell vorhandene Knospenansätze sofort zu entdecken. Da war nichts. Meine anderen Erbsen fingen schon an zu blühen nur die so mit Spannung erwartete Blaue nicht. Aber wachsen tat sie sehr gut.

Und dann war es so weit, das Rankgitter war schon lange überwuchert. Mit Schnur und zusammengebundenen Stecken erhöhte ich das Rankgitter und erhöhte und wurde belohnt. Jetzt weiß ich, warum sie noch keine Blüten hat. Die wird nicht 120cm hoch sondern eher 200cm! Und dann blüht sie auf Augenhöhe. Es ist mittlerweile Juli 2013. Fantastisch. Alle meine Erwartungen wurden übertroffen. Eine richtige Elfen-Pflanze (wie die Erbsenblüten ja oft verwendet werden im Zusammenhang mit Elfen).

Blauwschokker (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker
 Und die Schoten sind auch in diesem wunderbar andersartigem dunklen Lila gehalten. Die Erbsen darin allerdings sind im gewohnten Grün und schmecken gut.

Blauwschokker (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker

Sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den herkömmlichen Erbsen. Sie hängen bequem hoch zum Pflücken und sind sofort zu finden, wegen dem deutlichen Kontrast zum Laub. 

Blauwschokker (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker
Die anderen Erbsen führten fast ein vernachlässigtes  Schattendasein so knapp über dem Boden. Trugen aber auch wahnsinnig reich.

normale Erbsen (c) by Joachim Wenk
normale Erbsen
So weit so gut. Die späte Aussaat hat nicht geschadet. Die lange Kälte und Feuchtigkeit im Frühjahr bis Ende Juni ist auch überstanden. Und nun könnte man Erbsen ernten und kochen und einfrieren. So war es gedacht. Aber genau jetzt kommt das große Fest 2013. Wir haben geheiratet. Und wer diese Erfahrung auch schon einmal gemacht hat weiß, so direkt um das Fest herum kommt man nicht unbedingt dazu im Garten Erbsen zu ernten und zu pahlen. Immer wieder zum Naschen ja. Auch die Kinder zu Besuch freuten sich sehr und naschten reichlich.

Und jetzt kommt wieder das Jahr 2013. Mit einem Mal ist es Hochsommer. Wochenlang über 30°C und absolut Null (ja Null) Regen über mehrere Wochen. Gut dass es Pahl-Erbsen waren. Zum frischen Verzehren waren sie schon zu reif. Also lasse ich sie eben ausreifen.

Blauwschokker (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker

Blauwschokker (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker
Und wieder ist das dunkle Lila sehr vorteilhaft bei der Ernte. Ich pahle die ersten Erbsen und den Rest lasse ich nachtrocknen und werde sie später pahlen. Im blauen Sieb sind herkömmliche Erbsen und im Metallsieb sind die Blauwschokker.

Pahlerbsen (c) by Joachim Wenk
Pahl-Erbsen
Ich merke schon, daß da aber viele Käfer drin sind in den Erbsen. So viele durchlöchert und zum Aussortieren. Das ist weniger schön. Im Herbst pahlen wir den Rest. Wieder Käfer Käfer Käfer. Mir ist irgendwie nicht wohl bei der Sache. Da muß mehr aussortiert werden als ins "Töpfchen" wandert. Und überall fliegen die schwarzen Käfer. Kein schöner Anblick.

Ein paar Wochen später machte ich mich an die Erbsen, die im Keller eingetuppert auf Verwendung warteten. Erbsensuppe mit Kassler und guter selbstgemachter Rinderbrühe und etwas Wurzelgemüse.

Nun. Was soll ich sagen. Alles klappt gut. Es riecht köstlich in der Küche. Und dann mache ich den Schnellkochtopf auf.

Der Rest ist nur für Menschen mit starken Nerven (FSK 16 würde ich sagen). Die Oberfläche meines Eintopfes ist schwarz! Das gibt es ja nicht. War da in jeder Erbse noch ein Käfer?

Also so etwas ist mir ja noch nie passiert! Ich koche ja viel und probiere noch vielmehr aus, weswegen es oft "Ehekrach" gibt. Weil immer wieder anderes auf den Tisch kommt. Gut. Manches ist nicht so, daß ich es wieder kochen werde. Alles kann einem ja nicht schmecken. Aber gegessen habe/n ich/wir noch immer alles. Ich kann ja nicht einfach gute Lebensmittel wegwerfen. Aber dieses Essen war wirklich mein erstes Essen, das ich direkt aus dem Topf entsorgt habe. Ich war schon mutig und habe einen Löffel probiert. Es hätte wunderbar geschmeckt, so viel kann ich sagen und ich werde das wieder kochen. Ich habe im Bioladen letzthin schon Erbsen gekauft.

Denn nicht nur den Eintopf, sondern auch die Erbsen werden entsorgt. Von den Blauwschokkern hebe ich mir welche auf zum Sähen. Da habe ich jede Erbse nun aber mehrmals gedreht und gewendet und kontrolliert.

Es sollte also doch nicht sein mit meinen Erbsen. Das steht nun fest. Erst zu spät, dann zu nass, dann zu hoch, dann zu wenig Zeit, dann zu heiß und zu trocken und schließlich zu eklig. Was mache ich mit den übrigen gepahlten Erbsen? Heißt es nicht die Guten ins Töpfchen und die schlechten ins Kröpfchen? Waren das Erbsen oder was waren das? Ich probiere es und mische ein paar Erbsen unters Winter-Vogelfutter. Das Ergebnis seht ihr hier. Nicht einmal die Vögel essen diese Erbsen! Sie haben sie einfach aussortiert und unterm Vogelhaus verteilt. Jetzt wachsen dann im Frühjahr wahrscheinlich zu allem Un-Glück in meiner Tulpenwiese die Erbsen....

Das Ende der Erbengeschichte (c) by Joachim Wenk
Das Ende der Erbengeschichte

Samstag, 4. Januar 2014

Die Basis für ein arbeitsreiches und hoffentlich ertragreiches Gemüsegartenjahr 2014

Es ist so weit. Heute sind sie gekommen. Ein kleines Päckchen mit für mich wichtigem und freudig erwartetem Inhalt. Meine Gemüsesämereien für die erste Hälfte 2014 sind angekommen.

Gemüsesamen für 2014 (c) by Joachim Wenk
Gemüsesamen für 2014
Mit großer und freudiger Überraschung stelle ich fest, daß einige Tütchen der Samen tatsächlich mittlerweile ein Bild des Gemüses und vor allem, ganz wichtig für Hobbygärtner, die Aussaat- und Erntezeitpunkte und andere wichtige Details enthalten. Bei konventionellen Samen ist das ja selbstverständlich. Bislang habe ich es auf den Bingenheimer-Tütchen jedoch schmerzlich vermisst.

Auf den Internetseiten zum Bestellen der Samen sind diese Details alle schön  übersichtlich abgebildet. Daher habe ich mir diesmal zu jeder Sorte, die ich bestellt habe, die entsprechende Seite ausgedruckt. Die kommt in je eine Klarsichthülle, das Tütchen hinterher und dann zusammen ab in einen Ordner. Den kann ich mit in den Garten nehmen und weiß damit immer, wie und wann ich zu sähen habe.

Ordner für die Samentütchen (c) by Joachim Wenk
Ordner für die Samentütchen
Das ist jetzt dann meine Arbeit, sobald ich hier fertig berichtet habe. Als nächstes sollte ich mich dann wohl wirklich langsamm einmal an den Plan machen, was wohin gesät und gepflanzt wird, dieses Jahr.

Heute morgen habe ich die Panorama-Funktion meiner Kamera probiert und gleich einmal ein Foto gemacht. Hier sollen sie dann also alle einmal stehen die Gemüsepflanzen. Zur Zeit noch in Tütchen verpackt als winzige  Samen und bis man sich umsieht stehen sie groß und kräftig (toi toi toi) im Garten und es ist Sommer.

hier werden sie stehen die Gemüssorten (c) by Joachim Wenk
hier werden sie stehen die Gemüssorten

Meine Christrosen, die ich ja fast ganz vergessen hatte, blühen nun auch. Eine zumindest und die andere hat erst Knospen. Leider wurden die Knospen auch wieder angefressen, so dass die Blüten nicht so prächtig ausfallen. Das können ja nur wieder diese Schnecken gewesen sein. Die Christrosen stehen beim Haus im Fliederbeet. Jetzt, wo das Laub des Flieders ganz am Boden liegt, erkennt man die Christrosen erst. Im Herbst hatte ich sie garnicht wahrgenommen.

Christrose (c) by Joachim Wenk
Christrose

Christrose (c) by Joachim Wenk
Christrose 

hier im Flieder-Beet stehen die Christrosen (c) by Joachim Wenk
hier im Flieder-Beet stehen die Christrosen

Donnerstag, 2. Januar 2014

Winter

Die schönen langen Weihnachtsfeiertage sind leider beinahe vorbei. Gut dass wir in Bayern wohnen und am 6.1. nocheinmal einen Feiertag haben. Ich habe es genossen. Daheim sein, rumtrödeln, Sachen aufarbeiten. Und! Gemüsesamen bestellen. Die Bestellung ist raus und jetzt freue ich mich auf das Paket vom Bingenheimer Saatgut.  Auf den aktuellen Katalog vom Biogarten-Versand warte ich noch. Da darf ich dann nochmal stöbern. Meine diesjährigen Kartoffeln heraussuchen und sonstiges bestellen.

Sonstiges heißt hier unter anderem Melasse-Dünger für die Kübelpflanzen. Der war sehr gut vergangenes Jahr. Von Neudorff diverse Mittelchen. Spruzit gegen Läuse, Schachtelhalm zur Mehltauvorbeugung. Ich habe 2013 im Frühsommer ein paar Mal meine Rosen damit besprüht und sie hatten - im Gegensatz zu 2012  2012 - keinen  Mehltau. Ob ich noch anderen Dünger benötige, werde ich wissen, wenn ich einmal meine Bodenproben genommen habe und sie analysiert sind. 

Im Garten selbst sieht es wirklich aus wie Dezember/Januar. Halt ohne Schnee, aber der kommt sicher wie immer noch im  Januar und Februar. 

Ich wurde auch schon dezent darauf hingewiesen, daß wir ja demnächst schon einmal beginnen könnten das alte Gewächshaus abzureißen. Folie abmachen und Dachlatten auseinander machen. Die Arbeit wäre ja nicht so schlimm, aber im Gewächshaus steht mein Feldsalat. Das ist ja wieder einmal super. Das ganze Jahr wächst es nicht richtig im Garten und jetzt steht zu erstem mal in meiner Gärtnerzeit im Gewächshaus sehr schöner Feldsalat. Er wächst auch nach wie vor und wäre im Frühjahr schön zu ernten. (Im Freiland der Feldsalat ist nicht gut aufgegangen.). Und jetzt soll ich das  Haus abreißen und der Salat steht im Freien. Und beim Abbauen tritt man am  Ende auch noch drauf. Na das sind ja Aussichten. Ich habe mir schon überlegt, ob ich ihn, da er so schön in Reih' und Glied steht vielleicht mit Erde ausgrabe und in Blumenkästen umsetze. Ich muß mal sehen, ob da noch welche irgendwo herumstehen. Dann probiere ich es einfach. Mehr als kaputt gehen kann er ja nicht. Und das täte er sicher auch auf der Gewächshausbaustelle. Und auf mein neues Gewächshaus im Frühjahr will ich dann doch nicht verzichten. 

Feldsalat im Kalthaus (c) by Joachim Wenk
Feldsalat im Kalthaus

Feldsalat im Kalthaus (c) by Joachim Wenk
Feldsalat im Kalthaus 
das alte Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
das alte Gewächshaus



Mein Ölrettich-Gründung ist auch schon fast gänzlich abgeforen und kann jetzt verrotten. Die Wicke steht noch, soll aber auch nicht winterfest sein. Ich hoffe sie friert noch ab, dann muß ich im Frühjahr nicht so viel hacken. 

Hier sieht man im unten den Bux und dahinter ab gefrorenen Ölrettich. Der war schon sehr groß und kräftig gewachsen im Herbst und hat dicke Wurzeln. Die verrotten jetzt und hinterlassen viele Löcher im Boden in die Luft in die Erde gelangt und die den Boden lockern als hätte man mit der Grabegabel mit dicken Zinken alles durchlöchert. 

Ölrettich Gründünger (c) by Joachim Wenk
Ölrettich Gründung
 Hier vor dem alten Apfelbaum sieht man Wicke als Gründung. Die wächst sehr schön gleichmäßig. Bildet rasch dicken Filz und unterdrückt Unkraut. Die Wurzeln sammeln Stickstoff im Boden. Sie wuchert aber nicht unmäßig, sondern hat sehr schöne Proportionen für eine Gründüngungspflanze im Hausgarten. Auch mal um Lücken nach dem Ernten zu füllen.
Wicke Gründung (c) by Joachim Wenk
Wicke Gründung


Der Boden ist, auch ohne herbstliches Umgraben locker. Das habe ich gemerkt, als ich meine Zierkirsche mit samt Topf im Gemüsgarten an geschützter Stelle eingegraben habe. Da ich noch  nicht genau weiß, wo ich sie endgültig hinsetze, habe ich sie dort zwischen gelagert. Ich denke das ist für die Wurzeln besser, wenn Frost kommt, als wenn sie im Topf im Freien steht.

Hier sieht man ein Beet ohne Gründung. Da waren bis Oktober die Kartoffeln gestanden. Hier ist der Boden wunderbar locker und ohne Unkraut. Der Ölrettich, den ich gesät hatte ist zwar aufgegangen, kam aber über das 2-Blatt-Stadium nicht mehr hinaus. Die freie Fläche und den lockeren Boden werde ich nutzen um ganz zeitig im Frühjahr meine Möhren hier zu sähen. Zumindest die eine Sorte. 

ehemaliges Kartoffelbeet (c) by Joachim Wenk
ehemaliges Kartoffelbeet

Auf dem Beet habe ich im Herbst nochmal Rasenschnitt gemulcht, dann kam Laub darauf. Das kann jetzt auch langsam verrotten. Da ich diesen Gemüsegarten-Teil erst im Frühjahr von Rasen zu Gemüsebeet umgewandelt habe ist hier noch einiges an übrigem Gras und auch Unkraut. Ich denke dass ich demnächst, wenn der Boden noch offen ist und ich wieder gerne im Garten etwas arbeiten möchte einmal anfange das ein wenig auszudünnen. Dann ist im Frühjahr, wenn es richtig losgeht nicht mehr so viel zu tun.

neuer Gemüsegarten - Laubmulch (c) by Joachim Wenk
neuer Gemüsegarten - Laubmulch
Und mein Spinat zum Überwintern gedeiht auch prächtig. Ich denke für Salat kann ich da bei Gelegenheit schon ein paar Blättchen abzupfen. Eines habe ich schon gleich vor Ort verkostet. Sehr zart, sehr guter Geschmack. Rechts daneben stehen die Asiasalate, die im Herbst zu lange brauchten bis sie gewachsen sind. Dann wurde es zu kalt und zu wenig Licht. Einmal habe ich nur davon geerntet. Sie schmecken richtig scharf, wie Rettich. 
Spinat und übrige Asiasalate (c) by Joachim Wenk
Spinat und übrige Asiasalate
Ach ja und das hier. Da wuchert etwas ganz schön. Ganz links zu erkennen auch wieder Spinat und der Rest der schönen Grünen Fläche ist kein Unkraut. Das ist Winterportulak. Der überwintert so und wächst ein wenig vor sich hin. Im Frühjahr, wenn es wärmer wird fängt er  rasch an zu wachsen und man kann reichlich Ernten. Ich schneide mehrmals davon ab. So lange er noch zart und klein ist verwende ich ihn als Salat, ähnlich Feldsalat. Später kommt er mit Strunk und Blütchen in den grünen Smoothie.
Winterportulak (c) by Joachim Wenk
Winterportulak
Hier stehen noch 2 Grünkohl. Die lasse ich stehen. Den Rest habe ich im Gefrierschrank. Diese beiden lasse ich stehen um zu sehen wie sie den Winter vertragen. Sicher ganz ausgezeichnet, aber ich trau mich immer nicht, sie im Herbst stehen zu lassen. Angst sie an den Frost und Winter zu verlieren und die Arbeit umsonst gemacht zu haben den Sommer über. Ich weiß, dass das sicher nur mein Gefühl ist und er den Winter bestens übersteht. Aber ich muß einfach die Erfahrung selbst machen und nicht nur der Literatur glauben. Erst dann bin ich überzeugt und habe vor allem gutes Gefühl dabei. Also wehe, wenn der doch abfriert.... Der Rest ist Mangold. Zum Teil zerfrohren. Aber ich habe den den ganzen Sommer im Smoothie und am Teller gehabt. Ich hatte genug Mangold. Jetzt lasse ich ihn stehen um zu sehen was passiert. Wie hart er ist und ob er gar im Frühjahr wieder treibt?


Test-Grünkohl und übriger Mangold (c) by Joachim Wenk
Test-Grünkohl und übriger Mangold
Und hier warten schließlich noch die Himbeeren, meine geliebten schwarzen Johannisbeeren und der nicht tragende Goij-Beerenstrauch aufs Frühjahr.
Beerenbeet wartet auf Frühjahr (c) by Joachim Wenk
Beerenbeet wartet auf Frühjahr