Sonntag, 28. Dezember 2014

Weihnachten 2014 - oder wie der Winter plötzlich zu uns kam

Regelmäßig verfolge ich die Wettervorhersagen auf agrarheute.com , wo ich mit meiner Postleitzahl eine sehr genaue Wetterprognose für eben meinen Garten bekomme. Wie war ich überrascht, als ich es wieder aufrief und mir direkt die Augen wischen mußte. Zu Weihnachten soll der Wetterwechsel ganz dramatisch kommen. Gegen Neujahr dann sollen Minusrade bis weit in den zweistelligen Bereich uns zittern lassen.

Wow, das war einmal eine Aussage. Was ist jetzt zu tun, dachte ich? Gottseidank habe ich eigentlich alles so weit vorbereitet auf den Winter.

Am 1. Weihnachtsfeiertag erledige ich dann den Rest. Im Gewächshaus lege ich zur Sicherheit noch ein Vlies über meinen Spinat und Feldsalat. Kopfsalat steht auch noch darin, den werden wir jetzt gleich einmal essen, bevor er erfriert.



Vlies im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Vlies im Gewächshaus


Im Freiland stehen ein paar Pflänzchen Feldsalat. Leider ging er im Herbst nicht gut auf und aus den zwei Reihen wurde nur ein paar Reihenabschnitte.  Und wenn man dann lange nicht aufmerksam hinsieht, ist man überrascht. Diese wenigen Pflänzchen sind sehr schön gewachsen und können sicher auch geerntet werden. Ich decke auch hier Vlies darüber. Minus 15°C sollen kommen. Ich weiß nicht, ob er das aushält.

Vlies im Freiland (c) by Joachim Wenk
Vlies im Freiland

Meine beiden Weinpflanzen in Töpfen sind schon länger mit Vlies umhüllt. Jetzt stelle ich sie in die Werkstatt. Die ist unbeheizt und unter der alten Scheunentür weht es sogar etwas Schnee ins Innere.  Aber Wein ist ja auch frosthart. Ich möchte nur nicht dass er diese arge Kälte im Topf überstehen muß. 

Im Palmenhaus die Heizungen drehe ich etwas höher, damit sie den Raum dann auch bei vielen Minusgraden auf 10 - 12 Grad erwärmen können. 

So, nun ist alles gemacht, was ich noch machen kann. Ich hoffe so sehr, daß es schneit, bevor die große Kälte kommt. Bei  uns ist es oft so, daß plötzliche Kälteeinbrüche mit Temperaturen unter minus 10°C kommen und kein Schnee liegt. Kahlfrost ist aber für meine Stauden und andere Pflanzen nicht so angenehm. 

Es ist mittlerweile sehr kalt und stürmisch. Die Temperaturen schwanken so um den Gefierpunkt. Durch den eisigen Wind allerdings fühlt es sich viel kälter an. Mein  Vogelfutter geht auch zur Neige. Ich bitte schnell noch unseren Besuch für Samstag, auf der Anreise im Baumarkt zu halten und mir welches mitzubringen. Dieser Bitte wird gern nachgegangen. Wir können die kleinen Federbällchen jetzt nicht im Stich lassen. 

Am Freitag, 2.  Weihnachtsfeiertag fängt es immer wieder an leicht zu schneien. 

Winterbeginn 2014 (c) by Joachim Wenk
so beginnt er der Winter 2014/15

Winterbeginn 2014 (c) by Joachim Wenk
schön, daß ich jetzt im warmen
Haus bin und rausschauen kann


Der Schneefall wird immer häufiger, die Temperaturen sinken auf ein paar Grad unter Null und der Schnee beginnt sich im Garten zu stapeln. Unser Besuch kommt und hat schon Bange vor der Heimfahrt nach Frankfurt heute Abend. (Was sie da noch nicht wußten, kann ich hier schon einmal verraten. Die 200km nahmen fünfeinhalb Stunden Autofahrt in Anspruch!)

Jetzt werden die Vögelchen gefüttert. Ich habe ja wieder Vorrat. 

Vögel füttern im Winter (c) by Joachim Wenk
Vögel an der Futterstelle
Und jetzt ist er richtig da der Winter. Es schneit ohne Unterlass. Ich freue mich über das vor Kahlfrost schützende Mäntelchen über meine Pflanzen. Als Autofahrer allerdings ist man ständig mit Schneeräumen am Auto beschäftigt. Wir gingen zu Mittag essen und da heißt es vorher und nachher Auto befreien. Abends dann beim Schneekehren im Hof liegen schon bestimmt 12 cm Schnee. Der starke Wind häuft Scheewehen an. So haben wir einmal zwei Zentimeter, dann wieder zwanzig Zentimeter Schnee. 

Zitrone mit Laub- und  Schneemantel (c) by Joachim Wenk
Zitrone mit Laub- und
Schneemantel

Eukalyptus mit Laub- und  Schneemantel (c) by Joachim Wenk
Eukalyptus mit Laub- und
Schneemantel

Banane im Winter (c) by Joachim Wenk
irgendwo darunter sind die
Wurzeln der Banane

Korkenzieherhaselnuß im Schnee (c) by Joachim Wenk
Korkenzieherhaselnuß im Schnee
Und heute am Sonntag, dem leider letzten Tag einer Reihe freier Tage über Weihnachten scheint die Sonne. Der Schneefall hat aufgehört und der Garten ist schön eingepackt. Die große Kälte kann kommen. Aber wird sie kommen? Die Vorhersagen sind schon wieder deutlich harmloser geworden. Vielleicht wird es garnicht so arg und bitter kalt. 

Blick in den Wintergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Wintergarten

Blick in den Wintergarten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Wintergarten 


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Düstere Tage mit Aussicht auf Besserung oder von der geraubten Vegetationsgöttin in der Unterwelt

So nun ist Weihnachten also in vollem Gange. Schön ist es bis jetzt. Und nach all den ersten Familienterminen nehme ich mir nun die Zeit, ein wenig in "Google" zu stöbern und von einer Beobachtung zu berichten, die mich schon seit einigen Tagen beschäftigt.

Schaut euch mal diese Fotos an. Es handelt sich um Giersch und meine Erdbeeren.

(c)by Joachim Wenk
Mit der Vegetationsgöttin ist das
Leben der Pflanzen verschunden, ,
entführt in die Unterwelt.

(c)by Joachim Wenk
noch vor kurzem war der Giersch grün
jetzt ohne Licht und Kraft der Sonne
ist das Leben aus ihm gewichen


Man sieht förmlich wie die Lebenskraft Stück für Stück
entweicht - oder eben Blatt für Blatt

Ich denke ihr seht, was ich meine. Wie das blühende Leben sehen sie nicht aus. Aber bis vor kurzem haben sie noch richtig grün im Beet gestanden. 

Nun bin ich ja jemand, der gerne auch Wildkräuter oder Unkräuter sammelt und verspeist. Im Frühjahr als Salat. Sonst im Jahr im grünen Smoothie zum Beispiel. Und ich habe immer wieder gelesen, daß man auch im Winter, gar unter dem Schnee Wildkräuter sammeln kann. Mir war das nie so ganz geheuer. Und ich konnte mich nie dazu aufraffen. 

An anderer Stelle zum Beispiel habe ich sehr interessiert von  keltischen Bräuchen gelesen. 

Oh Stop. Bitte jetzt nicht aufhören zu lesen. Ja, ich bin selbst auch Christ und ich will hier nichts von keltischer Götterverehrung und Opferritualen propagieren. Nein! Ich finde die Naturbeobachtungen alter Völker einfach interessant. Die sind so viel tiefergehend als die unseren. Und die Kelten sind eben mir  und meinem Jahreszeitenrhythmus einfach näher als die fernen buddhistischen oder aryuvedischen Beobachtungen. 

Weil es so schön bildlich beschrieben ist, zitiere ich also wörtlich aus dem Buch "Die Pflanzen der Kelten" von Wolf-Dieter Storl. Dort heißt es im Zusammenhang mit dem keltischen Jahreskreislauf.

"In den Neumonddnächten der kalten, neblig trüben Novemberzeit endet die helle Jahreshälfte. Die Sonne steht nun im Skorpion. Sie ist schwach und kalt, als wäre sie von dem giftigen Stachel des Spinnentieres gestochen und tödlich vergiftet worden. Zum Vollmond des Jägers feiert der schwarze Gott Samain den Antritt seiner Herrschaft. Er ist ein Schlächter und Jäger. Er erledigt den Sonnenhirsch, raubt dessen Gattin, die Vegetationsgötting, und verschleppt sie in sein unterirdisches Reich. Dort herrscht sie nun als Totengöttin, hütet die Seelen Verstorbener, die schlafenden  Samen und die im Winterschlaf erstarrten Tiere. "  Und weiter steht dort :"Samain ist mit dem Wort sammeln verwandt. Nun ziehen sich die Menschen und das Vieh in die Geborgenheit von Haus und Stall zurück. Die Vögel sammeln sich und fliegen nach Süden. Die Vorräte sind nun in der Scheune, im Speicher oder Keller. Alles, was noch draußen ist"..." gehört den Geistern".

Wenn man jetzt so im tiefsten Winter ,lange nach Samain, gar zur Zeit der Wintersonnenwende nach draußen schaut und diese Zeilen liest, spürt man doch fast die vergiftete Sonne oder erkennt, wie auf den Fotos oben, die in die Unterwelt verschleppte Vegetationsgöttin. Die Kraft und das Leben jedenfalls scheinen aus den meisten Pflanzen verschwunden zu sein. Ich habe draußen in der Natur noch an einigen Pflanzen gleiches festgestellt. Mit einem Mal waren sie wie tot und gelb und verlohren die letzten Blätter.

Im Haus selbst ziehe ich mir, seit dem Samain - ihr kennt es vielleicht als Halloween- Weizengras. Selbst das wächst zur Zeit fast überhaupt nicht, braucht viel viel länger, bis es genußreif ist. Die Kraft des lebenspendenden Lichtes der Sonne fehlt einfach. Im Garten habe ich nichts mehr weiter für den grünen Smoothie oder mag es nicht verwenden, weil ich mir immer vorstelle, dass der Stoffwechsel der noch draußen stehenden Pflanzen doch auch zu dieser Jahreszeit verändert sein muß. Haben sie dann noch vorwiegend gesunde Inhaltsstoffe für mich? Darum eben trinke ich ja grüne Smoothies. Ich weiß auch, daß zum Beispiel der Mangold oder Spinat oder andere Blätter eher nachmittags geerntet deutlich weniger schädliches Nitrat aufweisen, als die in den Morgenstunden gepflückten. Im Laufe des Tages, mit der Sonneneinstrahlung, verstoffwechseln sie das gebildete Nitrat, das für uns schädlich ist. Was also, so frage ich mich ist mit Mangold, Spinat oder anderem Grün, das ich jetzt pflücke, da die Sonne quasi mit der Vegetationsgöttin in die Unterwelt verschwunden ist?

Ich denke, die Bilder zeigen mir, daß aus den Pflanzen auch das Leben verschwindet und ich jetzt, wie im Text von Storl, einfach alles was noch draußen ist, den Geistern lasse. In diesem Zustand käme ohnehin niemand darauf die Erdbeerblätter oder den Giersch zu essen. Vorher wäre es optisch zwar noch gegangen, aber sicher hat das schwindende Leben auch die guten Inhaltsstoffe aus den Pflanzen mit hinfort gewischt. Also kein Gewinn, sie zu verspeisen. Und welche Kraft könnte das mickrige Licht einer Neonröhre oder Glühbirne den Pflanzen verleihen, die sie mir dann im Smoothie wiederum zur Verfügung stellen würden? Sie wären grün und würden wachsen. Ja. Aber das in ihnen enthaltene Leben ist so viel geringer und schwächer als bei dem durch die Sonne entstandenen Kräften in den Pflanzen. Ich spüre den Unterschied bei Mixen und Schmecken grüner Smoothies aus im Winter gekauften grünen Pflanzen wie Feldsalat, Salat, Spinat etc. und dann den ersten kleinen im Frühjahr gepflückten Pflanzen draußen. Man schmeckt und spürt und fühlt so deutlich den Unterschied enthaltenen Lebens. So deutlich, daß ich mir nach dem ersten Winter in dem ich mit den Smoothies startete einen der guten und starken Mixer kaufen mußte. Der übliche Haushaltsmixer bereitete mir im Winter mit den gekauften grünen Blättern gute Smoothies. Schaffte aber bereits ab dem Frühjahr die neuen sprießenden und vor Leben strotzenden grünen Blätter nicht mehr ausreichend klein, also smooth, zu bekommen!

Ich warte einfach auf die bald wiederkehrende, verjüngte Göttin. Als Brigit reitet sie dann übers land, weckt die schlafenden Samen und schüttelt die Bäume wach. Ich finde das sind schöne Bilder für die Beobachtungen, die der aufmerksame Gärtner auch selbst in seiner gezähmten und dennoch den uralten Gesetzen folgenden Natur seines Gartens machen kann. Vorausgesetzt, er ist offen für derlei Veränderungen und lässt sich nicht blenden und betäuben vom Licht und Lärm der Zivilisation und der Vorweihnachtszeit.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Probesitzen im Bagger - der wird im kommenden Jahr noch eine wichtige Rolle spielen

Es ist ein  Mini-Bagger, aber wenn man davor steht, die Mechanik sieht und auch darauf sitzt, gewinnt man durchaus Vertrauen in ihn. Der wird unser großes Gartenprojekt 2015 schon schaffen. Auf alle Fälle wird er es schneller und leichter schaffen, als wir mit Schaufeln und Eimern.


Was ist das nun für ein Projekt? Ich habe schon einmal erwähnend davon gesprochen. Wir wollen vorhandene Betonplattenwege entfernen und durch Pflaster ersetzen. In dem Zuge werden auch neue, zum Teil wirklich auch praktisch nötige Wege angelegt.

Ich habe die allergrößte Hochachtung vor dem Vorbesitzer. Er hat die vorhandenen Wege in Handarbeit ausgehoben und die Betonplatten selbst gegossen. Ich weiß garnicht, wie man das schaffen kann.

Jedenfalls haben wir dafür Gottseidank einen  Bagger. Und ihr meint jetzt  sicher,  wir sind vollkommen übergeschnappt, einen Bagger zu kaufen.  Aber ich muß natürlich dazu sagen, dass es nicht unser Bagger ist. Er gehört meinem Cousin, der ihn auch bedienen kann  - und bedienen wird. Wir haben ihn nur am Wochenende das erste mal gesehen und anfassen dürfen. Er hat ihn selbst noch nicht lange.



(c) by Joachim Wenk
Volker als Baggerfahrer


In der Panoramaaufnahme sieht man den Weg vom Haus, vorbei am Hüttenzauber und Werkstatt und Palmenhaus hinter zum Gemüsegarten. Der ist zum Teil schon nur noch Schotter, weil der Beton wegplatzt. Daher soll er komplett entfernt werden. Neu dazu kommen ein Weg links im Bild am Beet hinter der Holzbank entlang. Hoch zum Hauptweg. Neu und dringend notwendig ist auch ein Weg hinten im Garten vom Hauptweg am großen Staudenbeet entlang. Hier ist er dann zugleich ordentliche Begrenzung, Mähkante und dient mir dazu, nicht immer in der matschigen Wiese herumstapfen zu müssen. Er wird um den Gemüsegarten herum, an der Scheune entlang zum Hinterausgang führen. Dort ist jetzt wieder, wie jeden Winter, die Grasnarbe offener matschiger Erde gewichen. Zum Gassigehen benutze ich diesen Weg täglich und der ist im Winter ständig nass, wie die gesamte Wiese.

So jedenfalls ist die Planung, die wir bereits ziemlich bald nach dem Einzug aufstellten. Aber Zeit und Geld ist immer knapp und muß wohlüberlegt eingeteilt werden. Wir hoffen sehr, daß wir dieses wirklich große Garten-Projekt 2015 endlich realisieren können.  Bis dahin läuft die Planung jedenfalls weiter.

Panoramafoto Garten (c) by Joachim Wenk
Panoramafoto Garten


Wir hatten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sieben Grad unter Null. Von Montag bis Mittwoch war ich nur am Frieren. 

Dann kam plötzlich der Frühling!

So jedenfalls hat es sich am Samstag im Garten angefühlt. Zehn Grad über Null, kein Wind und sogar die Sonne zeigte sich. Die Luft und das Licht waren fast wie vielleicht im Februar. Da hielt uns nichts im Haus. 

Volker ist fleißig weiter am Isolieren der Werkstatt. Ein Stückwerk, das sich noch über viele Monate hinziehen wird. Sie ist vollgestopft, noch immer unverändert seit der Übernahme des Hauses. Man muß also immer eine  Wand oder Fläche freiräumen, kann dann arbeiten und muß wieder räumen, bevor man eine weitere Fläche isolieren kann. 

Weil er sich die Arbeit nicht zweimal machen will, hat er sich bei der Arbeit entschlossen auch die Decke mit zu isolieren. Dazu muß man wissen, dass diese einfach aus Balken besteht und von unten mit altem Sperrholz verkleidet ist. Oben drüber war der Heuboden des Vorbesitzers für die Kaninchen und Schafe. 

Wer so etwas kennt, weiß sicher, was passiert, wenn man so eine alte Deckenplatte abmacht. Es kommt zuerst einmal ein ganzer Schwung uralten Heus, was zwischen den Dielen im Heuboden gefallen war, herunter. Da ist dann auch ab und an mal eine Mumie dabei, viel Staub und Dreck. Also insgesamt keine schöne Arbeit, die man eben lieber in kleinen Etappen erledigt. 



Seerose im Regenfass (c) by Joachim Wenk
Seerose in  Regenfass
Ich selbst habe meine letzte Kübelpflanze eingeräumt. Die Seerose in der Regentonne. Dazu musste ich das Wasser abschöpfen und die Seerose aus dem großen Fass herauskippen. Vom Seerosengitterkorb als Pflanzbehälter ist nichts mehr zu sehen. Nur noch Wurzeln und neue Ableger. Ich schneide die Blätter ab und verfrachte den Wurzelballen ein eine kleinere Tonne, die ich im Palmenhaus platziere. Dort kommen dann Gießkanne für Gießkanne voll Wasser hinein. Vielleicht klappt ja wirklich alles mit unserem Großprojekt nächstes Jahr, dann wird sie im kommenden Sommer im eigenen Seerosenbecken wachsen und blühen können. 
Wurzelballen Seerose (c) by Joachim Wenk
Wurzelballen Seerose

Winterquartier Seeros (c) by Joachim Wenk
Winterquartier Seerose







Montag, 8. Dezember 2014

Paprikaernte im Dezember, kein Frost, keine Sonne aber viel Arbeit fürs Frühjahr.

Das Ernten nimmt einfach kein Ende.  So habe ich heute die restlichen 50 Glockenpaprikas geerntet.  Die Pflanze steht mittlerweile seit etlichen Wochen, ausgegraben aus dem Gewächshaus  und einen Blumentopf gepflanzt,  im Überwinterungsraum der Kübelpflanzen. Dort im Palmenhaus hat es ca. 12°C und ich bin gespannt, ob sie einen zweiten Winter auch übersteht.

Glockenpaprika (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika

Obwohl die große Menge Hasel-Nüsse im Herbst ja auf einen harten Winter hindeuten sollte, gibt der sich abermals sehr handzahm.  Bis jetzt jedenfalls. Wir hatten noch immer keinen nennenswerten Frost. Der Grünkohl schmeckt daher auch  eher bitter und irgendwie nicht besonders gut. Ich muß ihn also weiter stehen lassen und auf Frost warten.

Grünkohl (c) by Joachim Wenk
Grünkohl wartet noch immer auf Frost


Weil eben gerade der Frost bislang ausgeblieb, ist auch die Banane noch immer grün und nicht erfroren. Sie steht tapfer im Beet und winkt mit ihren großen Blättern. 

Winterharte Banane (c) by Joachim Wenk
winterharte Banane


Im Gemüsegarten sieht es  wüst aus. Die Phacelia als Gründünger ist noch sehr schön grün. Der Buchweizen hingegen ist schon angefroren  und der Pferdemist zerfällt so nach und nach. Ein oder maximal zwei Grad Kälte müssen schon einmal gewesen sein. Und das wohl auch nur kurz gegen morgen.

Ich stehe immer wieder staunend in meinem Gemüsegarten und, wüsste ich es nicht aus eigener Erfahrung, so würde ich niemandem glauben, daß hier bald wieder knackige Gemüse wachsen, dass überhaupt etwas wächst. Dass die Natur ihre Ruhe beendet und von Abbau zu Aufbau wechselt. Dass Licht und Wärme und Leben zurück kehren. 

Gemüsegarten im Dezember (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Dezember

Mulch und Gründünger im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Mulch und Gründünger im Gemüsegarten

Durch die kahlen Äste der Walnuß kann man jetzt schön die Paul's Himalayan Musk Ramblerrose sehen. Die Zweige hängen mittlerweile schön wieder nach Unten aus dem Ästen heraus. Sie ist gut verzweigt und auf dem Foto nicht so leicht erkennbar, hat auch bereits die nächste Etage im Baum erklommen. Sie macht sich dann auch weiter  oben  breit. Das wird wieder ein Blütenrausch werden im Juni.
Ramblerrose im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose im Walnußbaum


Auch wenn es jetzt gerade ruhig ist im Garten, so entdecke ich doch überall schon wieder die als nächstes zu erledigenden Arbeiten. Bis zum Jahreswechsel allerdings ist Ruhe. Ruhe für mich und Ruhe für den Garten. Dann im neuen Jahr müssen wieder viele Haselnußsträucher mächtig ausgelichtet werden, Holunderbüsche gekappt, der Flieder reduziert und eine Esche gefällt werden.

Und das neue  Gewächshaus benötigt dann dringend eine Dachwäsche. Durch das Grün von den Algen kommt die erste, freudig erwartete Frühjahrssonne sond nicht hindurch. 

Veralgtes Gewächshausdach (c) by Joachim Wenk
veralgtes Gewächshausdach


Apropos Sonne, wie ist das denn bei euch so in den anderen Regionen Deutschlands? Wir jedenfalls haben seit Wochen keine Sonne mehr gesehen. Es ist nur grau. Immerfort. 

Donnerstag, 4. Dezember 2014

In Erinnerungen schwelgen und an die Zukunft denken - Samenbestellung für die kommende Saison

Wie viel Zeit man doch hat, wenn man nicht im Garten arbeitet.

Gestern habe ich, um meine Weihnachtsbäckerei so nach und nach abzurunden, noch ein Blech Lebkuchen gebacken und schön dick mit Schokolade überzogen.

Da war es schon stockdunkel. Aber nicht, daß ihr jetzt meint, ich backe tief in der Nacht noch Lebkuchen. Nein, der Nebel und der Winter sind daran schuld.

Kaum war die Mittagsstunde verstrichen, begann der Nebel immer dichter zu werden. Mit der verschwindenden  Sonne, falls da überhaupt eine war, machte sich Dunkelheit breit.

Bereits um halb vier Uhr nachmittags zog ich mich an und schleppte meinen Hund durch den Dunst und über die Feldwege. Schleppen ist der richtige Ausdruck für das, was wir beide da vollzogen haben. Wirklich unglaublich, wie stur und verlangsamt so ein älterer Herr sein kann, wenn man ihn vom bollernden Kaminofen hinaus ins Freie zwingt.

Wieder daheim machte ich mich also an den Schokoladenüberzug auf den Lebkuchen. Danach gab es ein rasches Resteessen. Manch einer  folgt der Werbung im Fernsehen und kauft sich tiefgekühlte, belegte Baguettes zum Backen im Backofen. Ich dagegen öffne den Kühlschrank, rühre aus allen möglichen Resten und ein wenig Gemüse eine leckere Masse an, streiche sie auf Scheiben des altbackenen Brotes und Semmeln und schiebe sie ins Rohr. Köstlich, ohne Konservierungs-und Zusatzstoffe und die Reste sind auch weg.

So gestärkt und doch schon sehr zufrieden über all das Vollbrachte des heutigen Tages mache ich mich daran, meine Gemüsesamen für das kommende Jahr zu bestellen. Wir sehen nebenher fern, der Hund schnarcht unterm Sofatisch, es ist herrlich warm und der Tag noch so lang. Wunderbar. Wäre es Sommer und ich im Garten, so wäre ich um diese Zeit noch lange nicht im Haus und könnte irgendwelche Tätigkeiten hier erledigen.  Wie schön, dass es dunkler und kalter Winter ist. Da hat man einfach mehr Zeit.

Ich habe die letzten Tage mit meinem neuen Gartenbuch vom Geburtstag und meinen eigenen Aufzeichnungen die Aussaattabelle ergänzt und verändert.

Aussaattabelle (c) by Joachim Wenk
Aussattabelle 


Jetzt weiß ich, was ich möchte und bestelle die Samen. Eine lange lange Liste ist das. Neue Sorten einer Gemüseart will ich probieren, wenn der Katalog andere Sorten parat hat. Auch ein paar neue Gemüse sind dabei. Ein paar finde ich im Bingenheimer Saatgutkatalog nicht, da muß ich auf den Katalog vom Biogartenversand warten.  Den sehne ich sowieso herbei. Ich habe noch nirgends so viele Kartoffelsorten gesehen und freue mich auf meine Bestellung. Ich liebe einfach Kartoffeln.

Ich werde 2015 eine andere Sorte Weißkraut probieren. Sie soll vorzüglich für Sauerkraut sein. Und mein Sauerkraut in Gläsern dieses Jahr hat mich absolut überzeugt. Das wird ausgebaut.

Mehr, oder besser ausgedrückt überhaupt Kräuter werden nächstes Jahr mein Sortiment ergänzen. Die habe ich dieses Jahr schlichtweg im Eifer des Gefechtes vergessen. Erst in der Küche dann habe ich diesen Fehler bemerkt.

Verschiedene Gründüngung habe ich mir besorgt. Keine Kreuzblüter, da ich davon schon mehr als genügend Gemüsepflanzen habe und man ja die Fruchtfolge etwas bedenken sollte. Auch wegen der Schädlinge, die speziell die Kreuzblüter befallen.

Ich habe einige Stickstoffsammler dabei, weil das der Bestandteil des Bodens ist, der bei mir fehlt.

Leider gab es bei Bingenheim auch keinen Erdklee. Den habe ich wo anders bestellt. Der soll bei  Möhren die Möhrenfliege fernhalten. Da ich keine Zwiebeln essen kann, baue ich auch keine an. Genau die würden - angeblich - ja aber auch die Fliege fernhalten. Meine wenigen Möhrchen dieses Jahr wiesen ihre Fraßstellen auf. Vielleicht nützt der Klee etwas. Aber dazu müssen die Möhren eben erst keimen und gewachsen sein.

Neuseeländer Spinat habe ich auch besorgt. Ich will ihn als Blattgemüse anstatt Mangold, den keiner bei uns isst,  versuchen. Und hier habe ich gelesen, daß er als Unterpflanzung bei Tomaten die Braunfäule fernhalten soll. Warum er das tut, stand dort nicht. Vielleicht ist es nur die Tatsache, daß überhaupt flächig unter den Tomaten der Boden bewachsen ist und der Pilz nicht bei Regen und den heraufspritzenden Erde-Teilchen auf die unteren Blätter gelangen kann.

Sabines Bericht über die Artischocken ist mir auch noch im Gedächtnis und die schönen lila Blüten. Ich bestelle einfach mal ein Tütchen Samen mit und werde mir, wenn sie denn keimen und wachsen, ein oder zwei ins Staudenbeet stellen.

Blumen habe ich kaum bestellt. Hier verlasse ich mich auf meine Stauden. Ich ziehe ja all mein Gemüse aus Samen selbst.  Um nun auch noch für den Blumenschmuck Einjähriger zu sorgen, genügt einfach mein mir zur Verfügung stehendes Zeitbudget nicht aus.

Trotzdem die Zinnien waren sehr zuverlässig dieses Jahr und ich fand eine höchst seltene braun-gelb-grünliche Mischung. Die wird probiert. Und die Sonneblumen werden abermals probiert. Seit vielen Jahren versuche ich vergebens Sonnenblumen zu haben. Jedes Jahr ist , wenn überhaupt, nur eine einzige Pflanze. Nächstes Jahr ziehe ich sie in Töpfen vor. Ich habe dieses Jahr niedrige Sonnenblumen von weniger als zwei Metern Höhe, dafür mit vielen kleinen Blüten gehabt. Also eben nur eine einzige Pflanze. Die war aber so schön, daß ich es einfach noch nicht aufgebe.

Seidenmohn. Über seine Samen bin ich auch gestolpert. Unter all den Blüten bin ich, ohne gezielt etwas zu suchen,  an seinem Bild hängen geblieben. Einjährig, relativ schneckensicher. Eine rot-weiß-rosa  Mischung mit großen Blüten, die sich in der Vase öffnen, wenn sie rechtzeitig geschnitten werden. Den probiere ich.  Mein Staudenmohn blüht nur kurz im April. Der hier blüht den ganzen Sommer über. Und sicher ist es schön,  die Knospen vielleicht im Büro erblühen zu sehen. Anderer Mohn fällt gleich ab, wenn man ihn für die Vase schneidet . Mohn blüht ja auch nur kurz und dann bin ich im Job und kann ihn nicht sehen. Vielleicht beglückt mich die eine oder andere Mohnblüte nächsten Sommer ja am Schreibtisch. Ich probiere auch das.

Irgendwann aber muß ich den Katalog einfach schließen und die Bestellung abschicken. Wer soll das nur alles wieder bezahlen? Und die Arbeit, die das mit sich bringt. Sähen, behüten, pikieren, behüten, pflanzen, behüten und mit viel  Glück hier und da ein ganz klein wenig davon ernten.

Aber ich freue mich drauf. Ausruhen kann ich ja jetzt im Winter. Und das tat ich nach der anstrengenden Samenbestellung auch. Ich geselle mich zu Hund und Mann auf das Sofa vor dem Fernseher. Und auf dem Weg dorthin legte ich noch einmal ein großes Stück Holz in den Ofen.  So gefällt es uns.

Donnerstag, 27. November 2014

Alles hat seine Zeit. Jetzt ist die Zeit der Weihnachtsbeleuchtungen und Lichterketten in der dunklen, kalten Nacht.

Also die ersten Weihnachtsmärkte haben auf. Lebkuchen gibt es seit  Beginn des neuen Schuljahres und ich habe gestern unseren Türkranz installiert.

Im September Weihnachtsgebäck. Das ist mir definitiv zu früh. Ich will ja nicht nur mein Obst und Gemüse saisonal genießen, sondern ich will auch ganzheitlich, saisonal leben. Ich will die Vorteile und Nachteile jeder Saison bewußt wahrnehmen.

Wenn man rund ums Jahr Erdbeeren verspeist, freut man sich dann noch auf die guten sonnengereiften im Juni? Nein. So ist es mit den Jahreszeiten eben auch. Im November will ich gar keine Sonne und Frühlingstemperaturen. Daher ist der Nebel, die dicke  Wolkendecke und die Temperaturen knapp über Null Grad Celsius jetzt auch zur rechten Zeit am rechten Ort.

Und in dieser dunklen Zeit finde ich es immer so wunderschön, wenn abends überall schöne (!) Lichter leuchten. Das liebe ich. Und das ist der Grund, warum bei uns schon der Kranz an der Haustüre leuchtet.

Wir haben den Kranz  vor kurzem in der Gärtnerei (nicht im Billigdiscount!) erstanden. Ein Foto gab es hier im blog auch davon. Ich wartete noch auf die Post und das Paket in dem unter anderem diese hübsche Lichterkette geliefert wurde. Batteriebetrieben, für draußen und sogar mit einer Zeitschaltuhr. So etwas hatte ich auch noch nicht gesehen und bin hin und weg, wie viel Stimmung das verbreitet.

beleuchteter Türkranz (c) by Joachim Wenk
beleuchteter Türkranz
Die viele Dunkelheit und die lange Zeit, die ich jetzt im und nicht vor dem Haus verbringe, hat auch noch etwas Gutes. Ich sehe nicht so viel von der wirklich tristen Stimmung im Garten. Und wenn ich sie doch sehe, stehe ich davor und schwelge in Erinnerungen und genieße die Vorfreude. Vorfreude auf das kommende Jahr, wenn hier wieder im Frühjahr der Blütenreigen beginnt. Und Vorfreude auf die neuen Stauden und deren Blüten.

herbstliche Tristesse im Garten (c) by Joachim Wenk
herbstliche Tristesse im Garten

Es ist trotz allem gut, daß es auch einmal hell wird und ich das Haus verlasse. Sonst würde ich ja die letzten Blüten der Rosen nicht wahrnehmen können. Rosenblüten zum Ende des Novembers, des wärmsten Novembers seit Aufzeichnung dieser Wetterdaten. Zumindest so habe ich es heute im Radio gehört.

rote Rosen im November (c) by Joachim Wenk
rote Rosen im November
gelbe Rosen im November (c) by Joachim Wenk
gelbe Rosen im November

Montag, 24. November 2014

Nebel am Totensonntag, gemeinsames Kochen und Essen und laufende Vorbereitungen auf das Gemüsejahr 2015

Heute ist er da, der Totensonntag. Seinem Namen macht er wirklich alle Ehre. Noch kälter als Gestern, noch  nebliger als Gestern und noch dunkler als gestern ist es. Ein Tag zum Erschauern und Gruseln, zum Zurückziehen und ausruhen.


Nebel an Totensonntag (c) by Joachim Wenk
nebliger Totensonntag


Und genau so läuft der Tag im Großen und Ganzen bei uns auch ab.

Zuerst kommt aber noch Besuch, der unser Essen  bei uns für alle selbst kocht.  In  Gartenangelegenheiten bin ich die Tage voll und ganz vertieft in den Samenkatalog von Bingenheim und meine Aufzeichnungen der Saison 2014.

Gemeinsames Kochen

Scheußlich kalt bei nur 3°C und üblem Niese-Nebel hat es heute morgen.

Normalerweise graust es mir da ja schon immer, mit dem Hund hinausgehen zu müssen, während Volker noch in der warmen Stube ist. Heute allerdings möchte ich nicht  mit ihm tauschen. Seine Arbeit ist es, die Karpfen zu schlachten, die wir zu Mittag verspeisen wollen. Weil er das auch draußen macht,  muß auch er sich heute wirklich warm anziehen.

Später dann kommt die Schwägerin und die Karpfen werden zubereitet. Eine Panade umgibt sie, bevor sie in das heiße Fett der Friteuse wandern. Die steht gottseidank vor dem Haus und nicht im  Haus.

panierte Karpfen backen (c) by Joachim Wenk
Karpfen paniert und gebacken

Für die Nicht-Karpfenesser werden Fischstäbchen gebraten, der Kartoffelsalat und grüne Salat stehen bereit. Rasch noch eine Nachspeise zaubern und schon können die mittlerweile im Hüttenzauber wartenden restlichen Familienmitglieder verköstigt werden.

Gemütlich warm ist es in unserem neuen Hüttenzauber. Dafür haben wir allerdings auch bereits zwei Stunden vor unserer Zusammenkunft anfangen müssen, den Ofen zu feuern. Jetzt liegt der Hund ausgestreckt auf dem Teppich und wartet auf die Dinge die da übrig bleiben könnten. Wir anderen schlemmen gemeinsam unsere Karpfen, die wir vergangenes Wochenende auch gemeinsam gefischt haben. So genießen wir nun die  Früchte unserer Arbeit aus dem Projekt Hüttenzauber und der Karpfenaufzucht. Ein schönes Gefühl ist das.

Nachdem die Küche dann wieder auf  Fordermann gebracht ist und ich meine gestern wirklich noch fertiggestellten Christstollen zum Lagern weggeräumt habe, beginnt der sehr entspannte Teil des Tages.

Christstollen (c) by Joachim Wenk
Christstollen für Weihnachten 2014


Gut vorbereitet in die Gemüsesaison 2015

Ich fahre fort in meiner Gemüsegartebetrachtung der Saison 2014. Meinen doch noch zu spärlichen Aufzeichnungen und Erinnerungen versuche ich zu entnehmen, welche Sorten und welches Gemüse gut gelungen waren und welches als Reinfall zu bezeichnen ist und nicht wieder angebaut wird.

Gartenbuch, Aussaattabelle und Samenkatalog Planung im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gartenbuch, Samenkatalog und
eigene Aufzeichnungen
Vorbereitung für die Saison 2015


Die Frühkartoffel "Orla" wird nächstes Jahr nicht mehr dabei sein. Auch wenn sie die höchste Resistenz gegen Krautfäule und Schorf hat. Sie schmeckt einfach zu neutral, oder eher nach garnichts. Dafür wird nur noch die "Galactica" angebaut, die mich wesentlich mehr überzeugte.

Zucchini glaube ich werde ich vielleicht auch nicht anbauen. Dafür nehme ich einmal wieder  den noch aus frühen Kindheitstagen  bekannten Ufo-Kürbis  "Pattison Custard White" . Ich entsinne mich, daß der ganz gut geschmeckt hatte. Zudem ist die Form der Früchte einfach so schön.

Nicht mehr nehmen werde ich auch die Schlangengurke "Arola". Viel gerühmt und ein angeblich umwerfendes Gurkengeschmackserlebnis. Ich hatte sie im Gewächshaus und sie hat reichlich getragen. Allerdings waren die Früchte von klein auf nur ein Produkt aus riesigen Kernen und dicker Schale. Eigentlich kein Fruchtfleisch war an ihnen zu finden. Es ist doch eher unangenehm im Mund, wenn man statt Gurkensalat nur "Kerne in Gelee" zerbeißt. Da muß es noch andere Sorten geben, die mir besser zusagen.

Wieder ins Gewächshaus kommt auf alle Fälle die Tomate "Tica" die so schöne gleichmäßige und wohlschmeckende Früchte brachte. Auch die lila Kohlrabi "Azur Star" war rund ums Jahr ein großer Erfolg und steht wieder auf der Liste.

Neu wird sein der Neuseeländer-Spinat, den ich unbedingt als Blattlieferant nach dem Spinat und der Melde testen will. Und ich habe einen dunkel blaugrünen Grünkohl  oder eben Federkohl gesehen, der auch in wärmern Regionen wächst und keinen Frost vor dem Verzehr benötigt. "Nero di Toscana" heißt er. Bei mir ist es normalem Kohl auch zu warm. Vielleicht wächst der toscanische Kohl in meinem Gemüsegarten besser. Einen Versuch ist es wert, da er auch optisch sehr ansprechend aussieht.

Ich gehe meine  selbst erstellte Aussaatliste in alphabetischer Reihenfolge durch. Bis zum Buchstaben "K" bin ich schon gekommen. Bis hierhin weiß ich schon sicher, welche Sorten gesät werden. Die restlichen Buchstaben folgen jetzt so nach und nach.

Es ist toll immer mehr von den eigenen Erfahrungen im Gemüse-Garten profitieren zu können. Dabei helfen wirklich die Aufzeichnungen aus dem laufenden Jahr. Wann habe gesät und gepflanzt und geerntet. Was ist mir an der Sorte aufgefallen, wie hat das Ergebnis geschmeckt? Gab es Krankheiten oder ist es erst garnicht gewachsen. Genau das letztgenannte machen bei mir Rüben. Dabei ist es egal ob Mairüben oder  Steckrüben. Das habe ich dieses Jahr zum letzten Mal versucht! So kristallisieren sich so nach und nach die persönlichen Lieblingssorten heraus und werden dann zu liebgewonnenen Begleitern durch die Jahre.

Nächstes Jahr werde ich noch gewissenhafter gerade die Säh-, Pikier- und Auspflanzzeiten oder das Erntefenster notieren. Das ist wichtig für den Ablauf im kommenden Jahr. Gerade wenn wie bei manchen Kohlsorten auf den Tüten und im Katalog nur steht, wann sie gepflanzt werden sollen. Das nützt mir nicht allzu viel, wenn ich mit den Samen in der Hand vor meinen Topfplatten stehe und überlege, wie lang wohl die Vorkultur ist, bis zum Pflanzen. Soll ich schon sähen oder nicht. Dass genau diese Zeiten von Bedeutung sind, habe ich auch im eigenen Garten erfahren. Zu früh im Sommer sähen oder zu spät im Herbst pflanzen kann die Ernte total vermiesen oder verhindern. Daher ernte ich diesen Winter keinen Rosenkohl, obwohl etliche Pflanzen,  zu spät gepflanzt,  im Beet stehen Viele Röschen haben sie angesetzt, die aber nicht mehr wachsen konnten.  Also muß ich hier wirklich auch eigene Werte notieren. Ein Vorsatz für 2015.

Mittlerweile ist es längst dunkel. Das  Wochenende geht zu Ende und ich freue mich jetzt auf einen gemütlichen Abend am Stammtisch. Lockere Unterhaltung über wichtige Dinge, die die Welt bewegen, gutes Essen und leckeres Bier.  Uns geht es doch einfach gut. Und das ist ein sehr befriedigendes Resumee aus diesem Tag und dem  neblig-schaurigen Totensonntags-Wochenende.

Samstag, 22. November 2014

Fotosafari im Nebel und ein unauffälliger, schwarzer Verfolger

Es ist Samstag morgen.  Ein Samstag Ende November und der Tag vor Totensonntag.

Das Wetter ist genau so, wie man sich so ein Totensonntagswochenende ausmalt. Die Stimmung ist irgendwie sehr gedämpft, ruhig und doch locker oder entspannt. Diesig ist es, der Himmel wolkenverhangen und unzählige winzig kleine Wassertröpfchen schwängern die Luft. Es ist kalt bei etwa vier Grad. Ich denke an die Wochenende im Sommer. Die sind so ganz anders. Nicht besser oder schlechter, aber eben anders.

Von meinem gemütlichen Wochenendfrühstück hält mich das nicht ab. Nach der Gassirunde fahren wir zum Dorfladen einkaufen. Schlechte Nachrichten empfangen uns dort und unterstreichen nur die Totensonntagsatmosphäre dieses Wochenendes. Die Mutter vom Ladenbesitzer ist ihrem langen Krebsleiden erlegen. Das macht einen betroffen und schweigsam.

Wir setzen unseren Einkauf fort. Ein paar Dörfer weiter hat die dortige Gärtnerei Adventsausstellung. Wir decken uns ein mit Adventskranz, Grabgesteck und einen Türkranz für die Haustür. Ich nehme noch ein paar Erika mit. Durch den milden Herbst habe ich meine Geranien im Steintrog im Vorgarten erst sehr spät heraus gemacht. Danach bin ich nicht mehr dazu gekommen, mich um eine Winterbepflanzung zu kümmern. Jetzt stehen ein paar doch recht verlassen wirkende Erika im Trog. Weil immer noch zu viel alte Erde zu sehen war, habe ich Fichtenzweige darum drappiert. Einen Floristenpreis gibt mir dafür wohl niemand. Aber es sieht wenigstens nicht mehr so ungepflegt und vernachlässigt aus.

vorweihnachtlicher Türkranz (c) by Joachim Wenk
vorweihnachtlicher Türkranz


Erika im Steintrog (c) by Joachim Wenk
"Herbstbepflanzung" im Steintrog


Nach dem Mittagessen ziehen wir uns an für den Garten. Auch das unterscheidet sich deutlich von der Gartenkluft im Sommer. Ich muß selbst schmunzeln, wie viele Schichten an Unterhosen, Hosen, Shirts, Hemden, Pullis und Jacken ich mir überstülpe. Es wird sich als nicht übertrieben erweisen.

Volker macht sich in der Werkstatt an die Arbeit. Die Wand, hin zum Hüttenzauber muß noch isoliert werden.
Isolierung der Werkstattwand (c) by Joachim  Wenk
Isolierung in der Werkstatt

IBei mir ist wieder das Laub dran. Nußlaub wandert in die geleerte Biotonne und Haselnußlaub auf die Herbstanemonen als Winterschutz. Selbst mit Besen und Eimer ausgestattet, auf der wackeligen Leiter balancierend, geht es nur ums Laub. Die Dachrinne am Hüttenzauber gleicht eher einem Laubkomposter als einer Dachrinne. Vor den kommenden Regenmonaten sollte das dringend geändert werden.

Und wenn im  Sommer oft das Wetter gen Nachmittag und Abend besser wurde, die Sonne voll herauskam, sollte sie nicht bereits früh morgens am Himmel stehen, so ändert sich das Wetter heute genau anders herum. Die Wassertropfen in der Luft werden mehr, die Temperatur sinkt und Nebel verschleiert die Sicht.

Ich freue mich, bald rein zu gehen und mit der Weihnachtsbäckerei zu beginnen. Die Zutaten für zwei köstliche Christstollen sind besorgt und warten auf ihre Verarbeitung. Gleichzeitig würde ich euch so gern etwas von meinem sehr kurzen Gartentag im November berichten.

Und los geht's zur Fotosafari.

Richtig frisch und beinahe frühlingshaft im Vergleich zu den anderen Fotos sieht es im Gewächshaus aus.

Spinat und Salat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
frühlingshaftes Grün im  Gewächshaus


Die Sonnenblume davor allerdings hat den Totensonntags-Blues.


Sonneblume im November (c) by Joachim Wenk
Sonnenblume mit November-Blues

Erstaunt bin ich über das leuchten mancher bunter Blätter. Sie kommen im Foto deutlich strahlender heraus, als sie in Wirklichkeit sind.

leuchtendes Laub im Novembergrau (c) by Joachim Wenk
leuchtendes Laub im Novembergrau


Der Gemüsegarten ist gut gemulcht für den Winter. So sieht er auch aus.

Laubmulch im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im November mit Laubmulch
Das ist der Grund, warum der Zaun vom Hühnerlauf, der jetzt mein Gemüsegarten ist, noch dran bleibt. Männliche Hunde da gewisse biologische Angewohnheiten, die ich selbst gerade im Gemüsegarten so überhaupt nicht akzeptieren kann...

Hundeschutzzaun am Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Hundeschutzzaun am Gemüsegarten


Den Hühnern beim Nachbarn macht das triste Wetter nichts aus. Sie scharren ungeniert weiter auf der Suche nach Leckereien.

Hühner im Garten (c) by Joachim Wenk
Nachbars Hühner


Unser viel gelobter Ausblick zum Dorfweiher, findet sicher vorwiegend im Sommer seine Bewunderer. Heute kann man den Weiher und die Häuser gegenüber nur erahnen.

vernebelte Aussicht (c) by Joachim Wenk
vernebelte Aussicht


In der Wiese liegen immer wieder Äpfel die noch vom Nachbarsbaum fallen.

letztes Fallobst in der Wiese (c) by Joachim Wenk
letztes Fallobst in der Wiese


Unermüdlich versuchen die Färberkamillen gegen das Grau des Herbstes anzukämpfen.

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
unermüdliche Färberkamille



Ich erlebe immer wieder ganz bewußt diese wirklich krassen Unterschiede der Jahreszeiten. Wie kann es sein, dass dieses triste stachelige Gestrüpp im Mai den ganzen Garten und seine Umgebung mit dem süßesten Duft den ich kenne erfüllen kann? Ausströmend von den wirklich unzählbaren weißen Blütchen mit den roten Staubgefäßen. Es ist ein sehr alter und sehr großer Weißdornstrauch.

Weißdorn ganz links im Bildrand


Und je dichter der Nebel wird, desto mehr habe ich das schaurige Gefühl, von einem schwarzen Schatten verfolgt zu werden. Manchmal berührt er mich unverhofft von hinten, wenn ich versunken in meine Fotomotivwahl am Boden kauere. Kalt ist sie die Berührung und eher wie ein Darüberstreifen, fast ohne Druck ausgeübt. Aber ich spüre den Hauch eines Atems und manchmal höre ich  auch ein kaum wahrnehmbares aber doch ergreifendes Winseln, fast ein Stöhnen um mich herum.

Huch, da kommt er schon wieder hinter den Stauden hervor, der Schatten.

Nein, der Nebel und die Totensonntagswochenendstimmung ist nicht gut für mich. Ich denke ich schnappe mir den Max mit seiner kalten und feuchten Hundenase, dem es langweilig ist und der Hunger hat, und gehe mit ihm ins Haus. In der warmen Küche Stollen backen macht mir heute glaube ich mehr Spaß.

schwarzer Schattenbegleiter mit eiskalter Nase (c) by Joachim Wenk
schwarzer Schatten-Begleiter
 mit eiskalter Nase



Mittlerweile ist es auch fast dunkel und der kurze Gartentag mit nicht allzuviel Arbeit geht zu Ende. Die Bilder zeigen ganz schön die Stimmung des heutigen Tages. Aber immerhin, ich war in meinem geliebten Garten  und habe hier und da ein wenig gewerkelt. Ein schönes Gefühl ist es,  jetzt geschützt, trocken und warm im Haus sein zu dürfen. Für den Schatten und für mich.

Donnerstag, 20. November 2014

Endlich ist alles an Kübelpflanzen eingeräumt, der Frost kann kommen.

Es ist vollbracht.

Volker hat sich überreden lassen, mit mir die restlichen Palmen ins Winterquartier zu schleppen.

Puhhh ganz schön voll da drinnen. Und immer dunkler wird es auch. Ich überlege, ob ich eine Pflanzenleuchte anstatt der Neonröhre an die Decke montiere. Die würde dann die Palmwedel mit etwas Licht versorgen.

Die Hanfpalme war ein Sämling mit dem einen typischen Blatt für Palmensämlinge. Ich habe sie vom Campingurlaub am Lago Maggiore mitgebracht.

Hanfpalme im Winterquartier (c) by Joachim Wenk
Hanfpalme im Winterquartier
Die Washingtonia habe ich selbst aus einem Samen gezogen und die Dattelpalme kam vom Discounter. Das alles ist schon sehr lange her.


Washingtonia und  Dattelpalme (c) by Joachim Wenk
Washingtonia und
Dattelpalme
Jetzt sind definitiv alle Kübelpflanzen eingeräumt.

Hier könnt ihr folgende Pflanzen finden: Drachenbaum von Gran Canaria, Oleander von Gran Canarai, Feige vom Gartenversand, Geranien von der  Vorbesitzerin und einige andere im Hintergrund.

Winterquartier für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
Winterquartier für Kübelpflanzen

Und hier? Vielleicht erratet ihr sie ja selbst.

Winterquartier für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
Winterquartier für
Kübelpflanzen
Die Auflösung heißt Rosmarin, Kaffeebaum (den ich aber noch in den wärmeren Vorraum des Wohnhauses holen werde), Glockenpaprika, Geranien, Duftgeranien und den  Hochstamm mit der Bezeichnung "Bayernenzian". Der hat natürlich mit Enzian überhaupt nichts zu tun. Und das "Bayern" kommt daher, dass ein weißblühender und ein blaublühender Strauch gemeinsam als ein Hochstamm gezogen wurden. So blüht die Krone nun - wen wundert es - weiß-blau.

Also damals blühte er über und über weiß-blau. Da ich diese Büsche aber noch nie habe zum Blühen bringen können, lasse ich ihn auch nur noch aus sentimentalen Gründen bei mir. Es war ein Hochzeitsgeschenk von lieben Menschen. Den gleichen Busch in "nur-blau" habe ich diesen Herbst entsorgt. Außer Blättern ist nichts daran gewachsen. Ich weiß auch nicht einmal wie die wirklich heißen.

Schwenkt man den Blick ein wenig nach links in den  Raum hinein, entdeckt man noch meine Olive vom Gardasee. Kein wilder Sämling, sondern dort in einer Gärtnerei käuflich erworben.
Winterquartier für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
Winterquartier für
Kübelpflanzen
Das hier ist die Mama von der winterharten Banane, die frei ausgepflanzt,  im Beet steht. So als Kübelpflanze ist sie  wirklich pflegeleicht. Im Herbst kappen wir jeden Stamm auf der Höhe, wie es uns gefällt und es fürs nächste Jahr praktisch ist. Schon im Winterquartier fängt sie wieder an von innen weiter und weiter Blätter zu schieben.

Kappt man den Stamm weit oben, hat man im nächsten Jahr eine sehr hohe Banane mit richtigem Stamm. Die  bläst dann allerdings auch der Wind leicht um mitsamt dem Kübel.

Kappt man den Stamm weit unten erhält man eher eine buschige Wuchsform. Wir haben die Stämme unterschiedlich hoch gekappt.

Bananenstaude im Winterquartier (c) by Joachim Wenk
Bananenstaude
Die Schmucklilie, Agapanthus braucht noch ein paar Wochen kühle Temperaturen und steht daher vorerst im gänzlich unbeheizten Hüttenzauber.

Jetzt konnte auch das Wohnmobil unseres Onkels sein Winterquartier im Carport beziehen. Bis jetzt mußte es leider draußen warten, bis die Palmen den Raum räumten.

Und wer genau hinsieht, erblickt auch den Grund für unser nächstes großes Projekt im Garten für 2015. Die Betonplattenwege werden neu gemacht und wenn dann der  Bagger schon  da ist und unseren Rasen zerfährt kommt der teilweise auch unter die Schaufel.

Wir brauchen noch neue Wege entlang des Staudenbeetes hin bis zum Hintereingang. Das ist mein Weg durch den Garten für das Gassigehen. Im  Herbst, im Winter und bis weit ins Frühjahr tappe ich da nur durchs Wasser und dann Matsch. Und ins Carport kommt man dann auch nicht mehr hinein oder heraus mit einem Auto, ohne solche Spuren im Rasen zu hinterlassen. Das wird geändert!

Und schon graust es mir vor der Großbaustelle,  während ich mich auch total auf die neuen und dann gepflasterten Wege freue.

(c) by Joachim Wenk

Bevor ich schließlich noch mein Nußlaub zusammengerecht habe, wurde der Wasserhahn eingepackt. Ich kann ihn nicht abstellen, weil ich dann im Palmenhaus im Winter kein Wasser habe. Das brauche ich aber zum Gießen. Also wird der freistehende Hahn hier ordentlich verpackt und übersteht so die  Winter ganz gut.

Wasserhahn frostfest verpackt (c) by Joachim Wenk
Wasserhahn frostfest verpackt

Das war dann genug Arbeit für den Tag. Vor allem bei dem Nieselregen und der Kälte. Jetzt geht es wieder rein in die warme Stube. Den Kaminofen habe ich immer wieder nachgeschürt, damit er mir blos nicht ausgeht. Auf seine  Wärme und einen gemütlichen Abend freue ich mich jetzt so richtig.