Sonntag, 17. November 2013

Die Schönheit des Gemüses - und der bewußte Moment

Aus reiner Experimentierfreude bin ich heute durch meinen Garten gehoppelt mit der Kamera in der Hand. Ich wollte wieder einmal ein paar Fotos machen und habe mir mein noch zu erntendes Gemüse ausgewählt.

Ich finde Fotos, die typisch für die Jahreszeit sind, sehr interessant. Im Sommer sehe ich mir dann vielleicht diese heutigen Gemüsefotos an und jetzt und im Winter schmökere ich öfter einmal in den Sommerfotos. Das müsst ihr auch einmal machen. Wenn ihr selber keine Fotos habt, schaut euch auf meinem Blog um. Da sind seit Frühjahr alle Monate abgebildet. Diese Bildbetrachtungen machen mir die Jahreszeiten noch bewusster, steigern die Faszination an der Natur. Hier sieht man was so in wenigen Wochen zwischen vielleicht Anfang Mai und Mitte Juli geschehen ist. Wenn man dann  wieder davon spricht dass im Garten zur entsprechenden Jahreszeit alles "explodiert" hat man diese Bilder vor Augen. Und wenn man jetzt sieht wie trostlos oder einfach trist es im Garten ist, freut man sich bewusster und anders auf nächste Jahr.

Aber nicht nur ein Freuen in der Zukunft oder der Vergangenheit können diese Bilder auslösen. Viel besser noch habe ich an mir beobachtet, daß ich das Jetzt bewusster wahrnehme. Oft entdeckt man auf den Bildern Stimmungen die man zum Fotozeitpunkt garnicht so bewusst wahrgenommen hat. Das bereue ich dann regelmäßig. Wieder einmal zu sehr in der aktuellen Zeit irgendetwas hinterhergehetzt zu sein, auf was gewartet zu haben, schnell noch was haben machen zu müssen oder gedacht zu haben "wenn..... dann ist es gut". Dabei war es zum damaligen Zeitpunkt schon gut und schön. Die Entfernung zur damaligen Situation, die man beim Betrachten der Bilder hat, öffnet einem die Augen und man sieht anders. So ging es vielen meiner Bewohner in der Altenpflege. Sie hatten den Abstand zur damaligen Situation und bedauerten auch xxx nicht gemacht zu haben oder yyyy nicht wahrgenommen zu haben. Am traurigsten machten mich Aussagen wie "sich etwas nie getraut zu haben". Das sollte mir nie so gehen, nahm ich mir vor. Aber das ist garnicht so leicht. Und im Alltag vergisst man sein Vorhaben allzuschnell oder merkt garnicht dass man gerade genau das tut, was man dann im Alter bedauert. Hier helfen die Bilder. Man hat nach ein paar Monaten schon "Abstand", man hat noch genug Zeit es zu verbessern und zwar bald. Denn schnell ist die nächste Jahreszeit aktuell.

Und soll ich euch etwas sagen? Wenn man das immer wieder macht - und ich mache das seit ein paar Jahren -  fällt einem z.B. im Sommer in einem beliebigen Moment spontan ein, dass es doch gerade so eine Situation ist, die man etwa im Winter immer herbeisehnt oder hinterherträumt. Eine duftende Rose, der frisch-grüne Rasen, der Kaffee im Schatten der Haselnuss oder einfach der lange lange Tag mit sommerlicher Abendstimmung bis 22 Uhr. Und dann nimmt man das in dem Moment war. Ganz bewusst und manchmal mache ich genau davon dann ein Foto.

Heute sind es wie angekündigt spontan die herbstlich-winterlichen Gemüse,die noch in den Beeten stehen.


Rosenkohl (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl

Asiasalat (c) by Joachim Wenk
Asiasalat

Schnittknoblauch (c) by Joachim Wenk
Schnittknoblauch

Hirschhornwegerich (c) by Joachim Wenk
Hirschhornwegerich

Winterrettich (c) by Joachim Wenk
Winterrettich

Schafmeila (c) by Joachim Wenk
Schafmeila

Winterpostelein (c) by Joachim Wenk
Winterpostelein

Spinat (c) by Joachim Wenk
Spinat
(c) by Joachim Wenk
und eine Rose
So sah es um den Rosenkohl im Juni aus:


Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juni

Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juni



So sah es um den Rosenkohl im Juli aus


Gemüsegarten im Juli (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juli

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