Samstag, 9. November 2013

der Quittenfan und die Quittenflüsterin

Und wieder ein Tag, an dem der Wetterbericht nicht gestimmt hat. Dauerregen sollte es sein und Sonne pur war es. 

Und wieder ein Tag der mir geschenkt wurde. So stelle ich es mir jedenfalls vor. Ich habe noch ein wenig zu erledigen im Garten und gerade wenig Zeit. Genau jetzt zeigt sich ein Samstag, der kalt und verregnet sein sollte, als schöner und sonniger Samstag. Ich bin dankbar und nutze die Gelegenheit. 

Es ist unwahrscheinlich stürmisch heute und mit ca 8-9° Grad nicht gerade warm. Die Sonne und das helle Licht lassen das aber vergessen. 

Hier seht ihr mein Staudenbeet, wie es jetzt garade aussieht.

mein Staudenbeet im November (c) by Joachim Wenk
mein Staudenbeet im November

Unseren beleuchteten Brunnen habe ich heute ausgeleert und eingewintert. Dann haben wir ein paar Säcke Laub zusammengerecht und im Gemüsegarten verteilt. Morgen kommt Besuch und da wollten wir ein wenig Ordnung machen. In der Werkstatt haben wir wieder Ordnung geschaffen. Die Wand zum Palmengarten hin ist nun endgültig isoliert und verkleidet. Und weil dabei wirklich viel an Zeugs zum Entsorgen anfällt, waren wir auch noch am Wertstoffhof. 

Und wieder klingelte die Post mit einem Päckchen. Heute kamen meine beiden Quittenbäume. Das hat mich gefreut, aber auch unter Druck gesetzt. Sie sind ja wurzelnackt und müssen heute eingepflanzt werden. Da das Wetter schön ist, gehen wir es an. 

Das Paket ist recht hoch, die eintriebigen "Bäume" sind doch schön groß schon und kräftig. 

Quittenbäume frisch aus dem Karton (c) by Joachim Wenk
Quittenbäume frisch aus dem Karton
Den Platz für sie haben wir ja schon von Anfang an gewusst. Wir haben die Sorteneigenschaft speziell für diesen Standort hin ausgesucht. Sie kommen an den steilen Westhang zwischen der Zufahrt zu unserem Grundstück und der Dorfstraße. Ich wollte Quitten haben, die lagerfähig sind, damit ich nicht sofort nach der Ernte - zu einer recht arbeitsamen Zeit im Garten - Marmelade und Co. bereiten muß. Sie sollten unbedingt stark duften, weil ich den Geruch so mag. Und weil sie an der Straße am Hang stehen, haben wir noch Sorten gewählt, die fest am Baum hängen und auch bei Sturm nicht abfallen (und die Straße verschmutzen und schmieirig machen - Rutschgefahr für Autos). 

Wir haben uns entschieden für die  Baumwollquitte und die fränkische Hausquitte. Bestellt haben wir sie bei der Quittenbaumschule . 

Als Stützen werden noch schnell ein paar Haselnußstöcke angespitzt, dann alles auf den Bollerwagen geladen und ab gehts nach unten zum Hang. 

Ja ist das verrückt. Der Hang ist sehr steil. Hier mit dem Spaten ein Loch zu graben ist garnicht so einfach! Und dann soll der Aushub noch am Hang liegen bleiben. Nein alles bleibt nicht liegen sondern kullert munter nach unten. Die braunen Steine, die den Untergrund besiedeln und kleine Erdklumpen hüpfen aufgeregt den Hang hinunter. Die Nachbarskatze, die uns interessiert begleitet hat, sitzt mittlerweile unten an der Straße und "duscht" sich. Also jedenfalls reinigt sie sich oben und unten und überall sehr intensiv. Bis, ja bis so ein Erdklumpen an ihr vorbei huscht. Wahrscheinlich dachte sie, daß es wohl eine Maus gewesen sein mußte. Jetzt sitzt sie angespannt und neugierig am Hang und schaut, ob sich noch wo eine "Maus" bewegt. 

So, mittlerweile ist das erste Loch ausgehoben, wir setzen die erste Quitte hinein, stecken den Stützstab daneben. Nun füllen wir langsam wieder Erde auf, schlämmen alles ordentlich ein, binden die Quittenrute an. Jetzt noch die gleiche Prozedur für den zweiten Baum. 

frisch gesetzter Quittenbaum (c) by Joachim Wenk
frisch gesetzter Quittenbaum

Mittleweile bekommen wir Besuch. Ein Nachbar interessiert sich für unser Tun. Ich war völlig überrascht, daß er selbst auch ein Quittenfan ist. Normalerweise höre ich beim Thema Quitten immer nur ablehnende Worte. Also sind wir schon zwei, die das Wachsen und gedeihen der Bäume durch die Jahreszeiten aufmerksam  verfolgen werden. In der Hoffnung auf eine schöne Ernte. 

Und schon wieder Besuch. Eine gute Bekannte kommt mir ihrem Hundi vorbei. Das Gespräch kommt schnell in Gang und ich erkläre ihr, was wir hier gepflanzt haben. Sie verspricht gleich, meine Quitten immer bei der Gassirunde nett anzureden und ein Pläuschchen mit ihnen zu halten, daß sie sich gut und willkommen fühlen. 

Und weil mein Herr Nachbar der Quittenflüsterin von meinem Blog vorgeschwärmt hat, habe ich ihm gleich gesagt, daß ich ihn eben fotografiert habe für eben diesen Zweck. Er war ganz aufgeregt und versprach rasch nachsehen zu wollen, ob er wirklich im Internet ist. Um ihn nicht zu enttäuschen setze ich mich gleich heute spät abends nach arbeitsamen  Tag noch hin und schreibe meinen heutigen Beitrag. 

Also Herr Nachbar, zwar nur von Hinten aber immerhin im Internet. 
der Quittenfan und die Quittenflüsterin im Gespräch (c) by Joachim Wenk
der Quittenfan und die Quittenflüsterin im Gespräch

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