Samstag, 19. Oktober 2013

erst düster, feucht und kalt dann hell, trocken und warm....

So ging es heute allen. Mir und meinen Kartoffeln.

Heute morgen war zwar kurz die Sonne da und ich freute mich auf die Gartenarbeit. Aber dann wurde es von jetzt auf gleich absolut bedeckt, trüb und Dunst zog auf. Ein paar Kilometer weiter war gar eine dicke Nebelsuppe. Düster, feucht, kalt.

Mittag dann plötzlich wurde der Himmel blau, die Wolken verschwanden, die Nebelsuppe verzog sich und es war wunderbar sonnig trocken und warm. Ein Tag wie geschaffen für meine Kartoffelernte, die ich mir ganz fest für heute vorgenommen habe. Das Kraut ist zwar noch saftig grün, aber das Jahr schreitet voran und solche Arbeiten, die einige Stunden in Anspruch nehmen schiebe ich nicht vor mir her. Denn jetzt kann es so schnell gehen, daß das Wetter umschlägt und es saukalt wird oder stärkeren Frost gibt. Dann kann man nicht schnell mal abends nach Feierabend die Kartoffeln ernten weil Frost gemeldet ist. Nein, solche Dinge sollten zur rechten Zeit und beizeiten gemacht werden.

Die Erde ist natürlich feucht, aber wie bereits erwähnt locker und nicht klebrig-lehmig. Kalt ist sie auch und so steckten meine Kartoffeln dunkel, feucht und kalt in der Erde. Heute komme ich mit meiner Grabegabel - von der ich auch bald einmal ein neues Exemplar brauche, so verbogen wie die Zinken sind - und hole sie in einen sonnigen Oktober-Nachmittag. Jetzt liegen sie in ihren Kisten, in der Sonne zum Abtrocknen: eben hell, trocken und warm.

Jetzt zu den Sorten. Also aufgeschrieben habe ich mir Reihe für Reihe, wie ich sie gesteckt habe und welche Sorte das ist. Dummerweise sind jetzt aber im Garten eine andere Anzahl von Reihen, als ich in meinem Plan notiert habe. Zu dumm! Und dann habe ich auch noch 2 rotschalige Sorten. Also diese hier, da bin ich mir ganz sicher ist die "Setanta" aus Großbritannien. Sehr widerstandsfähig gegen Kraut- und Knollenfäule. Eine mehlige Kartoffel. Noch ein Wort zur Krautfäule. Ich bin so dermaßen begeistert, dass ich beim Biogartenversand.de diese wahnsinnig umfangreiche Sammlung von Kartoffelsorten gefunden habe und noch viel mehr, daß ich erfahren musste daß es hier resistente oder eben widerstandsfähige Sorten gibt. Und alle Sorten, die ich ausgesucht habe sind widerstandsfähig gegen die Krautfäule und zum Teil gegen Schorf. Gerade die Fäule hat mir viele Jahre allergrößte Sorgen gemacht und einmal auch zum Totalausfall der Kartoffel - und Tomatenernte geführt. Dieses Jahr, wie es feuchter und kälter doch hoffentlich nicht sein kann, haben meine neuen Sorten ohne Schaden und ohne Spritzen überstanden. Das Laub ist noch jetzt kerngesund und grün. Ein absoluter Traum. Wo es doch im Biogarten nichts richtig wirksames gibt gegen die Krankheit und Gift kommt aber nicht in meinen Garten. Schachtelhalm zur Vorbeugung ja. Den habe ich dieses Jahr aber auch nicht anwenden können, da es ja ständig regnete und ich so alles von den Blättern gespült worden wäre.

mehlige Kartoffel Setanta (c) by Joachim Wenk
mehlige Kartoffel Setanta
 Kein Problem mit dem Erkennen hatte ich bei der vorwiegend festkochenden Cara. Im Gegensatz zu den anderen beiden Sorten hat diese Kartoffel die "normale" helle Schale. Laut Katalog sind gute Krautfäulewiderstandsfähgikeit und gute Erträge die Hauptmerkmale dieser irischen Kartoffelsorte. Ja der Ertrag. Ich weiß nicht, ob es auf den Fotos gut erkennbar ist. Der Ertrag ist umwerfend. So große und schöne und gleichmäßig geformte Kartoffeln hatte ich auch noch nie. Ich muß sie die Tage einmal wiegen, daß ich weiß wieviel ich geerntet habe. Und von der Cara kommt auch die größte Kartoffel dieser Ernte. Sie passt gerade ich meine Handfläche und ich habe keine kleinen Hände!


vorwiegend festkochende Kartoffel Cara (c) by Joachim Wenk
vorwiegend festkochende Kartoffel Cara

vorwiegend festkochende Kartoffel Cara (c) by Joachim Wenk
größte Kartoffel dieser Ernte handflächengroße Cara
 Und hier wohl ein Mischmasch aus Setanta und Sarpo Mira.Jedenfalls muß es so sein, denn diese Sorten habe ich gesteckt. Jetzt beim Ernten kann ich aber einfach keinen Unterschied ausmachen. Laut Katalogbild ist Setanta einen Hauch dunkelroter als Sarpo Mira. Aber das ist auch nur das Katalogbild. Setanta ist allerdings mehlig und  die ungarische Sarpo Mira vorwiegend festkochend. Darin kann ich sie dann doch noch unterscheiden.
Setanta und Sarpo Mira (c) by Joachim Wenk
Setanta und Sarpo Mira
Die Meerrettichernte ist dieses Jahr gleich Null. So wie ich die Fechser im Frühjahr in den Boden gesteckt habe hole ich sie wieder raus. Kein Zuwachs, nichts verwertbares. Ein paar Stückchen zum Sofortgebrauch aber nichts zum Einlagern. Und ich habe doch jedes Jahr bis weit ins Frühjahr hinein eigenen Meerrettich gehabt. Ich brauche ihn doch auch den ganzen Winter (ein ausführlicher Bericht folgt in meiner Community Achims Gartenwelt). Ich bezweifle sogar, daß ich die kümmerlichen Würzelchen über den Winter bringe, um sie im Frühjahr wieder zu pflanzen. Ich werde im Winter also Meerrettich im Bioladen kaufen müssen - welche Schmach - und auch im Frühjahr welchen bestellen müssen zum Pflanzen. Ein fürchterliches Jahr, das  Jahr 2013!

Und aus reiner Neugierde habe ich auch eine Topinambur-Pflanze gerodet und ausgegraben. Ganz oberflächlich und super leicht zu erbeuten kamen viele Knollen zum Vorschein. Mein erster Topinambur seit vielen Jahren. Und eine ganz schöne Menge von einer einzigen Pflanze. Den anderen lasse ich erstmal noch in der Erde. Besser könnte ich ihn nicht lagern als dort vor Ort.

Topinambur Ernte (c) by Joachim Wenk
Topinamburernte von einer Pflanze
Beim Kartoffelgraben habe ich mehrmals auf meinen schönen Rosenkohl in der niedrig stehenden Sonne geschielt. Ein schöner Anblick und die Röschen werden noch was, das sehe ich jetzt.

Rosenkohl in der Herbstsonne (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl in der Herbstsonne



Dann haben wir noch ein wenig Laub beiseite geschafft. Da half auch der Aufsitzmäher. Somit ist der Rasen wieder schön frisiert und das Laub ist weg. Nur im Gemüsegarten auf den Wegen, dem Rasen dort und den Beeten musste ich es mit dem Rechen beseitigen. Laub ansich wäre ja wundervoll als Mulch im Herbst auf den abgeernteten Beeten. Leider ist gerade im Bereich des Gemüsegartens dies aber nicht ratsam. Das Laub stammt von zwei Walnussbäumen und einer Eiche. Alles Laub das nicht gerade wachstumsfördernd verrottet. Also wird es über den Winter über die Biotonne entsorgt. Wir haben ja noch mehr als genug anderes Laub im Garten.

Und so langsam hat die Sonnen ihren Lauf vollbracht, sie steht schon sehr flach und es ist jetzt Abend und sie sinkt schon fast zum Horizont. Es ist an der Zeit zusammen zu räumen und drinnen zu gehen.



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