Montag, 28. Oktober 2013

ein wunder-wunder-schöner Tag im Landgarten

So schön langsam haben sich Knochen und Muskeln vom Power-Garteln am Samstag erholt. Die Seele profitiert noch immer davon. Es war ein so herrlicher Tag. Nach meinem gemütlichen Frühstück ging ich mit dem Hund raus.

Danach habe ich mich gleich in die Gärtnerkluft geschmissen und wir sind in den Garten. Meine Liste mit zu erledigenden Dingen hatte ich bei mir. Ein Punkt darauf war : " Blumenzwiebeln stecken" . Wie gesagt, es war einer von  vielen aber irgendwie wollte ich diese Arbeit als erstes erledigt haben. Vielleicht, weil mir - in Erinnerung der letztjährigen Pflanzaktion - die Löcherbohrerei in Erinnerung war und ich das hinter mich bringen wollte. Vielleicht, weil es jetzt allerhöchste Zeit wird und ich ja nicht weiß ob das Wetter hält. Also schnell das Unaufschiebbare erledigen und dann den Rest. Oder? Ja, warum war mir das unbewußt so wichtig vor dem Mittagessen erledigt zu werden? Das habe ich dann am Sonntag gesehen, als ich in den Aussaatkalender von Thun blickte. Vormittags war noch ein idealer Zeitpunkt um Blumenzwiebeln zu stecken. Habe ich das gespürt und eben auch einmal wieder auf mein  Gespür geachtet? Und damit perfekt gehandelt? Das fände ich schön. Auf jeden Fall kamen meine Zwiebeln so zur rechten Zeit in den Boden und stelle mir einfach vor, daß es derartige Eingebungen geben kann, dass man fühlt was jetzt richtig wäre. Ich hatte solche Erlebnisse schon das einen oder andere Mal im Garten dieses Jahr. Ich werde das einfach beobachten und mir wieder vornehmen mich einfach öfter vom Gefühl und nicht immer vom Kopf leiten zu lassen. Denn mir fallen auch negative Beispiele ein. Ich war beim ungünstigsten und ekelhaftesten Wetter im Garten zu Gange weil der Kopf sagte, daß das jetzt gemacht werden muß, weil sonst das Jahr zu weit vorangeschritten ist. Und kaum habe ich unter widrigen Umständen -quasi mit dem Kopf durch die Wand - die Arbeiten erledigt, kam ein oder zwei Tage darauf herrliches Wetter und ich hätte alles viel schöner haben können. Abwarten, in sich horchen - beides Eigenschaften die ich sicher mehr als manch anderer um mich herum besitze. Aber eben leider immer noch nicht ausgeprägt genug. Vergangen Samstag jedenfalls hat es wieder einmal geklappt.

Meine Tulpenzwiebeln hatte ich ausgepackt, gemischt und nun auf die Wiese geworfen. Das sah dann so aus:

Verteilung der Blumenzwiebeln auf der Wiese (c) by Joachim  Wenk
Verteilung der Blumenzwiebeln auf der Wiese
So bekommt man die natürlichste Verteilung hin. Wenn man sei einzeln willkürlich steckt, wir das Ergebnis nicht so natürlich wirken und eher geklumpt oder geformt aussehen.

Mit einem billigen Pflanzgerät aus dem Baumarkt bohre ich also immer an der Stelle auf die eine Zwiebel gefallen ist ein Loch. Der Boden ist schön weich und feucht. Es geht deutlich besser als im letzten Jahr. In das Loch wird dann eine Zwiebel mit den Besten wünschen für gutes Gedeihen gesetzt.
Tulpenpflanzaktion 2013 (c) by Joachim Wenk
Tulpenpflanzaktion 2013

Nun muß natürlich das Loch wieder zugefüllt werden.
Tulpenpflanzaktion 2013 (c) by Joachim Wenk
Tulpenpflanzaktion 2013 

Und hier bin ich froh bei dem Ausstecher die Version erworben zu haben, welche sich aufklappen lässt. Durch Zusammendrücken des Griffs öffnet sich unten der Ausstecher und die Erde samt Grasnarbe kann nach unten herausrutschen.
Tulpenpflanzaktion 2013 (c) by Joachim Wenk
Tulpenpflanzaktion 2013 

Sie passt naturgemäß wie gemacht für die Zwiebellöcher. Und wird mit  der Hand leicht angedrückt.

Tulpenpflanzaktion 2013 (c) by Joachim Wenk
Tulpenpflanzaktion 2013


Schon ist vom  Loch und der versteckten Zwiebel fast nichts mehr zu sehen. Das ganze wiederholen wir 70 mal, bevor es dann zu der Wanne voller Narzissen geht. Puh und ich hatte noch einen Pullover an. Hier am Südhang war es so warm, daß mir der Schweiß nur so herunter lief. Pünktlich zum Mittag war es geschafft, alle Zwiebeln versteckt. Jetzt konnte ich nach drinnen gehen und mir meinen grünen Smoothie machen. Heute wieder sehr lecker, da ich mir die Mühe machte allerlei noch verwertbares Grünzeugs zu zupfen und nicht nur rasch rasch etwas Mangold der je leicht und in Masse erntebar ist abzurupfen.


Tulpenpflanzaktion 2013 (c) by Joachim Wenk
Tulpenpflanzaktion 2013 
Jetzt heißt`s abwarten. Ich werde euch im Frühjahr 2014 auf alle Fälle mit hoffentlich vielen wunderbaren Bildern meiner Lila Tulpenmischung berichten. Hier sind die Katalogbilder dazu: Tulpenmischung  und Blue Parrot.


Nach der mittäglichen Stärkung wanderten mein Hund und ich wieder in den Garten. Die Liste der Arbeiten war noch lang .


  • aus den Gemüsebeeten und allgemein dem Gemüsegarten musste das Eichen- und Walnußlaub entfernt werden. Das macht den Boden beim Verrotten nicht gerade fruchtbar, daher muß es hier weg. Weil aber schon der Gründünger aufgeht musste ich aus einem Beet die Blätter mit den Fingern herausklauben, da ich mit dem Rechen den Ölrettich wieder kaputt gerecht hätte. Das war eine Arbeit. Dann habe ich auch aus meinem Staudenbeet, der Wiese und der Wiese im Gemüsegarten mit dem "Staubsauger" die Blätter entfernt. Das ging super sauber und sehr effektiv und wenig schweißtreibend. Der Staubsauger war hier natürlich der Rasenmäher! 
  • die Kübelplanzen müssen ins Palmenhaus. Jetzt sind sie noch schön trocken und kommende Woche wird es eklig, so dass es nicht übertrieben ist, sie jetzt rein zu holen. Feige, Olive, Oleander, Schmucklilie, gestutzte Datura konnte ich mit meinem Bollerwagen bewältigen. Die Palmen und Banane allerdings mussten wir dann am Sonntag zu zweit machen. Die konnte ich allein kaum herumrutschen, geschweige denn heben. Im Palmennaus und Schafstall ist es so eng. Eigentlich wollte ich ja die arbeitsintensiven Kübelplanzen nicht weiter ausbauen. Dann haben wir dieses Jahr zur Hochzeit aber so schöne Pflanzen geschenkt bekommen. Die kann ich ja nicht im Herbst jetzt wegwerfen. Also sind es doch wieder mehr Pflanzen. Hinzu kommen der ebenfalls von der Hochzeit stammende schon ältere Rosmarinhochstamm. Der muß auch drinnen überwintert werden. Meine Glockenpaprike, Pepperoni habe ich ausgegraben und werde sehen, ob die sich überwintern lassen. Dieses Jahr sind sie nicht reif geworden. Dann probiere ich es eben nächstes Jahr wieder. Gärtnerehrgeiz!
  • meine zwei einzigen Dahlienknollen habe ich ausgegraben. 
  • ein paar Rote Beete, 3 mini-Kohlrabi und die Pastinaken habe ich geerntet. Die Pastinaken vom Frühjahr gingen nicht auf. Die Nachsaat kam ewig nicht, da zu trocken, dann kamen die Schnecken. Schließlich landeten 2 Reihen-Abschnitte im Schneckenzaun und die Pastinaken konnten wachsen. Da es da aber schon spät im Jahr war, hatte an eine Ernte garnicht gedacht , zumal ich auch nichts an Wurzeln sehen konnte.  Heute habe ich mit der Grabegabel herumgestochert und war baff. Riesige Pastinaken in super lockerem Boden. Eine mega Überraschung. 


Pastinakenernte 2013 (c) by Joachim Wenk
Pastinakenernte 2013

  • Bevor ich das Wasser im Garten und Gemüsegarten abdrehe muß auch noch die Seerose in ihre kleinere Winter-Tonne umziehen, in den Palmengarten gewuchtet und dann mit Wasser aufgefüllt werden. Ebenso der Feldsalat im Gewächshaus erhält noch einmal eine Dusche aus dem Schlauch. Künftig muß ich das Wasser dann in der Kanne hintragen. 
  • dann sollten die Kartoffeln noch in die extra eingerichtete Kartoffelkiste gelangen. Ich habe sie gewogen. Die Herbsternte waren 38kg Kartoffeln. Die Frühkartoffeln waren dann so in etwa nocheinmal 10 kg. Das bedeutet, daß ich einen knappen Zentner herrlichster Kartoffeln geerntet habe. Und das in dem super kalten und nassen Jahr!
  • Nebenher kocht dann noch das Gulasch für Morgen am Herd, neben der Rinder-Knochen-Brühe für den Vorrat. Mein Brot geht vor sich hin und gelingt heute - weil es einfach ein guter Tag war - sehr schön. 
Abends als es leicht kühler wurde und zu dunkeln begann, saß ich dann noch ein wenig mit  meinem Hund in der Wiese und habe über die Blumenzwiebelwiese hinunter zum Zaun und durch den hindurch zum Dorfeweiher mit den Enten geschaut. Was war das für ein schöner Tag. Danke!

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