Dienstag, 22. Oktober 2013

Ein schönes Gefühl

Ein schönes Gefühl macht sich im Moment in mir breit. Ein Gefühl von Ent-Spannung, Ent-Schleunigung, Zufriedenheit und Gelassenheit. Im Garten sind die "Terminarbeiten" erfolgreich erledigt. Als letztes kamen die Kartoffeln aus der Erde. Jetzt muß noch aufgeräumt werden und umgeräumt werden. Das kann warten bis schönes Wetter ist und muß nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt werden. Jetzt ist schönes Wetter für die nächsten Tage angesagt, also passt doch alles sehr gut zusammen.

Wohnzimmerausblick (c) by Joachim Wenk
Wohnzimmerausblick


Jetzt sitze ich nach langem Arbeitstag im warmen Wohnzimmer und versuche meine vielen Gadanken und Gefühle zu "Papier" zu bringen. Unsere neue Sitzbank-  die auf meiner Tischseite steht, weil ich immer Ablage für Gartenbücher und Kataloge brauche - ist wirklich sehr schön und bequem.  Ich freue mich auf morgen früh, wenn der Tag frisch ist. Die Sonne erscheint und Helligkeit bringt. Wenn dann die Rollos oben sind und ich durch alle Fenster in Wohnzimmer und Küche den Garten sehe, es nach aufgebackenen Brötchen und frischem Kaffee riecht bin ich glücklich und zufrieden. Das kann mir nichts ersetzen, diese ruhigen Frühstückstage zu Hause. Ringsum Garten und ein traumhafter Ausblick auf den Dorfweiher und die Häuser auf der anderen Weiherseite. Ein paar Autos fahren, zur Zeit eher landwirtschaftliche Fahrzeuge. Es wird noch siliert und geerntet. Die Nachbarin wird mit ihren Pferden zu Kinderreiten aufbrechen und ihre Hunde werden immer wieder von links nach rechts und umgekehrt flanieren. Immer von daheim zur "Oma" und zurück. Mein Hund wird neben dem Tisch liegen und ruhig vor sich hin schnaufen.


(C) by Joachim Wenk
hier sitze ich und denke nach

Blick aus Wohnzimmer (c) by Joachim Wenk
Blick aus Wohnzimmer, leider mit Auto

Blick aus Wohnzimmer (c) by Joachim Wenk
Blick aus Wohnzimmer

Blick aus Wohnzimmer (c) by Joachim Wenk
Blick aus Wohnzimmer

Blick aus Küche (c) by Joachim Wenk
Blick aus Küche

Blick aus Küche (c) by Joachim Wenk
Blick aus Küche
Ich werde überlegen was ich heute mache. Blumenzwiebeln stecken denke ich wird morgen dran sein. Und die letzte Palmenhauswand isolieren. Dann ist die Werkstatt wieder einrichtbar und es entsteht Platz zum Überwintern von Sommermöbeln und meinem Solartrockner.

Irgendwann müssen dann noch die verblühten Stauden abgeschnitten werden. Einiges ist noch  zu häckseln. Das Brennholz muß vom Nußbaum an die Carportwand transportiert werden. Das werden wir so nach und nach auch noch erledigen. Erfahrungsgemäß wird es immer wieder Tage geben die das Arbeiten im Garten erlauben.

Es gibt Leute, die das anders ausdrücken würden. "Ich bin voll im Streß, was noch alles erledigt werden muß dieses Jahr und was ich alles nicht geschafft habe und jetzt ist das Jahr schon wieder vorbei. Die Zeit rast nur so dahin. Der Kompost muß umgeschlichtet werden, das Holz verräumt, die Möbel einquartiert und die Kübelpflanzen geschützt werden. Dauernd fällt Laub und jeden Tag räume ich ein paar Säcke voll davon weg. Das letzte Unkraut muß noch rausgerissen werden. Und und und. " Und während diese Leute so reden werden sie immer schneller im Sprechen und die Atmung beschleunigt sich. Sie kommen in Streß schon allein beim Berichten über alles noch-nicht Erledigte. Sie haben tatsächlich Streß.

Ich gehörte bis vor etlichen Jahren auch dazu. Dann habe ich mich in einer Ausbildung mehr mit Streß und dem Gegenteil der Entspannung beschäftigt. Seither arbeite ich an mir. Und es gelingt mir mittlerweile recht gut, diesen selbstgemachten Streß meistens zu vermeiden. Ich kehre ab und an Laub. Ganz laubfrei bekommt man einen Landgarten mit großen Bäumen sowieso nicht. Und nötig ist es auch nicht. Und die restlichen Arbeiten finden auch ihre Zeit und plötzlich sind sie erledigt. Und wenn mich jemand frage, kann ich gern erzählen, was ich noch alles tun will (nicht muß) und dass es manchmal auch viel ist was ansteht. Aber ich werde nie sagen, daß ich wegen so etwas "im Streß" bin. Allein damit vermeidet man schon Streß.

Ich habe heute auch einen amüsanten Text über eine Gärtnerin im Herbst gelesen. Ihr fällt auf, daß das Jahr vorbei ist und was sie hat alles machen wollen. Da zählt sie wirklich viel auf. Und dann wird Resumee gezogen. Sie hat (fast)nichts davon geschafft, ist deswegen traurig oder ein wenig frustriert oder eher resigniert. Erst dachte ich, das kenne ich, ich habe auch noch viele Projekte im Garten vor. Dann habe ich überlegt, warum ich deswegen nicht grüble dass ich so viel nicht geschafft habe. Ich glaube es liegt daran, daß ich - ähnlich wie die Gärtnerin - weiß was noch alles zu tun ist, ich aber mir nicht unrealistischer Weise alles für dieses Jahr habe vorgenommen. Ich wollte den Gemüsegarten vergrößern, das Staudenbeet vor dem Gemüsegarten anlegen und das Palmenhaus ausbauen, da die Palmen nicht mehr ins Treppenhaus passen. Und alles ist geschafft. Auch das ist ein schönes Gefühl. Nächstes Jahr machen wir dann..... das entscheiden wir im Frühjahr.

Manche Dinge müssen eben auch erst im Kopf reifen. Sie starten dann quasi von allein,  wenn die Zeit gekommen ist. Und werden dann auch erfolgreich beendet. Man sollte vielmehr auf diese richtigen Zeitpunkte achten und in sich hineinhören. Ich mache mir mittlerweile direkt einen Spass darauf den richtigen Zeitpunkt zu erspüren. Kennt ihr das nicht auch? Es ist etwas zu machen aber ihr beginnt einfach nicht und wenn, dann stockt die Arbeit oder wird abgebrochen. Ein Zeichen, daß die Zeit eben noch nicht da ist. Dann lasst diese Arbeit auch (erstmal).

Also nutzt die schönen Herbsttage. Lasst Ruhe in euch einkehren und versucht einmal zu spüren, was ihr als nächstes machen "solltet". Und dann macht es. Ihr werdet sehen wie gut es wird. Ohne Stress weil es einfach "flutscht".

Berichtet mal, wenn ihr Erfahrungen gesammelt habt. Ich bin gespannt.

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