Mittwoch, 9. Oktober 2013

Alles hat seine Zeit

So ein Garten lehrt einen anzunehmen, was ist und nicht geändert werden kann. Das Ende des Sommers hat mich, wie wohl viele von euch erst einmal zum Wiederspruch angespornt. Nein! der Sommer kann doch nicht zu Ende
sein. Nein, es muß doch noch warm werden, meine Tomaten und Bohnen und Zucchini oder Gurken müssen doch noch reifen. So viel Arbeit wie ich da rein gesteckt habe kann es doch noch nicht so zu Ende gehen. Die ganze Ernte als unreife Früchte auf den Kompost oder Müll werfen.

Aber der Garten ist eben das richtige Leben. Und in dem spielen wir und unsere Wünsche oder unser Willen nur "eine" aber nicht "die" Rolle. Die Natur lässt uns wurschteln im Rahmen IHRER Gesetze. Und wenn mich das heutzutage so arg beschäftigt, mein Befinden beeinflusst wo doch ausser dem eigenen Ehrgeiz, dem Erfolg haben wollen nichts davon abhängt. Ob ich nun Tomaten ernte oder nicht. Ich werde immer satt. Ich kann immer leckere, gesunde, abwechslungsreiche Mahlzeiten bereiten. Wie fühlt aber jemand in so einem Jahr dessen winterliches Überleben und das seiner Familie, Sippe, Volk abhängt? Versteht man da nicht dass die wertvollsten Güter wie Schwerter geopfert wurden. Oder Pferde, Rinder. So wie wenn ich heute meinen Ford opfern würde um die Natur milde zu stimmen. Wir lächeln darüber, aber von der Haltung gegenüber der Natur und dem Anerkennen ihrer Überlegenheit sollten wir wieder mehr in uns tragen. Und wir sollten das was wir haben dankend und bewusst annehmen. Denn auch heute noch gibt es auf unserer Welt Menschen die eben NICHTS zu Essen haben wenn die angebauten Früchte in Jahren wie diesem nicht reif werden. Denkt einmal daran wenn ihr eine Möhre wegwerft die angewelkt im Kühlschrank lag oder eine Scheibe Brot die angetrocknet ist.
So und mit all diesen Gedanken stehe ich jetzt in meinem Garten.

Dieses Jahr ist extrem und es ist unübersehbar. Es ist Schluß mit Sommer. Irgendwie habe ich das also auch innerlich  mittlerweile realisiert. Und so habe ich heute meine Tomaten entfernt und es hat mir nichts ausgemacht. Im Gegenteil, es ist fast schön, wieder Ordnung zu schaffen. Da die Tomaten dieses Jahr eine bei mir noch nie dagewesene Erkrankung hatten muß ich sie alle über die Biotonne entsorgen. Nicht dass ich diese Pilze oder Bakterien über den Kompost im restlichen Garten verteile. Wahnsinn, was ich hätte ernten können, wenn es ein normales Jahr  gewesen wäre. 

Tomaten (c) by Joachim Wenk
letzter Blick auf die Tomatenpflanzen 2013


(c) by Joachim Wenk
fertig für die Biotonne

Auf die frei geworden Fläche habe ich  Kompost verteilt. Der mußte vom Kompostplatz weg, da ich sofort viel Platz benötige für alles was jetzt noch abgeschnitten werden muß. Und das ist noch viel!

Kompost auf abgeerntetem Tomatenbeet (c) by Joachim Wenk
Kompost auf abgeerntetem Tomatenbeet

Wie auf dem Kompostbild zu sehen ist scheint doch tatsächlich die Sonne. Also am Morgen war es sehr sehr neblig. Am Nachmittag kam dann die Sonne und was wer sehr schön im Garten zu arbeiten.

Darum habe ich gleich noch die Bohnen vom Bohnenzelt abgefieselt.



abgeerntetes Beet (c) by Joachim Wenk
Bohnen, Kürbis, Zucchinibeet abgeerntet

Und weil es so schön war, habe ich im Gewächshaus auch gleich noch die Gurken, Paprika und Tomaten entfernt. Ob der Feldsalat wohl bald keimt, den ich die Tage dort gesät habe.

Herbst im Gewächshaus (C) by Joachim Wenk
auch im Gewächshaus ist es nun leer




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