Dienstag, 30. Juli 2013

Hoffnung auf Regen

Es ist Sonntag und die Sonne sticht unerbittlich vom Himmel wir haben über 35°C im Schatten. Aber für morgen und übermorgen ist ganz fest Abkühlung und Regen versprochen das motiviert und gibt Hoffnung.

Ich habe heute meine Zistrose von gestern eingepflanzt. Ist das nicht ein ganz entzückender kleiner Strauch? Die Blüten so fragil und zerknittert vom Eingequetschsein in die Knospe und doch von so überwältigender Farbpracht und Strahlkraft.



Zistrose  (C) by Joachim Wenk
Zistrose


Zistrose  (C) by Joachim Wenk
Zistrose
Die Hoffnung auf den morgigen Regen ist eine Sache. Das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen eine andere. Ich denke beides zusammen macht erfolgreich. Meine Schwitzschläuche funktionieren bestens. Während ich andere Arbeiten mache oder beim Eiskaffee im Schatten unter der Haselnuss sitze schwitzen die immer weiter. Der Boden ist wirklich feucht und somit bin ich wahnsinnig erleichtert eine Möglichkeit gefunden zu haben den Großteil des Gartens, des Ziergartens ausreichend zu Bewässern, ohne etliche Stunden mit der Brause vor den  Beeten selbst schwitzen zu müssen. Somit muß ich nur im Gemüsegarten selbst gießen. Hier gieße ich aber nicht alles. Die Tomaten, den Kohl, Fenchel, Salat, Kürbis, Zucchini und die Bohnen sowie die Flächen mit frisch gesätem Gründünger (Ölrettich und eine Wickenart).
Schwitzschlauch  (C) by Joachim Wenk
schwitzender Schwitzschlauch

Schwitzschlauch  (C) by Joachim Wenk
schwitzender Schwitzschlauch

Schwitzschlauch   (C) by Joachim Wenk
schwitzender Schwitzschlauch 
Jetzt abends wird dann der Himmel schon langsam etwas bewölkter und ich nutzte das abgeschwächte Licht, um ein paar Impressionen aus dem Gemüsegarten einzufangen. Mein Beet mit der Mischkultur aus Tomaten, Sellerie, Rosenkohl, Buschbohnen und Petersilie ist schon ganz schön zugewachsen. Erste grüne Tomaten hängen an den Stöcken. Ich Zwicke schon die allerobersten Spitzen ab. In Anbetracht des schon weit vorangeschrittenen Jahres werden die obersten Blüten ohnehin keine reifen Tomaten mehr hervorbringen können. Da soll lieber die Kraft in die vorhandenen Früchte gehen und mir wenigstens diese Ernte sichern. Ich ziehe meine Tomaten schon immer mehrtriebig. Pro Pflanze lasse ich 3-4 Seitentriebe emporkommen, bevor ich mit dem  Entgeizen beginne. Diese Triebe haben auch Früchte und vervielfachen mir so die Anzahl der Tomatenstöcke. Ich binde sie, wenn möglich auch hoch. Oft aber komme ich auf Grund der dann im Sommer enormen Wuchskraft der Pflanzen garnicht nach und so liegen die Triebe am Boden. Dort reifen auch die Früchte. Würde ich diese Triebe hochbinden wäre es fatal da sie sofort abbrechen. Hochbinden allerdings musste ich die Buschbohnen, Kartoffeln und Ringelblumen. Sie sind derart stark gewachsen und liegen auf meinen Trittplatten, daß es mir kaum mehr möglich war sicheren Fußes durch den Garten zu laufen und der Gartenschlauch den ich ja ständig kreuz und quer herumzerren muß hat die Triebe geknickt. Aber jetzt ist wieder alles schön und ordentlich abgestützt, die Pflanzen können in Ruhe weiter wachsen und ich komme wieder überall hin.
Mischkultur  (C) by Joachim Wenk
Mischkultur im Gemüsegarten
Meine Schneckenringe sind auch ein Segen und ich werde mir da noch mehr davon zulegen.Da meine letzten Pflanzen ja sofort abgefressen oder, wenn schon etwas größer, sehr stark geschädigt wurden habe ich diese Ringe besorgt und sofort eingesetzt. Der Salat erholte sich, gießen lässt sich in den Ringen sehr leicht (das Wasser kommt zielgenau zur Pflanze und läuft am vertrockneten Boden nicht kreuz und quer in die verkehrte Richtung).
Salat im Schneckenring   (C) by Joachim Wenk
Salat im Schneckenring
Fenchel scheinen Schnecken nicht zu mögen. Der wächst dieses Jahr sehr schön und beginnt nicht, wie es 2012 der Fall war, sofort zu schießen und mit der Samenbildung.


Fenchel  (C) by Joachim Wenk
Fenchel

Das Blaukraut ist prächtig geworden. Dahinter die Blauwschokker Erbsen. 

Blaukraut   (C) by Joachim Wenk
Blaukraut und Blauwschokker Erbsen
Selbstverständlich auch die Pflänzchen im Schneckenzaun werden von Hand gegossen. Der funktioniert auch nach wie vor sehr gut. Keine Fraßschäden an zarten selbst gesäten und pikierten Kohlrabi und Hirschhornwegerichpflanzen. Die Herbstrüben und Winterrettiche dort vor Ort gesät sind auch sehr schön aufgelaufen und ich muß keine Bange haben, daß die Schnecken sie sofort niedermähen. Hier zu sehen ist der Schneckenzaun und leere Flächen auf denen bereits der Gründünger aufgeht. Der ist aber hier  noch nicht zu sehen sondern nur das ebenfalls vorhandene Unkraut....
Schneckenzaunbeet    (C) by Joachim Wenk
Schneckenzaunbeet
Ich habe in meiner Biogartenliteratur und im Internet hin und her recherchiert. Die Weiße Fliege kommt wohl fast ausschließlich im Gewächshaus vor. Warum habe dann ich auf allen Kohlsorten im Freiland diese Tiere in so hoher Anzahl dass ein Genuss des Kohls (wie letztes Jahr mein Grünkohl ) nicht möglich wäre? Ich habe begonnen mit Niehmöl zu spritzen und das hat geholfen. Die Fliege ging deutlich zurück. Gestern Abend, nachdem die direkte  Sonne nicht mehr auf die Pflanzen schien habe ich wieder gespritzt. Am Weißkohl und Blaukraut waren keine Fliegen oder Eier mehr zu erkennen. Die Blätter sind ihr wohl auch mittlerweile zu derb. Der sehr schön gewachsene Rosenkohl weist noch weiße Flecken also die Eier auf der Blattunterseite auf und auch der Grünkohl. Der sieht mittlerweile auch schon aus wie solcher und wurde gründlich mit Niemöl von Unten, was ja die Sache deutlich erschwert besprüht. Der Kohlweißling fliegt auch reichlich im Garten und ich bin gespannt ob ich dieses Jahr auch wieder so viele Raupen auf dem Grünkohl habe oder ob der Niehmgeruch ihn schon hindert die Eier abzulegen. Mein Mangold wird jetzt auch richtig kräftig und Mairüben habe ich in großen Mengen. Die sind wunderbar aufgegangen und werden von den Schnecken verschont. Radieschen sind das exakte Gegenteil. Sie laufen schön auf und dann übernehmen die Schnecken alles weitere. Wenn ein Radieschen durchkommt wächst und blüht es sofort, hat aber keine rote Knolle und wenn dann so durchlöchert, dass es ungenießbar ist. So esse ich eben abends zur Vesper  Mairüben. Sie schmecken wie eine Mischung aus Kohlrabi und Radieschen. Ich habe auch einmal ein paar gedünstet, um zusehen, wie sie im gekochten Zustand schmecken. Das hat mich dann aber noch nicht so richtig überzeugen können. So muß ich mir noch überlegen wie ich die vielen herrlichen Rübchen verwende.

Grünkohl, Mairüben und Mangold     (C) by Joachim Wenk
Grünkohl, Mairüben und Mangold
Im Gegensatz zu den Buschbohnen konnten die  Feuerbohnen sich der Schnecken erwehren und haben keinerlei Schaden genommen.

Feuerbohnen    (C) by Joachim Wenk
Feuerbohnen
Mein Topinambur wächst auch unaufhaltsam. Die 2-Meter-Hürde hat er schon längst hinter sich und ich werde immer wieder neugierig gefragt, wann er denn nun endlich blüht. Bald! Die Knospen sind schon ersichtlich. Ich habe gelesen, daß er nicht viel Dünger braucht, weil sonst keine guten Knollen ausgebildet werden. Ich habe den Streifen am Gewächshaus erst im Frühjahr umgegraben. Vorher war dort jahrelang nur Gras. Damit etwas Dünger im Boden ist habe ihn schwach gedüngt. Hoffentlich nicht doch zu viel?  Er ist schon wirklich sehr hoch. Der Wind vergangen Nacht hat eine Pflanze auch beinahe umgebrochen. Jetzt habe ich ihn angebunden. Die beim Pflanzen beabsichtigte Schattierwirkung auf das Gewächshaus erfüllt er jedenfalls prima.
Topinambur     (C) by Joachim Wenk
Topinambur
Als Abgrenzung zwischen Gemüsegarten und Rasen habe ich eine Mischung einjähriger Blumen für halbschattige Lage gesät. Die blühen jetzt sehr schön und bringen einen netten Farbklecks ins Gemüsegrün.
einjährige Sommerblumenmischun    (C) by Joachim Wenk
einjährige Sommerblumenmischung
Der Kompostbehälter füllt sich auch sehr rasch. Darin ist auch ein Schubkarren Pferdemist versteckt. Bald wird es Zeit ihn zu mischen und ordentlich in einen anderen Behälter zu schlichten, daß er in Ruhe verrotten kann. Der erste Kompost ist bereits um die Hälfte zusammen gesackt und fast fertig verrottet.  Im Bild ist auch der erste Trieb meiner Brombeere zu sehen.
Brombeertrieb und Kompost    (C) by Joachim Wenk
Brombeertrieb und Kompost
Und hier seht ihr den Garant für sehr gemütliche Herbst-  und Wintertage mit wohlig warmen Flammen im Kaminofen. Die Zentralheizung schafft diese Art von Wärme nicht. Ich habe das schon oft gehört, verstehe es aber erst richtig seit vergangenem Winter. Da hatten wir das erste mal den neuen Ofen. Und weil genug Holz da ist verwenden wir das jetzt im Sommer auch. Nicht zum Heizen. Nein, in der Feuerschale gut einschüren, wenn dann ausreichend Glut vorhanden ist, wird der Dreibein-Grill darüber gestellt und Gegrillt. Mariniertes Gemüse in der schmiedeeisernenen Pfanne und frische Brotfladen vom heißen, alten Dachziegel der auf einem extra Grill liegt. Leckeres Fleisch gibt es auch dazu und ein  Bierchen. Wenn man sich das nach so viel Arbeit nicht auch einmal verdient hat, dann weiß ich nicht wozu man überhaupt lebt.....

Feuerholz    (C) by Joachim Wenk
Feuerholz für den Grill und den Kaminofen
Weil ich den rechten Zeitpunkt zum Ernten der saftig-grünen Erbsen auf Grund der großen Festlichkeiten im Juni/Juli versäumt habe, lasse ich sie nun ausreifen. Die ersten Schoten der beiden Palerbsensorten werden trocken und ich beginne die Ernte. In der Sonne schwitzen und Schoten zupfen und dann mit einem Eiskaffee in den Haselnußschatten und in aller Ruhe die Erbsen heraus puhlen.

kleine Rheinländerin    (C) by Joachim Wenk
Reife Erbsen "kleine Rheinländerin"
Die eben noch saftig grün wuchernden  Blauwschokker mit den herrlichen fliederfarbenen romantischen Blüten sehen mittlerweile so aus. Die Ernte naht.
reifende Erbsen    (C) by Joachim Wenk
reifende Erbsen
Und das ist die erste Ausbeute. Hinten im  Drahtkörbchen sind Blauwschokker-Erbsen und vorne im blauen Sieb sieht man die "kleine Rheinländerin"

Erbsenernte    (C) by Joachim Wenk
erste Erbsenernte



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